Mittwoch 16.10.13, 13:29 Uhr
In Bochum haben rund 11.500 Beschäftige Verträge nur auf Zeit

NGG: „Zitterverträge“ stoppen

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat den Trend zu befristeten Jobs auf dem heimischen Arbeitsmarkt kritisiert. Besonders unter jungen ArbeitnehmerInnen seien Kurzzeit-Arbeitsverträge stark verbreitet. Für Job-StarterInnen sind, so die NGG Ruhrgebiet, unbefristete Verträge mittlerweile eher die Ausnahme als die Regel. „In Bochum müssen rund 11.500 Beschäftigte mit einem Job auf Zeit über die Runden kommen. Das hat die aktuelle Mikrozensus-Auswertung ergeben“, sagt Yvonne Sachtje. Nach Beobachtungen der Geschäftsführerin der NGG-Region Ruhrgebiet ist es mittlerweile insbesondere auch in der Nahrungsmittelbranche Gang und Gäbe, Arbeitsverträge nur für einige Monate zu vergeben – egal, ob in der Bäckerei um die Ecke oder beim Lebensmittelhersteller.
„Mit den befristeten ‚Zitterverträgen’ versuchen Chefs, Druck auf ihre Beschäftigten auszuüben. Wer Angst um seinen Job hat, ist bereit, einen schlechter bezahlten Folgevertrag in Kauf zu nehmen“, sagt Yvonne Sachtje. Zudem versuchten ArbeitgeberInnen, mit befristeten Jobs dem Kündigungsschutz zu entgehen.
Die zweifelhafte Praxis der Kurzzeitbeschäftigung habe gerade für Job-StarterInnen massive Nachteile. „Wer sich von Job zu Job hangeln muss, der hat keine Perspektive. Mit Zeitverträgen von nur einigen Monaten kann keiner planen“, so die NGG Geschäftsführerin. Es sei skandalös, dass Jobs auf Zeit gerade jungen ArbeitnehmerInnen „den Start ins Leben verhageln“.
Yvonne Sachtje: „Diese Fehlentwicklung muss gestoppt werden. Dem Spiel mit der Job-Angst muss ein Riegel vorgeschoben werden. Arbeitsverträge mit Verfallsdatum dürfen nicht länger als Normalarbeitsverhältnis toleriert werden.“ Vor diesem Hintergrund fordert die NGG-Geschäftsführerin per Gesetz ein Verbot von Arbeitsverträgen, die ohne Grund befristet werden.

 
 
 
 


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