Donnerstag 03.02.11, 14:18 Uhr

Anti-Nazi-Prozess in Dortmund

Bochumer Opfer und Nebenkläger braucht Solidarität!

Am Dienstag, 8. Februar 2011 findet um 9.30 Uhr im Amtsgericht Dortmund, Gerichtsstraße 22 (in der Nähe vom Ostentor) in der 2. Etage, Sitzungssaal 1.201 der Prozess gegen den Dortmunder Neonazi Axel Thieme statt. Der seinerzeit überfallene Bochumer Tim B. wird bei dem Prozess als Nebenkläger aussagen und würde sich über massenhafte Unterstützung aus Bochum freuen. Zum Hintergrund heißt es in einem Aufruf: „Am Abend des Dortmunder Christopher-Street-Days (CSD), dem schwul-lesbischen Stadtfest, am 30. August 2009 wurde der Bochumer Queer-Aktivist Tim B. vom Mitglied des Dortmunder Stadtrats Axel Thieme (NPD) am Dortmunder Hauptbahnhof angegriffen. Er sorgte bei ihm für eine Gehirnerschütterung und zertrümmerte seine Brille. Tim B. hatte Glück, dass sein Auge nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. In unmittelbarer Nähe des CSD verteilte Thieme, der in Dortmund auch für das Amt des Oberbürgermeisters kandidierte, mit zwei Begleitern Flugblätter zur Kommunalwahl, die am nächsten Tag stattfand. Tim begleitete die Nazis damals mit einer kleinen Gruppe Antifas, die sich auf dem CSD zusammengefunden hatten. Wir wissen: Aus drei Nazis können in Dortmund auch schnell 300 Nazis werden. Erinnern wir uns: Im selben Jahr wurde die alljährliche 1. Mai-Demo des DGB von etwa 300 Nazis angegriffen. Den Nazis war zuvor eine Demo in Dortmund untersagt worden. Unter dem Vorwand zu einer anderen Nazi-Kundgebung nach Siegen fahren zu wollen, versammelten sie sich am Hauptbahnhof. Die Polizei war völlig unvorbereitet. Spätestens seit diesem Ereignis sollte Jeder und Jede begriffen haben, dass die Nazis Dortmund als die Ihre Stadt begreifen – und auch, dass die Polizei sie dabei gewähren lässt. Daher sind auch die Gäste des Dortmunder CSD erst einmal besorgt, wenn sie Naziaktivitäten in der Nähe beobachten. Die Gruppe um Thieme bewegte sich in den Hauptbahnhof hinein und hielt sich dort eine Zeit lang auf. Völlig unvermittelt fing der NPD-Oberbürgermeisterkandidat an, einige der mobilisierten CSD-Teilnehmer zu schubsen. Anschließend griff er Tim an und brachte ihm seine Verletzungen bei. Es ist schon bemerkenswert, dass die Nazis mitten im Bahnhof Menschen angreifen – in vollem Lichte der Öffentlichkeit. Und noch viel erstaunlicher ist, dass der Spitzenkandidat der NPD hier der Aggressor war: Axel Thieme, in der letzten Legislaturperiode Ratsmitglied, das über die DVU einzog, seit der letzten Kommunalwahl das Ratsmitglied der NPD im Dortmunder Stadtrat. Thieme kandidierte auch bei der Bundestagstags- und bei der Landtagswahl auf vorderen Listenplätzen für die NPD. Schon vor über 5 Jahren wurde mit dem Mord an dem Punker Schmuddel klar, wie sicher sich die Nazis in Dortmund fühlen: Schmuddel wurde in der U-Bahn-Station Kampstraße brutal erstochen. Die Nazis sind nicht nur pubertierende Jungs, die auf alles eindreschen, was nicht in ihr Weltbild passt. Es sind auch und gerade die Funktionäre der faschistischen Parteien, die mit Gewalt gegen MigrantInnen, Behinderte, Antifas und Lesben und Schwule vorgehen. Diesem Treiben muss ein Ende bereitet werden! Für das Verbot aller faschistischen Organisationen! Deshalb: Kommt zum Prozess gegen Axel Thieme! Tim B. wird bei dem Prozess als Nebenkläger aussagen und ist auf Eure Unterstützung angewiesen. Dienstag, 8. Februar 2011, 9h30 Amtgericht Dortmund, Gerichtsstraße 22, Dortmund (in der Nähe vom Ostentor), 2. Etage, Sitzungssaal 1.201″

 
 
 
 


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