Freitag 23.03.12, 17:06 Uhr
Mieterverein warnt vor falschem Mietspiegel:

Fallen im Internet

Der Mieterverein Bochum warnt aus aktuellem Anlass vor Mieterhöhungen, die mit einem Mietspiegel aus dem Internet begründet werden und schreibt: »Hintergrund ist eine höchst öminöse Mieterhöhung, die ein Vereinsmitglied aus Altenbochum bekam. Die Mieterhöhung war mit dem – angeblichen – Bochumer Mietspiegel 2012 begründet, der dem Schreiben auch beilag. Dieser „Mietspiegel“ stammte aus dem Internet, und zwar von der Adresse www.wohnungsboerse.net/mietspiegel-Bochum/5178. Danach durfte die Altbauwohnung angeblich 5,62 € pro qm kosten. „Dieser Mietspiegel“, warnt Aichard Hoffmann vom Mieterverein, „ist Phantasie mit Schneegestöber.“ Der richtige Bochumer Mietspiegel werde nicht von „wohnungsboerse.net“ herausgegeben, sondern vom Arbeitskreis Mietspiegel, in dem Mieterverein, Haus + Grund, die Arbeitsgemeinschaft Bochumer Wohnungsunternehmen und die Stadt sitzen. Dort koste die gleiche Wohnung 4,78 €.
Hoffmann: „Wohnungsbörsen und Immobilienscouts leisten gute Dienste, wenn man online eine Wohnung suchen will. Aber die paar Dutzend Vertragsabschlüsse, die durch ihre Vermittlung zustande kommen, reichen nie und nimmer, um einen Überblick über die ortsübliche Vergleichsmiete zu liefern. Es ist ja nicht einmal garantiert, dass die Wohnungen dort auch zu dem angebotenen Preis vermietet werden. Unser Mietspiegel basiert auf mehreren Tausend Datensätzen tatsächlich gezahlter Mieten. Übrigens schreibt das Gesetz genau vor, wer einen Mietspiegel herausgeben darf: Die Interessenverbände und / oder die Stadt.“
Der Mieterverein nimmt dies zum Anlass, generell vor Rechtsauskünften aus dem Internet zu warnen. Dort gebe es zwar jede Menge Angebote, die meisten seien aber zweifelhafter Natur: „Viele Informationen sind völlig veraltet – die Rechtsprechung aber ändert sich ständig.“ Oft stoße man auch auf Foren, in denen Laien untereinander Informationen austauschen, die sie nur vom Hörensagen kennen. Und ebenso oft gebe es Lockvogelangebote von Rechtsanwälten, die auf neue Klienten hoffen – was dann aber nicht mehr kostenlos sei. Auch versteckte Kostenfallen seien zu finden oder scheinbar preiswerte “Pakete”, die sich bei Erhalt als wertlos entpuppten.
In jedem Fall sind die Auskünfte unverbindlich. Hoffmann: „Das gilt sogar für unsere eigene Homepage, obwohl wir viel Aufwand damit betreiben und eine riesige Fülle an Infos bieten. Und die sind alle garantiert kostenlos – auch für Nicht-Mitglieder.“
Der richtige Bochumer Mietspiegel ist auch im Internet zu finden, zum Beispiel unter www.mvbo.de/mietrecht/mietspiegel. Übrigens: Der Mietspiegel 2012 ist noch gar nicht fertig. Die Arbeitsgemeinschaft arbeitet noch an der Auswertung der Daten. Der Mietspiegel wird rückwirkend zum 1. 4. 2012 in Kraft treten.«

 
 
 
 


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