Dienstag 11.06.13, 06:42 Uhr

Streik im Einzelhandel

Seit 5:45 Uhr ruft die Gewerkschaft ver.di heute die Beschäftigten von drei Betrieben in Bochum und Herne zum Arbeitskampf auf. Es werden der Baumarkt Hornbach und das ehemalige toom-SB-Warenhaus (heute REWE-Markt GmbH) in Herne bestreikt. Außerdem ist einbezogen ein Lebensmittelmarkt der Fa. Kaiser´s Kaffee in Bochum. Bis ca. 8.30 Uhr bleiben die Streikenden vor den Betrieben (außer bei Kaiser´s). Danach, gegen 10:00 Uhr , gibt es ein Streikfrühstück  im Streiklokal in der ver.di-Geschäftsstelle. Zum aktuellen Stand der Auseinandersetzung erklärt ver.di-Sekretär Helmut Süllwold: »Beim letzten Verhandlungstermin, der vor einer Woche in Recklinghausen stattfand, ließen die Arbeitgeber „die Katze aus dem Sack“. Bisher „logen sich die Betriebe und Unternehmen selbst einen in die Tasche“ und gaben vor, die Struktur der Tarifverträge modernisieren zu wollen.
Die Gewerkschaft ver.di war in den vergangenen Jahren Initiator einer qualifizierten Arbeit an den alten Tarifwerken, die trotz ihres Alters noch immer eine sehr positive und auch bei den Unternehmen und Konzernen eine bewährte Wirkung entfalten. Die Arbeitgeber haben sich dann aus dieser gemeinsamen Entwicklung zurückgezogen, als sie merkten, dass ver.di nicht einseitige „Lohnabbauverträge“ unterstützen wird.
Nun in der Tarifrunde zu behaupten, es ginge den Arbeitgebern um das Modernisieren, war bei Insidern von Anfang an als windige und durchsichtige Ausrede erkannt. Jetzt sieht es auch jeder Außenstehende. Die Arbeitgeber selbst dokumentieren in einer Vorlage zur Verhandlung:“ Es geht um Flexibilisierung einer eh schon hoch flexiblen Belegschaft, es geht um „Holen und Schicken“ nach rein betrieblichen Erfordernissen, es geht um den Abbau von Zuschlägen und es geht darum, für Teilzeitkräfte kein festes monatliches Gehalt mehr zu zahlen sondern um eine Abrechnung nach Stunden.“
Superflexibilisierung für Frauen und deren Familien und Kostensenkung für eh schon schlechte Arbeitsbedingungen. Wo ist das Modernisierung?
Zu „schlechterletzt“ gehen die Arbeitgeber dann noch hin und stellen nur für den Fall, dass ver.di solcher Arbeitgebervorstellung von „Modernisierung“ zustimmt, eine (wie viel ist fraglich) Lohn- und Gehaltserhöhung in Aussicht. Das ist schlicht Erpressung.
Die Arbeitgeber machen die Rechnung ohne die ver.di-Mitglieder. Mit dem heutigen Tag waren/sind bereits sieben Betriebe im Raum Herne-Bochum im Ausstand. Der Druck der Unternehmen und Konzerne erzeugt Gegendruck bei den Beschäftigten. Wir richten uns auf eine lange Tarifrunde ein.«

 
 
 
 


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