Dienstag 31.08.10, 20:00 Uhr

DGB: Maßnahmen senken Arbeitslosenzahl

Zu den Arbeitsmarktdaten für den Monat August 2010 erklärte der Vorsitzende der DGB-Region Ruhr Mark Michael Hermund: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in allen Bereichen zeigt die Anfälligkeit des Arbeitsmarktes. Die Arbeitslosigkeit wäre noch höher, wenn alle Menschen in Qualifizierungsmaßnahmen mitgezählt würden. Es ist aber auch ein Beleg für die Wirksamkeit von Arbeitsmarktpolitik. Das darf aber nicht als Signal für Entwarnung gewertet werden. Die Zahl der Menschen in Arbeit ist nicht gestiegen. Zweitens wirkt sich eine geänderte statistische Erfassung im Bereich von Maßnahmen zur beruflichen Aktivierung (,Trainingsmaßnahmen’) aus, die im Ergebnis zu einer statistischen Entlastung der Arbeitslosenzahl um 1.802 Personen führt.
Drittens sind die offiziellen Arbeitslosenzahlen der Arbeitsagentur Stichtagserhebungen, wodurch insbesondere die Zahl der Langzeitarbeitslosen statistisch unterzeichnet wird. Durch die gängige Praxis „rein in die kurzfristige Maßnahme, raus aus der Maßnahme” zeichnet die Stichtags-Statistik kein realistisches Bild von dem, was arbeitsmarktpolitisch notwendig ist. Menschen in ,Trainingsmaßnahmen’ oder Ein-Euro-Jobs werden nicht als Arbeitslose gezählt; ebenso wenig diejenigen, die angeblich nicht mitwirken oder kurzfristig – z.B. wegen Krankheit – dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Damit führt diese Rotation am Arbeitsmarkt zu einer beschönigenden Statistik.
Das zeigt, dass der Handlungsdruck am Arbeitsmarkt deutlich höher ist, als durch die registrierte Arbeitslosigkeit suggeriert wird. Die wirkliche Arbeitslosigkeit in Bochum ist um 27 % höher. Fast 24.000 Menschen suchen Arbeit, während die Statistik nur 18.569 ausweist.”

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29. Okt. 2010, 11:28 Uhr

LeserInnenbrief von Guenter:

Liebe Kollegen,

wenn es die Medien schon nicht machen, die Regierungen, egal welche, ohnehin nicht, wäre es sinnvoll und hilfreich, wenn die Gewerkschaften monatlich eine Grafik über die Beschäftigung und die Erwerbslosen veröffentlichen würden.
Erwerbslos gemeldete und als solche bei der Bundesagentur für Arbeit geführt.
Erwerbslose, die in privater Vermittlung sind und nicht gezählt werden.
Menschen, die in die 58er Regelung fallen und nicht aufgeführt werden.
Erwerbslose, die sich in (sinnlosen) Maßnahmen befinden und nicht in der Statistik erscheinen.
Erwerbslose in (sinnlosen) 1-Euro Jobs
Vermutete Erwerbslose, die aus versch. Gründen nicht gemeldet sind usw.
Sollte es eine solche Graphik geben, wäre ich dankbar für einen solchen Hinweis.
Und zum Schluss, wir sollten nicht von Arbeitslosigkeit reden, sondern von Erwerbslosigkeit, denn erwerbslose Menschen haben mitunter viel Arbeit.
Gruss
Günter Schwarz


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