Freitag 28.09.12, 15:21 Uhr

Schichtarbeiter trifft „Renten-Utopie 67“

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) schreibt: »Von Arbeitnehmern in Bochum wird immer mehr Flexibilität erwartet. Nahezu sieben Prozent arbeiten jeden Samstag. Und mehr als jeder dritte Beschäftigte in Bochum muss samstags regelmäßig oder mindestens gelegentlich zur Arbeit. Das geht  aus einer Stichproben-Erhebung des Statistischen Landesamtes NRW aus dem vergangenen Jahr hervor. Gefragt wurde auch nach Spätarbeit: Demnach arbeitet mehr als jeder vierte Beschäftigte in Bochum regelmäßig oder sogar ständig bis 23 Uhr. Immerhin noch rund 17 Prozent müssen gelegentlich abends ihren Job machen. „Dazu kommen viele Arbeitnehmer in Bochum, die auch nachts ran müssen. Dabei gehen gerade die regelmäßigen Nachtschichten besonders an die Substanz“, sagt Yvonne Sachtje.
Die Geschäftsführerin der NGG Ruhr ruft dazu auf, die Nacht- und Schichtarbeit mit Augenmaß zu betreiben. Ebenso dürfe das Arbeiten am Wochenende und in den Abendstunden nicht ausufern. „Das macht die Menschen auf Dauer kaputt. Wer unregelmäßig und häufig nachts arbeiten muss, der hat heute schon kaum eine Chance, regulär in Rente zu gehen. Ein Großteil der Arbeitnehmer muss weit vorher aus dem Job ausscheiden. Die Menschen sind dann gesundheitlich einfach am Ende“, so Sachtje.
An das Erreichen der Rente mit 67 sei für Schichtarbeiter schon gar nicht zu denken. „Es wird deshalb höchste Zeit, dass die Parteien von der ‚Renten-Utopie 67’ abrücken. Und dass sie dies den Menschen vor der Bundestagwahl auch deutlich sagen“, so Sachtje. Die Geschäftsführerin der NGG Ruhr fordert darüber hinaus leichtere Zugänge zur Erwerbsminderungsrente und deren deutliche Aufstockung.
Gerade in Branchen mit niedrigem Lohnniveau seien viele Beschäftigte auf die Zuschläge für Nacht- und Schichtarbeit angewiesen. Deshalb hat die NGG die Initiative „Faire Arbeit. Gutes Leben.“ gestartet. „Wichtig ist, dass mehr Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Betrieben stattfindet“, so Yvonne Sachtje.«

Schichtarbeiter trifft „Renten-Utopie 67“ | Arbeitszeiten in Bochum:

Bei 7 Prozent gehört der Samstag fest dem Job – Jeder 4. Beschäftigte macht „Abend-Schicht“

 

Von Arbeitnehmern in Bochum wird immer mehr Flexibilität erwartet. Nahezu 7 Prozent arbeiten jeden Samstag. Und mehr als jeder dritte Beschäftigte in Bochum muss samstags regelmäßig oder mindestens gelegentlich zur Arbeit. Das geht nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Ruhr aus einer Stichproben-Erhebung des Statistischen Landesamtes NRW aus dem vergangenen Jahr hervor.

 

Gefragt wurde auch nach Spätarbeit: Demnach arbeitet mehr als jeder vierte Beschäftigte in Bochum regelmäßig oder sogar ständig bis 23 Uhr. Immerhin noch rund 17 Prozent müssen gelegentlich abends ihren Job machen. „Dazu kommen viele Arbeitnehmer in Bochum, die auch nachts ran müssen. Dabei gehen gerade die regelmäßigen Nachtschichten besonders an die Substanz“, sagt Yvonne Sachtje.

 

Die Geschäftsführerin der NGG Ruhr ruft dazu auf, die Nacht- und Schichtarbeit mit Augenmaß zu betreiben. Ebenso dürfe das Arbeiten am Wochenende und in den Abendstunden nicht ausufern. „Das macht die Menschen auf Dauer kaputt. Wer unregelmäßig und häufig nachts arbeiten muss, der hat heute schon kaum eine Chance, regulär in Rente zu gehen. Ein Großteil der Arbeitnehmer muss weit vorher aus dem Job ausscheiden. Die Menschen sind dann gesundheitlich einfach am Ende“, so Sachtje.

 

An das Erreichen der Rente mit 67 sei für Schichtarbeiter schon gar nicht zu denken. „Es wird deshalb höchste Zeit, dass die Parteien von der ‚Renten-Utopie 67’ abrücken. Und dass sie dies den Menschen vor der Bundestagwahl auch deutlich sagen“, so Sachtje. Die Geschäftsführerin der NGG Ruhr fordert darüber hinaus leichtere Zugänge zur Erwerbsminderungsrente und deren deutliche Aufstockung.

 

Gerade in Branchen mit niedrigem Lohnniveau seien viele Beschäftigte auf die Zuschläge für Nacht- und Schichtarbeit angewiesen. Deshalb hat die NGG die Initiative „Faire Arbeit. Gutes Leben.“ gestartet. „Wichtig ist, dass mehr Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Betrieben stattfindet“, so Yvonne Sachtje.

 
 
 
 


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