Montag 24.01.11, 14:40 Uhr
Trotz Kritik des Bundesrechnungshofes:

Bochum will an Ein-Euro-Jobs festhalten

Die Soziale Liste schreibt: »Der Nutzen von Ein-Euro-Jobs ist äußert beschränkt – jedenfalls für die Langzeitarbeitslosen. Für Kommunen oder Wohlfahrtsverbände kommen die Billigjobber hingegen recht, um – eigentlich gesetzeswidrig – Personalkosten zu reduzieren. So kritisch urteilte der Bundesrechnungshof vor wenigen Wochen in einem Prüfbericht über die Ein-Euro-Jobs. Trotz dieser und der weiteren Kritik, will die Stadt Bochum und das Job-Center auch 2011 an dieser Form von Beschäftigungsmaßnahmen festhalten. Das teilte jetzt die Verwaltung der Sozialen Liste im Rat in Beantwortung einer Anfrage mit. Daraus geht auch hervor, dass im vergangenen Jahr im Durchschnitt 925 Menschen monatlich in Ein-Euro-Jobs beschäftigt waren.
In der Mitteilung an die Soziale Liste wird außerdem dargestellt, das im November 2010 insgesamt 24 Träger aus Bochum und Wattenscheid 898 Ein-Euro-Jobs zur Verfügung gestellt haben. Neben sogenannten Bildungseinrichtungen sind es vor allem kirchliche Einrichtungen, die Ein-Euro-Jobber beschäftigen. Mit 126 Stellen ist „SKM – Wattenscheider Berufs-Bildungs-Zentrum gGmbH” führend. Beschäftigung für Ein-Euro-Jobber stellen auch die Wattenscheider Tafel, der Caritas-Verband Bochum e. V., das BfW des DGB, die AWO (Bobeq), das Deutsche Rote Kreuz, die Jüdische Kultusgemeinde und die Ifak e. V. Mit 53 Stellen ist auch das „Gisela Vogel – Institut für berufliche Bildung”, dabei.
Die Soziale Liste Bochum unterstützt die Kritik des DGB, der von einem Drehtüreneffekt gesprochen hatte, weil nach Ende der Maßnahmen, die viel Geld verschlingen, die Menschen wieder ohne Arbeit da stehen und kaum tarifliche Dauerarbeitsplätze entstehen. Die Soziale Liste Bochum kritisiert auch, das die Praxis der Ein-Euro-Jobs dazu geführt hat, dass offensichtlich ein ganz neuer Wirtschaftszweig mit öffentlichen Mitteln entstanden ist und ein Billigstlohnsektor geschaffen wurde.
„Die Soziale Liste lehnt die Ein-Euro-Jobs ab, da sie die Menschen ihrer Würde berauben und einen Arbeitszwang darstellen und reguläre Beschäftigungsverhältnisse zerstören”, so Nuray Boyraz, Ratsfrau der Sozialen Liste.

 
 
 
 


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