Mittwoch 23.02.11, 13:36 Uhr
Gegen Leiharbeit und prekäre Arbeit

Aktionstag: Was läuft am 24. Februar?

Arm trotz Arbeit

Mit betrieblichen Aktionen, Sklavenmarkt und politischen Nachtgebet ruft der DGB-Bochum mit ver.di und IG Metall über den ganzen Donnerstag zu einem Aktionstag gegen prekäre Beschäftigung auf. Mit dem Slogan “Gleiche Arbeit? – Gleiches Geld?” finden in allen von der IG Metall organisierten Betrieben innerbetriebliche Veranstaltungen und Aktionen statt, öffentliche Kundgebungen vor Bochumer Betrieben bei Johnson Controls (13:00h), Bochumer Eisenhütte (13:45h) und Doncasters (13:30). Betriebsratsvorsitzender Dirk Stüter (Doncaster): “Die Struktur prekärer Arbeit hat mehrere Facetten, neben Leiharbeit kommen Outsourcing, wie auch Werks- und befristete Arbeitsverträge dazu.” Ab 16:00 Uhr organisiert ver.di einen modernen Sklavenmarkt vor dem Bochumer Hauptbahnhof. Unter dem Motto “Schnäppchen-Markt – Super! Arbeit ganz billig!” wird ein Sklaventreiber angekettete Leibeigene aus verschiedenen Bereichen der Arbeitswelt anpreisen. “Es ist ein Skandal,” so Gudrun Müller, “dass z.B. die Arbeiterwohlfahrt Ruhr-Mitte (AWO)  ein 100%-iges Tochterunternehmen gegründet hat, die GeSo mbH (Gesellschaft für soziale Dienstleistungen), die als unternehmenseigene Leiharbeiterfirma wirbt und tariflos ist, also dem AWO-Tarifvertrag nicht unterliegt. Auf diesem Weg gelangt die AWO an billige Arbeitskräfte und praktiziert Lohndumping. Ebenfalls sind 25.000 Mini-Jobs allein in Bochum Teil der prekären Arbeit. Viele Menschen sind arm trotz Arbeit und zusätzlich auf Hartz IV angewiesen. Exemplarisch und plakativ werden wir auf dem Sklavenmarkt verschiedene Berufe und Tätigkeiten darstellen.” Mit einem “Politischen Nachtgebet” des Ökumenischen Initiativkreises wird der Aktionstag um 19:00 Uhr in der Liebfrauenkirche in Bochum beendet. Zu prekären Arbeitsverhältnissen sprechen u.a. Agnes Westerheide (Gewerkschaftssekretärinn ver.di) und Petra Vogel (Betriebsratsvorsitzende bei Wi-med).

 
 
 
 


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