Dienstag 23.08.11, 15:12 Uhr
Der DGB zu den von Opel angedrohten Kündigungen:

Ohne Rücksicht auf Verlust vor die Wand?

Mit einem dringenden Appell hat sich DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund an die Opel Spitze gewandt: „Statt nach Perspektiven für das Werk zu suchen, scheint Opel sich nur mit Abbauplänen zu beschäftigen. Der Schaden für das Image ist groß, wenn es zu betriebsbedingten Kündigungen kommt. Das hat noch kein Automobilkonzern nötig gehabt.“ Es gäbe Alternativen wie Arbeitszeitverkürzung und Kurzarbeit.  Seit Beginn des Jahres hätten bereits 1.400 Opelaner ihren Austritt bzw. ihre Eigenkündigung aus dem Bochumer Opel-Werk erklärt. Davon sind 150 bereits nach Rüsselsheim gewechselt. „Damit hat die Belegschaft erneut ihre große Bereitschaft zur Flexibilität bewiesen. Jetzt ist Opel am Zug“, so Hermund.
Die Sozialauswahl für die jetzt vorliegenden 89 Kündigungen sei nicht plausibel, willkürlich und fehlerhaft. Diese Sozialauswahl hat die Unternehmensleitung einseitig vorgenommen. Die Zuordnung in 50 Vergleichsgruppen sei weder den Beschäftigten noch dem Betriebsrat bekannt und nicht überprüfbar.
„Die Produktionszahlen steigen, Sonderschichten sollen geplant sein. Wer ein gutes Produkt hat und qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sollte dieses Kapital nicht verplempern. Jetzt muss Opel für Perspektiven sorgen, statt ohne Rücksicht auf Verluste vor die Wand zu fahren. Man sägt nicht den Ast ab, auf dem man sitzt. Wo bleibt das neue Modell zur Auslastung des Werkes?“ mahnt Hermund.

 
 
 
 


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