Sonntag 14.10.12, 18:04 Uhr

Craniosakrale Selbstbehandlung

Norbert Hermann bietet in der VHS einen Kurs zur „Craniosakrale Selbstbehandlung“ an. Der Ankündigungstext: »„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann“ lautet ein weiser Spruch. Manchmal fühlt  sich der Kopf allerdings an „wie in einem Schraubstock“ oder „Knoten im Gehirn“ behindern das freie Denken. Hier kann die Osteopathie des Schädels helfen. Seit einigen Jahren gibt es auch die Möglichkeit einer Unterstützung durch Selbstbehandlung.
Durch die Übungen soll vor allem der Kopfbereich entspannt und die Beweglichkeit der Schädelknochen unterstützt werden. Nicht als Selbstzweck, sondern um dem Gehirn mehr Leichtigkeit und Flexibilität zu ermöglichen. Die körpereigene Selbstregulation wird gefördert, das Körperbewusstsein erweitert. – Diese Methode ist erst vor etwa 20 Jahren u.a. vom Kursleiter in Deutschland eingeführt worden und erfreut sich zunehmenden Zuspruchs. In Zeiten wachsender Stressbelastung kann sie Beschwerden vorbeugen und helfen zu lindern.
Der Kurs beginnt am Mittwoch, den 24. Oktober (18.00 –19.30 Uhr) in der VHS / Bildungs- und Verwaltungszentrum, Raum 1018 und erstreckt sich über acht Wochen. Anmeldung bei der VHS, Tel. 910 1555. Kosten: 44,00 Euro. Neben bequemer Kleidung sind eine leichte Decke und ein kleines Kissen mitzubringen.
Grundlage ist die Philosophie der Osteopathie, die von einer Beweglichkeit und Elastizität der Schädelknochen ausgeht und ein eigenständiges rhythmisches Schwingen des Gehirns und des umgebenden Hirnwassers (Liquor) annimmt. Mit viel Zeit und wenig Erwartung lauschen Sie der Weisheit Ihres Lebens und laden sich ein, los zulassen. „Die sanften Berührungen sind so leicht und klar wie der Flügelschlag eines Schmetterlings.“ (Daniel Agustoni).«

10 LeserInnenbriefe zu "Craniosakrale Selbstbehandlung" vorhanden:

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14. Okt. 2012, 21:30 Uhr

LeserInnenbrief von Arno Nühm:

„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann“.
Das Denken sollte hierbei relativ rational bleiben.
Craniosakrale Therapie ist „Esoterik“.
Die (indirekte) Propagierung derartiger Inhalte passt meiner Meinung nach nicht zum Selbstverständnis von bo-alternativ, welches sich erfreulicherweise ja auch u. a. immer wieder in eurer religionskritischen/antireligiösen Einstellung manifestiert.


 

14. Okt. 2012, 21:41 Uhr

LeserInnenbrief von Gott:

Amüsant wie Religionskritik und Esoterik auf bo-alternativ ihren Platz finden.
Hat der Spagat der friedlichen Koexistenz ein Konzept?


 

14. Okt. 2012, 23:48 Uhr

LeserInnenbrief von Norbert Hermann:

Danke für die Veröffentlichung.

Es war eher ein Versehen, dass die Ankündigung auch über meinen üblichen Presseverteiler ging. Bin mal gespannt, was Stefan Laurin dazu sagt …

Tatsächlich sind auch immer wieder Menschen aus dem (von mir vermuteten) bo-alternativ-Leser_innenkreis in meinen Kursen. Vielleicht braucht es ein wenig Humor, sich den Spass zu gönnen, aber es tut gut und erhält und erhöht die Widerstandsfähigkeit.

In den USA bedarf es zur Erlangung des „D.O.“ (doctor of osteopathie) eines anerkannten Hochschulstudiums, das mit einer kleinen Ergänzung auch berechtigt zur Führung des Titels „medical doctor“. Hier brauchte ich immerhin 1300 Stunden Fortbildung zur Erlangung der Befähigung zur Abrechung dieser Therapie mit einigen gesetzlichen Kassen.

In einer anderen von bo-alternativ beworbenen Veranstaltung
(http://www.bo-alternativ.de/2012/10/13/standardisiert-verarmt/)

sind übrigens einige Referentinnen Therapierichtungen zuzurechnen, die von bestimmten Wirtschaftsinteressen als „esoterisch“ bezeichnet werden. Des Weiteren findet sich dort auch ein Theologe (der auch Soziologe ist). Das scheint sie alle nicht zu hindern, konsequent politisch zu agieren. Was ich für mich ebenfalls in Anspruch nehme.

Wem der Cranio-Kurs nicht passt, dem/der empfehle ich meinen „Crash-Kurs Hartz IV“. Vielleicht gelingt mir ja mal eine Kombination aus beiden Ansätzen …

Nebenbei: Kürzlich erfuhr ich, dass einer der wichtigsten deutschsprachigen Anarchist_innen des zwanzigsten Jahrhundert, Gustav Landauer, sich intensiv mit dem mittelalterlichen Mystiker Meister Eckard beschäftigt hat. Im angesehenen linken Karin Kramer Verlag gibt es ein Buch dazu. Ebenso seit August d. J. den Titel „Anarchie und Spiritualität“. Ich bin gespannt auf den Inhalt.


 

15. Okt. 2012, 00:13 Uhr

LeserInnenbrief von Norbert Hermann:

Ergänzung:

BO-alternativ hat ja in esoterischer Hinsicht in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung erlebt. Das zeigt sich u.a. an dem intensiven Bewerben des Aikido-Trainings (Nr. 1. auf der Linkliste rechts und http://www.bo-alternativ.de/2012/04/17/mittwochs-in-langendreer-aikido/

Aikido basiert auf den Lehren der religiösen Ōmoto-kyō-Sekte. Dabei bedeutet Ai – „Harmonie“, Ki – „Lebensenergie“, „universelle Energie“, Do – „Lebensweg“. Sehr gut kombinierbar mit Craniosakraler Osteopathie.


 

15. Okt. 2012, 06:29 Uhr

LeserInnenbrief von WieBitte:

Na bravo.

Jetzt hält der esoterische Schwachsinn auch schon hier Einzug.

Was wird als nächstes propagiert? Die menschenfeindlichen Erziehungsmethoden Steiners oder doch direkt ab in die Hausfrauenecke und schön Werbung für Himöopathie?

“…damit das Denken siene Richtung ändern kann”
Leider hat der Cranio- Sacrale Unsinn nichts mit Denken zu tun, sondern ist wasserdicht erwiesene Scharlatanierie.

Von bo-alternativ ist man durchaus Hochwertigeres gewohnt!


 

15. Okt. 2012, 08:12 Uhr

LeserInnenbrief von Bitte sehr:

es ist schon interessant wie hier nie was geschrieben wird an leserinnenbriefen und dann kommt ein alternativmedizinthema mit religionseinflüssen und schon sieht man, dass politik scheinbar keinen mehr juckt.


 

15. Okt. 2012, 12:02 Uhr

LeserInnenbrief von Norbert Hermann:

@ “Bitte sehr”

Sehr gut getroffen. Da lobe ich mir doch so nen Esoteriker wie mich mit 100 % politischem Engagement.


 

15. Okt. 2012, 14:49 Uhr

LeserInnenbrief von Andreas:

Na ja, lustig, wie sich hier alle den Begriff „esoterisch“ um die Ohren hauen ohne ihn inhaltlich zu füllen ;-(
Von Anthroposophie über Homöopathie bis Aikido ist hier alles irgendwie esoterisch und damit scheiße.

Politisch gedacht müsste das Thema meiner Meinung nach lauten:
a) Wie macht kapitalistische Verwertungslogik Menschen physisch und psychisch krank?
und
b) Welche Alternativen zur ökonomisierten Maschinenmedizin (ok, ist ein bischen platt formuliert) gibt es.

Bis wir diese spannende Diskussion mal führen, würde ich den Spruch von Picabia „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann“ ergänzen um „Wer nach allen Seiten hin offen ist, kann nicht kann dicht sein“.


 

15. Okt. 2012, 21:20 Uhr

LeserInnenbrief von Gerhard Schneider:

Zum ersten Leserbrief ist noch zu bemerken:
Was hat Craniosacrale Therapie mit Esoterik zu tun?
Etwa wegen des Wortteils “sacral”, was sich aber auf das Kreuzbein des Menschen bezieht?

Wie kann eine Behandlung, die mechanisch auf die Wirbelsäule usw. einwirkt, esoterisch sein?


 

17. Okt. 2012, 12:48 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Ja bitte was? Die netten Leute vom Aikdio in Langendreer weltfremde Esoteriker_innen? Gar nicht wahr, da machen Leute aus allen Lebensbereichen, Altersstufen, Schichten und Berufen mit. Das ist ja das nette an solchen, sagen wir mal, quasi-dörflichen Vereinen. Dass mann und frau mal rauskommt aus den eigenen Milieus, in denen man und frau sich ständig gegenseitig recht gibt. Und dann ausflippt, sobald mal jemenschd widerspricht. Beim Vereine in Langendreer hätte Sektenlogik gar keine Chance.

Und ausserdem: Wenn überhaupt, dann ist Aikido katholisch. So!

http://www.benediktiner-damme.de/bwo/dcms/sites/bistum/extern/damme/Aikido/Selbstverteidigung.html

http://www.youtube.com/watch?v=he8btcFQzj0


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