Samstag 14.01.12, 19:34 Uhr

Unsere Opfer zählen nicht

Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg

In der Reihe “Politischer Dienstag” geht es am 17. Januar  um 18.30 Uhr im KulturCafé an der Ruhr-Uni um das Thema:„Unsere Opfer zählen nicht“ – Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg”. Referent ist Karl Rössel. In der Ankündigung heißt es:
»Millionen Soldaten aus Afrika, Asien und Ozeanien haben im Zweiten Weltkrieg gekämpft, um die Welt vom deutschen und italienischen Faschismus sowie vom japanischen Großmachtwahn zu befreien. Allein Indien stellte 2,5 Millionen Kolonialsoldaten und China hatte mehr Opfer zu beklagen als Deutschland, Italien und Japan zusammen. Sowohl die faschistischen Achsenmächte als auch die Alliierten rekrutierten in ihren Kolonien Hilfstruppen und Hilfsarbeiter oftmals mit Gewalt. Japanische Militärs verschleppten zudem Hunderttausende Frauen aus Asien in ihre Frontbordelle. Rekruten aus den Kolonien, ob Freiwillige oder Zwangsverpflichtete, mussten sich mit weniger Sold, schlechteren Unterkünften und geringeren Kriegsrenten als ihre «weißen Kameraden» zufriedengeben. In der Dritten Welt gab es allerdings nicht nur Opfer, sondern auch Kollaborateure der faschistischen Achsenmächte, die im Krieg an deren Seite kämpften – von Nordafrika über Palästina, den Irak und Indien bis nach Indonesien.
Das Buch „Unsere Opfer zählen nicht“ – die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg (Verlag Assoziation A, Hamburg/Berlin), herausgegeben von Recherche International e.V. und dem Rheinischen JournalistInnenbüro in Köln, erinnerte 2005 erstmals an dieses vergessene Kapitel der Geschichte. Es entstand auf der Grundlage langjähriger Recherchen und zahlreicher Interviews mit Veteranen, ZeitzeugInnen und HistorikerInnen in 30 Ländern und gibt erstmals einen Überblick über die weitreichenden Folgen des Zweiten Weltkriegs in der Dritten Welt. 2008 sind zudem Unterrichtsmaterialien zum Thema mit Originaltönen von ZeitzeugInnen auf einer beiliegenden CD erschienen. Seit 2009 tourt eine Wanderausstellung zum Thema durch verschiedene Städte. (Weitere Infos zum Projekt: www.3www2.de)
Karl Rössel arbeitete von 1983 bis 2011 im Rheinischen JournalistInnenbüro in Köln als Autor für Hörfunk und Printmedien zu internationalistischen Themen. Buchveröffentlichungen u.a. über die Geschichte der Dritte Welt-Bewegung in der Bundesrepublik, den vergessenen Krieg in der Westsahara, den Missbrauch deutscher Entwicklungshilfe zur Aufstandsbekämpfung auf den Philippinen und die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg.«

 
 
 
 


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