Dienstag 29.03.11, 12:32 Uhr
„Sarrazin –ein deutscher Skandal oder Normalität?“

Veranstaltung gegen Sarrazynismus

Im Rahmen der Reihe: “Argumente gegen Sarrazynismus“ des Bochumer Bündnisses gegen Rechts führt Die Linke. Bochum die Auftaktveranstaltung durch. Zu dem Thema „Sarrazin –ein deutscher Skandal oder Normalität?“ hat der Kreisverband den Bochumer Theologen und Historiker Wolfgang Dominik zu einer Diskussionsveranstaltung am Montag, den 4. April um 19.00 Uhr in die Räumlichkeiten von ver.di, Universitätsstr. 76 (Hintereingang) in Bochum eingeladen. In der Einladung zu der Veranstaltung heißt es: „Es wird auf die Skandalisierung Sarrazins kritisch eingegangen, indem er in die bundesrepublikanische Entwicklung eingeordnet wird, nicht zuletzt in die Entwicklung der SPD, der Sarrazin immer angehörte und wahrscheinlich auch weiterhin angehören wird. Gerade die gegenwärtige Debatte, ob Hartz-IV-EmpfängerInnen sich mit 16 Cent mehr pro Tag nicht doch ein noch viel süßeres Leben machen könnten, zeigt, dass Sarrazin so allein nicht steht – und nie stand. Denn zu seiner Verteidigung bieten sich hochrangige Sozialdemokraten an. Sarrazin gilt es auch einzuordnen als Lautsprecher der deutschen Shareholder und Profiteure des herrschenden Systems.“
Christian Leye, Sprecher des Kreisverbandes ergänzt: „Für uns ist es wichtig zu betonen, dass Sarrazin und seine rassistischen Veröffentlichungen nicht isoliert vom herrschenden Gesellschaftssystem betrachtet werden können. Die Ethnisierung von sozialen Problemen und die Hetze gegen die Betroffenen von Hartz IV sind ideologische Mittel, um die massiven Umverteilungen zugunsten der Besitzenden zu rechtfertigen und zu legitimieren. Denn Sarrazin hetzt gegen „die da Unten“, sie mögen ihre Verweigerungshaltung gegen ihre „Integration“ endlich aufgeben. Die Frage nach den gesellschaftlichen Ursachen für Armut wird verschleiert, wenn ein vollkommen enthemmter Nützlichkeitsdiskurs sich mit dem offenen Rassismus von Sarrazin verbindet. Dem möchten wir mit der Veranstaltung entgegen wirken.“
Zum Referenten: Wolfgang Dominik ist Theologe, Historiker und Sozialwissenschaftler. Er war ca. 35 Jahre Lehrer für den 2. Bildungsweg und Lehrbeauftragter für Soziologie an der Uni Dortmund.

 
 
 
 


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