Dienstag 06.12.11, 11:27 Uhr
Resolution gegen die Neonazi-Aktivitäten in Langendreer:

Bezirksvertretung Ost bezieht Stellung

Die Bezirksvertretung Bochum-Ost hat einstimmig eine Resolution gegen die Neonazi-Aktivitäten in Langendreer verabschiedet:
»Die Bezirksvertretung Bochum-Ost ist bestürzt und besorgt über die seit etwa einem dreiviertel Jahr massiver auftretenden und andauernden Aktivitäten von Neonazis in Bochum-Langendreer. Anwohnerinnen und Anwohner berichten von nationalsozialistischen Parolen, grölenden Personen, die meist zu nächtlicher Stunde durch Langendreer ziehen und Passanten, die sie zu Ruhe und Mäßigung auffordern, auf übelste Weise beschimpfen, mit Feuerwerkskörpern angreifen und verfolgen.  Mit dem Ruf “Zecke verrecke” wurden jüngst drei Personen auf der Alten Bahnhofstraße von drei Neonazis angegriffen. Eine Person wurde dabei leicht verletzt. Die Täter konnten flüchten und sind bis heute unbekannt.
Im ganzen Viertel häufen sich Schmierereien von Hakenkreuzen und anderen Nazisymbolen. Auch das Amtsgericht in Langendreer wurde Ziel der Schmierereien. Wenn man bedenkt, dass unter dem Zeichen des Hakenkreuzes Millionen Menschen durch die Nazidiktatur ermordet worden sind, sind das beileibe keine einfachen “Schmierereien”.
Nach Zeugenberichten griffen Nazis am Langendreerer S-Bahnhof drei Menschen an, brachen einem von ihnen das Nasenbein und schubsten die beiden anderen kurz vor Einfahrt der S-Bahn auf die Gleise. Die Polizei ermittelt in diesem Fall.
Der Bezirksbürgermeister Norbert Busche erhielt einen Drohbrief aus der Naziszene.
Es gibt Befürchtungen, dass der kürzlich stattgefundene Anschlag auf eine Pizzeria, die von Migranten betrieben wird, auch auf das Konto der Neonazis geht.
Die Bezirksvertretung Bochum-Ost bittet die Langendreerer Bevölkerung Zivilcourage zu zeigen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Zeigen Sie Straftaten, Pöbeleien und Beleidigungen der Neonazis bei der Polizei und Staatsanwaltschaft an und informieren Sie die Initiative “Langendreer gegen Nazis”.
Die Bezirksvertretung Bochum-Ost erwartet von Polizei und Staatsschutz, dass die Straftaten gründlich ermittelt, in ihrem Zusammenhang gesehen und systematisch verfolgt werden.
Die Langendreerer Bevölkerung hat eindrucksvoll durch die große Demonstration am 29. Oktober 2011 gezeigt, dass sie nicht gewillt ist, dem Treiben der Neonazis untätig zuzusehen.
Die Bezirksvertretung Bochum-Ost begrüßt und unterstützt, dass sich eine Initiative gebildet hat, die die Neonazi-Aktivitäten bekämpft.«

3 LeserInnenbriefe zu "Bezirksvertretung Ost bezieht Stellung" vorhanden:

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6. Dez. 2011, 17:17 Uhr

LeserInnenbrief von dudu:

Da hat es die Kommunalpolitik ja gerade doch noch dieses Jahr geschafft, wenigstens Stellung zu beziehen. Immerhin: nach all den Monaten des totalen Schweigens ein Riesenschritt!


 

6. Dez. 2011, 18:05 Uhr

LeserInnenbrief von Aber, aber!:

@ dudu:

Totales Schweigen war’s ja nicht durchgängig…..bis einschließlich Sommer gab’s statt Schweigen vielmehr Verharmlosungsversuche!

Gott sei Dank begann DANN im Anschluss des Herantretens der Bürgerinitiative an die Öffentlichkeit in der Politik ENDLICH ein Wachwerden.

Wir dürfen gespannt sein, was der Resolution folgen wird…..


 

7. Dez. 2011, 17:38 Uhr

LeserInnenbrief von Heino:

Ist ja interessant: wenn mensch heute, 7. Dezember 17.30 Uhr das Internet durchsucht, kann auf allerhand Seiten die Resolution gefunden werden: radiobochum, stadtspiegel, lokalkompass, bo-alternativ, langendreer-gegen-nazis …..

Sind das die Sprachrohre der Bezirksvertretung?

Kein eigener Kanal?

Keine “etablierte” Lokalpresse?

Oder ist die Resolution am Ende eine Erfindung von bo-alternativ? Hier tauchte sie ja als Erstes auf….


Terminmitteilungen bitte an
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