Mittwoch 28.07.10, 16:00 Uhr
Keine Schokotickets für Menschen, die einen Schulabschluss nachholen

Für viele ein echtes finanzielles Problem

Viele SchülerInnen, die ihren Schulabschluss an der Volkshochschule oder anderen, nach dem Schulgesetz nicht anerkannten Trägern nachmachen, bekommen im neuen Schuljahr kein Schoko-Ticket des VRR mehr. Darauf weist die Grüne Ratsfraktion hin. Weiter schreiben sie: “Für viele der zum Teil schon älteren SchülerInnen bedeutet das eine kaum auszugleichende finanzielle Mehrbelastung. Ein Schoko-Ticket können nur SchülerInnen einer öffentlichen, staatlichen oder staatlich anerkannten allgemein bildenden Schule bekommen. Volkshochschulen und Weiterbildungskollegs gehören zum Beispiel nicht dazu. Trotzdem haben die Verkehrsunternehmen in der Vergangenheit das Schokoticket auch an SchülerInnen ausgegeben, die beispielsweise ihren Hauptschulabschluss an der Volkshochschule nachholen. Und das war auch gut so, denn viele der Betroffenen haben nur ein geringes Einkommen und für ein reguläres Ticket nicht genug Geld.

Der VRR hat die Verkehrsunternehmen nun allerdings noch einmal auf diese nicht zulässige Praxis hingewiesen. In der Konsequenz heißt das, dass viele Schülerinnen kein Schoko-Ticket mehr bekommen bzw. auf das wesentlich teurere Young-Ticket umsteigen müssen. Das ist für die meisten von ihnen ein echtes finanzielles Problem. Nach Informationen der Grünen bekamen bisher alleine bei der Bochumer Volkshochschule im Programmbereich Schulabschluss PLUS pro Semester ca. 200 TeilnehmerInnen das Schoko-Ticket. Dazu kommen die SchülerInnen des Weiterbildungskollegs. Insgesamt sind im VRR-Gebiet ca. 4500 SchülerInnen betroffen. Nach Kündigung des Schoko-Tickets (Kosten: 27,65 € monatlich als Selbstzahler) sind sie gezwungen das Young-Ticket zu abonnieren, das allerdings je nach Schulweg von 43,10 € in der Preisstufe A bis zu 88,25 € in der Preisstufe D kostet. Diese Mehrkosten sind von vielen TeilnehmerInnen nicht tragbar. Das kann bedeuten, dass SchülerInnen ihre Schulabschlusskurse abbrechen müssen. Das kann niemand ernsthaft wollen.”
Martina Foltys-Banning, grünes Ratsmitglied und Vertreterin der Stadt Bochum im VRR sagt dazu: “Wir Grünen werden uns für eine Änderung des Schulfinanzgesetzes auf Landesebene einsetzen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Schulträger, im Regelfall die Kommunen, zu Ausgleichszahlungen für das ermäßigte Schoko-Ticket verpflichtet sind. Erst die Kombination aus Zahlungen des Schulträgers und Ausgleichszahlungen des Landes führen zu dem günstigen Preis des Tickets. Im Koalitionsvertrag von Grünen und SPD im Land ist bereits die Rücknahme der von der alten CDU-FDP-Landesregierung beschlossenen Kürzungen bei den Schülerfahrtkosten vereinbart. Das bietet Spielraum, um die im Vergleich dazu relativ geringe Anzahl der vom Wegfall des Schoko-Tickets betroffenen SchülerInnen mit aufzunehmen.”

 
 
 
 


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