Dienstag 16.08.11, 22:00 Uhr

Wirtschaftsextremismus in der IHK

Die Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet mit Sitz in Bochum hat im letzten Jahr einen CDU Hardliner zu ihrem Geschäftsführer gemacht. Siehe Meldung vom 15. 9. 2010. Es lohnt sich, die Pressemitteilungen zu verfolgen, die jetzt von dieser Körperschaft öffentlichen Rechts verbreitet werden. Heute z. B.: »„Man schöpfe tief aus dem grünen Ideologie-Brei, verziere das Ganze mit einem gehörigen Schuss Anti-Wirtschafts-Haltung – und fertig ist ein überflüssiger Vorschlag, der die Wirtschafts- und Metropolregion Ruhrgebiet ein Stück ins vorletzte Jahrhundert schubst.“ Mit dieser unmissverständlichen Kritik reagiert Helmut Diegel, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet, auf eine Einlassung von NRW-Verkehrsstaatssekretär Horst Becker, die Lkw-Maut müsse „deutlich“ erhöht werden.«

2 LeserInnenbriefe zu "Wirtschaftsextremismus in der IHK" vorhanden:

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18. Aug. 2011, 01:17 Uhr

LeserInnenbrief von Reinhard Wegener:

Wohin eine derartig reaktionär-marktradikale Haltung bei dem ehemaligen Spitzenbeamten und RP Arnsberg, Helmut Diegel, führt, darüber berichtet die Dortmunder Lokalpresse (und kürzlich auch die Süddeutsche Zeitung) ausführlich: der unglaubliche Envio-Skandal inklusive der PCB-Verseuchung fast des gesamten Dortmunder Hafengebiets war dem RP von Insidern schon lange angezeigt worden. Es gab daraufhin aber keine rigorosen Interventionen bzw. unangemeldete Prüfungen, sondern die (wirtschaftsfreundlichen) Anfragen, wann es denn recht wäre, einmal vorbei zu schauen. Außerdem hatte Diegel für “Verschlankung” der Prüforgane gesorgt: ausreichend kompetentes Personal für überraschende Außeneinsätze war kaum mehr vorhanden. Die Folgen: massive PCB-Vergiftungen bei den meisten Envio-Beschäftigten, deren Angehörigen und vielen in der Nähe Arbeitenden. In den Spitzenbelastungen mit PCB sind mehrtausendfach überhöhte Werte bei etlichen Betroffenen gemessen worden. Jetzt sind traurigerweise die ersten Krebsfälle diagnostiziert worden.
Es überrascht übrigens nur Gutgläubige, dass bisher alle Verantwortlichen – weder von Envio noch von der zuständigen Aufsichtsbehörde unter der Leitung des Regierungspräsidenten Diegel, nach wie vor frei herumlaufen dürfen.


 

18. Aug. 2011, 06:25 Uhr

LeserInnenbrief von Redaktion:

Zur Ergänzung von Reinhard Wegener:
Das Online-Portal der WAZ-Gruppe hat eine beachtenswerte Präsentation des Envio-Skandals veröffentlicht: http://envio.derwesten.de/

Der angesprochene Artikel in der SZ “Skandal um Firma Envio – Das Gift der Stadt” ist online zu finden unter: http://www.sueddeutsche.de/politik/skandal-um-firma-envio-das-gift-der-stadt-1.1131061


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