Montag 24.11.14, 11:14 Uhr

Ersatz für Rodungen in Weitmar?

Jürgen Dassow von der Bürgerinitiative Bahnhof Weitmar schreibt: »Die Rodungsarbeiten für die nach meiner Meinung völlig unsinnige Verlängerung der Springorum-Allee bis hin zu Prinz-Regent Straße (siehe angehängtes Bild) haben begonnen. Vor zwei Jahren wurde die Sinnhaftigkeit dieses Projektes hinreichend diskutiert. Die Bezirksvertretung Südwest und die Wirtschaftsförderung haben sich argumentenresistent gezeigt und setzen diesen (im Springorum-B-Plan von 1993 zwar vorgesehenen, aber zurecht 21 Jahre lang nicht realisierten) Straßenbau  jetzt um, mit der Folge, dass in den frühen Morgenstunden noch mehr Verkehr auf die Wasserstraße “gezogen” wird. So weit, so schlecht!
Ich habe folgende Fragen an Mandatsträger aus den Reihen der Grünen und der SPD gerichtet (bislang leider noch unbeantwortet):
“Mit dieser Straße wird eine Biotop-Verbundfläche zerschnitten. Daher meine erste Frage: auf welcher Kompensationsfläche wird neu aufgeforstet oder werden etwa keine Ersatzpflanzungen für den gefällten Wald vorgenommen? Auch der erst kürzlich fertiggestellte und sehr beliebte Springorum-Radweg wird zerschnitten. Zweite Frage: warum wird denn keine Radwegbrücke gebaut? So teuer kann das doch nicht sein. Wer 2 Millionen Euro für etwas ökologisch und ökonomisch Unsinniges investiert, muss doch dieses auch noch “schultern” können. Oder hat man etwa Angst auf Altlasten zu stoßen, wenn man den “Springorum-Stich” tieferlegt (schließlich führt die Trasse direkt über das Gelände einer ehemaligen Chemie-Fabrik)!
Im “Vor Ort” stand zwar, dass die Wirtschaftsförderung die Gesamtkosten übernimmt. In einer der ersten Sitzungen der Bezirksvertretung im Jahre 2014 hieß es aber noch, es sei derzeit kein Geld da und die Wirtschaftsförderung würde nur einen Teil übernehmen. Meine Frage Nr.3: hat die Bezirksvertreung Südwest den fehlenden Betrag etwa aus einem anderen Topf entnommen und für dieses Projekt zur Verfügung gestellt?”
Es werden ca.2000 qm Wald, der mindestens 21 Jahre alt ist, gerodet. Von der Verwaltung wird man sicherlich den gleichermaßen naturverachtenden wie zynischen Spruch hören, dass es  sich bei dem Wald ja nur um “Natur auf Zeit” handele und da bestehe nun mal keine naturschutzrechtliche Ausgleichspflicht. Aber vielleicht liege ich falsch (was ich allerdings nicht glaube) und die Stadt hat umfangreiche Neuanpflanzungen vorgesehen – falls nicht, wäre ich als Bochumer, der seine Heimatstadt liebt, mal wieder sehr enttäuscht von den Lokalpolitikern und der Verwaltung.«

 
 
 
 


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