Freitag 12.10.12, 20:05 Uhr

EU für Friedensnobelpreis nicht würdig

“Die Europäische Union hat den Friedensnobelpreis nicht verdient. Im Gegenteil: Ganz nach dem Motto ‘Krieg ist Frieden’ des Romans 1984 trägt die Preisverleihung Orwellsche Züge. Die Militarisierung der EU, ihre aggressive Außen- und Sicherheitspolitik mit zahlreichen Missionen weltweit wie auch die Verankerung einer Aufrüstungsverpflichtung und einer eigenen Rüstungsagentur im Vertrag von Lissabon erhalten jetzt den Glorienschein des Friedensnobelpreises. Statt Whistleblower wie Bradley Manning und Julian Assange stellvertretend für tausende Menschen, die unerschrocken für den Frieden eintreten und dafür verfolgt werden, auszuzeichnen, setzt das Nobelpreiskomitee die Tendenz fort, seinen Friedenspreis an Protagonisten der vorherrschenden und mit Krieg durchsetzten Weltordnung zu verleihen. Es muss für die Zukunft befürchtet werden, dass auch noch weitere Militärpakte, wie die NATO, ausgezeichnet werden.”, erklärt Sevim Dagdelen, Bochumer Mitglied des Bundestages anlässlich der Auszeichnung der Europäischen Union mit dem Friedensnobelpreis. Dagdelen weiter:
“Die Europäische Union tut sich gegenwärtig durch eine gewaltige Umverteilung von Reichtum von unten nach oben hervor. Sie befeuert damit einerseits nationalistische Bewegungen und löst damit zugleich legitime Proteste aus, die u.a. in Griechenland und Spanien nahezu alltäglich gewaltsam niedergeschlagen werden. Eine ähnliche Politik verfolgt die Europäische Union bereits länger in ihrer Erweiterungs-, Nachbarschafts und Außenpolitik und schottet sich selbst in Zusammenarbeit mit den repressivsten Regimen ab. Zu tausenden lässt sie Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken und in Lagern vor ihren Grenzen inhaftieren. Nicht zuletzt hat die Europäische Union Militäreinsätze zum ganz normalen Mittel ihrer Außenpolitik erklärt und als deren Ziel u.a. den Zugang zur Rohstoffen und sichere Handelswege erklärt. Als größter Rüstungsexporteur trägt die EU weltweit mit zu Krieg und Zerstörung bei.
Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU ist für freiheits- und friedensliebende Menschen ein Schlag ins Gesicht.”

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13. Okt. 2012, 05:02 Uhr

LeserInnenbrief von Wilmor:

„Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit, das Unabänderliche zu ertragen und die Weisheit, zwischen diesen beiden Dingen die rechte Unterscheidung zu treffen.“

Franz von Assisi


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