Dienstag 05.02.13, 19:02 Uhr

BoSys gehen – Pop-Akademie kommt

Die Initiative für das Bürgerbegehren “Musikzentrum” schreibt: »Bisher hieß es immer die Probensituation der BoSy [d.Red.: Bochumer Symphoniker] wäre unzureichend und können nur durch einen leider nicht realisierbaren Umbau der Örtlichkeiten am Prinz-Regent-Theater verbessert werden. Jetzt aber soll, wenn das Musikzentrum bezugsfertig ist, die Pop-Akademie in die jetzigen Probenräume der BoSy einziehen. Und siehe da zu diesem Zweck ist geplant, diese Räume aufwendig umzubauen. Auf einmal geht es. Sogar eine schicke, neue Fassade soll das Gebäude bekommen.
„Ein weiters Mal stellt sich heraus, dass die Bürger getäuscht wurden!“ so Gregor Sommer aus dem Sprecherrat des Bürgerbegehrens. „Jetzt ist klar, wenn man es denn gewollt hätte, dann wäre natürlich auch ein Umbau der Örtlichkeiten am Prinz-Regent-Theater für die BoSy möglich gewesen. Die unhaltbaren Zustände wurden den Symphonikern über Jahre nur zugemutet, um den Neubau des Konzerthauses zu rechtfertigen.“
„Nunmehr kommt auch der eigentliche Plan des Kulturdezernenten ans Licht“, so Andreas Sierigk. „Die Stadt wollte unbedingt die Pop-Akademie und ein Konzerthaus. Die Erforderlichkeit des „Musikzentrums“ ließ sich da prima mit den schlechten Probenräumen rechtfertigen. Jetzt rechtfertigt man die städtische Anschubsubvention für die Popakademie in Form der mietfreien Überlassung der Probenräume damit, dass die Miete von fast 50.000 Euro für die Räume ohnehin bis Oktober 2018 zu zahlen wäre, weil man diese bis dahin gemietet hätte.“
„Auch wird klar, wieso die Probenräume, trotzdem man die ganze Zeit den Umzug der BoSy in das „Musikzentrum“ plante, für solch eine lange Dauer, bis Ende 2018, angemietet wurden, stellt Dr. Volker Steude fest. Das Ziel war, die Politik auf diese Weise unter Zugzwang zu setzen und sie mit dem Problem zu beschäftigen, für die Räumlichkeiten am Prinz-Regent-Theater eine neue Nutzung zu finden. Denn Miete zahlen ohne Nutzung, das macht auch in Bochum keiner gerne. Entsprechend der gut geplanten Inszenierung zauberte jetzt SPD-Eiskirch die Pop-Akademie als Mietnachfolger aus dem Hut.“
Kleiner Wermutstropfen, nicht die Akademie, wie sonst bei Hochschulen des Landes üblich, zahlt die Miete bis 2018, sondern die Stadt. „Da spart das Land mal wieder auf Kosten der Stadt“, so Gregor Sommer.
Die Pop-Akademie soll nach dem Vorbild der Akademie in Mannheim gebaut werden. Bei dieser sind gerade die privaten Investoren abgesprungen, so dass jetzt Stadt und Land ihre jährlichen Subventionen deutlich erhöhen mussten (http://www.morgenweb.de/mannheim/mannheim-stadt/mannheim-muss-mehr-zahlen-1.863719). „Wenn die Akademie erstmal steht, ist auch in Bochum zu befürchten, dass aus der Anschubsubvention eine Dauerleistung der Stadt wird, um die Akademie am Leben zu erhalten“, mahnt Gregor Sommer. Die Stadt Mannheim kostet ihr Engagement mittlerweile 690.000 Euro im Jahr, obwohl bis heute nicht nachgewiesen werden konnte, dass durch die Akademie in Mannheim irgendwelche privatwirtschaftlichen Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. Im Gegenteil die Privaten Investoren haben sich als Gesellschafter zurück gezogen.«

3 LeserInnenbriefe zu "BoSys gehen – Pop-Akademie kommt" vorhanden:

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6. Feb. 2013, 00:11 Uhr

LeserInnenbrief von Christoph Nitsch:

Willkommen in Bochum- der Paul Mc Cartney-Stadt!
Nachdem uns Sascha Hellen, Sparkassen-Boss Volker Goldmann und seine Musikfreunde von der SOUND PARTY DIMENSION (SPD)(Ihr Musikzentrum wird uns noch lieb und TEUER werden!)für das 175-jährige Bestehen der Sparkasse ein töftes Konzert mit Sir Paul versprochen haben, geht der Rest der “Genossen” Musikfreunde sogar noch weiter!
Ganz im Geist des Liverpooler Barden und publikumswirksam beworben durch Thomas (Ice-Cube)Eiskirch und Michael “Pete” Towsend, soll auch in Bochum, das Geist und Stein werden, was es in Liverpool schon gibt- Guckst Du hier:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/abi/musik-tanz-buehnendesign-studieren-auf-mccartneys-schule-a-432449.html

Na dann: “Let it be”- auf Ruhrdeutsch: “Lasset sein!”

Christoph Nitsch


 

7. Feb. 2013, 16:33 Uhr

LeserInnenbrief von Jörg Obereiner:

Als Initiator der “Popakademie” möchte ich doch ein paar Dinge richtig stellen. Der Versuch, eine Popakademie im Ruhrgebiet einzurichten, war ein Projekt der Kulturhauptstadt. Der Impuls kam von Bündnis90/Die Grünen. Politisch begleitet wurde das Projekt vom RVR, der das mit breiter Mehrheit von den Linken bis zur CDU (ausgenommen hat sich nur die FDP) beschlossen hat.
Die Zeche Bochum ist dafür der ideale Standort.
Als Träger für so eine Einrichtung wurde die Folkwang Universität der Künste ins Auge gefasst, die sich, mit Landesunterstützung, für das Projekt engagieren wird.
Die Probenräume der Bosys sind aber alleinige Angelegenheit der Stadt Bochum. Das breite Engagement, nicht nur von Bochumer Akteuren, für eine Popakademie kann man damit nicht in Zusammenhang setzen.
Die konzeptionellen Vorüberlegungen für eine Popakademie heben sich übrigens deutlich von “Mannheim” ab.
Bitte mal tief durchatmen und die Kritik am musischen Zentrum nicht in einen Topf mit der “Popakademie” werfen.
Jörg Obereiner


 

27. Feb. 2013, 16:49 Uhr

LeserInnenbrief von Anton:

@JörgObereiner
Wann gehts denn los mit der Akademie? Bzw wann kann man sich bewerben usw.? Ich brenne praktisch schon drauf :-) greetz


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