Dienstag 18.01.11, 12:10 Uhr

Soziale Liste gegen weiteren Golfplatz

Die Soziale Liste Bochum im Rat kritisiert die neuerlichen Planungen für einen Golfplatz auf dem früheren Amalia-Gelände und dem Berghofer Feld in Harpen und Werne: »Die Kritik richtet sich insbesondere dagegen, dass damit ein großes Mischgelände mit landwirtschaftlicher Nutzung, renaturierter Halde und Industriebrache der öffentlichen Nutzung zur Freizeit, Erholung und Naturschutz entzogen wird. Wir wenden uns vor allem dagegen, dass die Stadt Bochum auch noch 10 ha Fläche aus städtischem Besitz zu diesem fragwürdigen Projekt beisteuern will. Wir wenden uns gegen diese Enteignung von öffentlichem Eigentum, umso mehr, als im Ruhrgebiet bereits 20 Golfplätze existieren.
Nach den Erfahrungen mit dem bestehenden Golfplatz in Stiepel ist eine weitgehende Einzäunung des Geländes und Kennzeichnung mit Schildern „Betreten verboten” zu befürchten. Auf den Golfflächen droht hochgradige Monokultur, im Gelände werden natürliche Lebensräume gestört und zerstört, künstliche Beleuchtung sowie hohes Verkehrsaufkommen schaffen weitere zusätzliche Belästigungen.
Die Umwelt und die Lebensqualität sind in Werne in der Vergangenheit durch die Zechen „Robert Müser”, „Amalia” und die chemischen Betriebe so stark wie in keinem anderen Bochumer Stadtteil belastet worden. Die Renaturierung und Aufforstung ehemaliger Industrieflächen, das Entstehen von Naherholungs- und Landschaftsschutzgebieten hat dem Stadtteil und den BürgerInnen gut getan. Sie werden vielfältig genutzt. „Wir sind empört, dass jetzt die BürgerInnen aus einem wichtigen Erholungsgebiet wieder vertrieben werden sollen”, so Helgard Althoff von der Sozialen Liste.
Das Gebiet in Werne, das jahrzehntelang durch Kohlebergbau und chemische Produktion gekennzeichnet war, sollte jetzt eine Ruhe- und Regenerationsphase bekommen, ebenso die AnwohnerInnen. Aus diesem Grund sollte die erneute Ausbeutung von Grund und Boden ausgeschlossen und das Gebiet zu einen Landschafts- und Naturschutzgebiet erklärt werden und jegliche Bebauung, auch mit Blick auf die hohe Bodenkontamination auf dem Amalia-Gelände, ausgeschlossen werden.«

 
 
 
 


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