Mittwoch 02.02.11, 16:22 Uhr

Aus SEB wird Santander

Die Soziale Liste schreibt: »Überrascht wurden die KundInnen der SEB-Filialen in Bochum und Wattenscheid vom Eigentümerwechsel ihrer Bank. Zum 31. Januar hat die „Santander Consumer Bank AG“ die Filialen und KundInnen der SEB-Bank übernommen. Nachdem vor mehreren Monaten eine recht vage Information über den Verkauf erfolgte, wurde jetzt der Besitzerwechsel der Filialen lediglich durch einen Schriftzug auf den Kontoauszügen und durch rote Plakate angezeigt.
Die Soziale Liste im Rat findet dieses Verhalten mehr als merkwürdig. Durch diese Geheimniskrämerei werden Befürchtungen verstärkt, dass der Bankenwechsel auf Kosten der Belegschaft und KundInnen gehen soll. Mit der „Standardisierung von ihren Bankprodukten”, der Nichtanwendung des Banken-Tarifvertrages und einer Ausdünnung des Personals ist die Bank wiederholt in die Schlagzeilen und Kritik geraten. Die Gewerkschaft ver.di schrieb vor einigen Wochen: „Santander sei allerdings in der Vergangenheit in Deutschland durch eine Geschäftspolitik aufgefallen, die wenig Rücksicht auf die Interessen der Beschäftigten genommen habe”.
Nuray Boyraz, Ratsfrau der Sozialen Liste kritisiert, dass mit der Konzentration im Bankenbereich die Gefahr bestehe, dass Leistungen und Beratungen für KundInnen und finanzielle und soziale Leistungen für die Angestellten in Frage gestellt werden.
Die schwedische Bank SEB hatte kürzlich für 555 Millionen Euro ihr Privatkundengeschäft in Deutschland an die spanische Banco Santander verkauft. 173 Filialen haben jetzt den Besitzer gewechselt. Die Banco Santander verdoppelt damit die Zahl ihrer Geschäftsstellen in Deutschland. Die SEB, die vor zehn Jahren das Privatkundengeschäft der früheren Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) übernommen hatte, besaß in Deutschland über eine Million Privatkunden. Mit nunmehr sieben Millionen KundInnen rangiert Santander jetzt auf Platz vier der Privatkunden-Rangfolge unter den Banken.«

 
 
 
 


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