Dienstag 30.03.10, 11:00 Uhr
DGB: Auch für die Stadtverwaltung gilt:

Ausbildung ist Zukunft

Alljährlich wird in den offiziellen Verlautbarungen die Lage auf dem Lehrstellenmarkt schön gerechnet meint der DGB. Für den DGB-Regionsvorsitzenden Michael Hermund ist das mehr als ärgerlich: „Zum einen werden die Zahlen statistisch geschönt und das wissen die allermeisten Beteiligten. Zum anderen werden dann daraus auch noch falsche und völlig unzureichende Schlussfolgerungen gezogen.”  In der Wirklichkeit hat die Krise auch den Ausbildungsmarkt längst erfasst. Der DGB verweist darauf, dass im letzten Ausbildungsjahr 2008/2009 im Bereich der Arbeitsagentur Bochum 262 Ausbildungsverträge weniger abgeschlossen wurden als im Vorjahr.
Immerhin ein Rückgang der Ausbildungsbereitschaft um 7,3% auf nunmehr 3.304 abgeschlossene Verträge. Über 10.000 Ausbildungsverträge weniger wurden landesweit abgeschlossen. Rund 83.000 Jugendliche gingen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz bundesweit leer aus – und das trotz des demographischen Rückgangs der Bewerberzahlen.
Knapp 73.456 dieser Jugendlichen wurden in „Warteschleifen” wie Praktika oder berufsvorbereitenden Maßnahmen geparkt.
Dieser Tendenz gilt nach Aussagen des DGB auch für Bochum. Auch hier stehen den suchenden Jugendlichen viel zu wenig Ausbildungsstellen zur Verfügung. „Für das aktuelle Jahr fürchte ich einen weiteren Rückgang der Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen. Nur etwa die Hälfte der Bewerber wird einen Platz bekommen. Wir brauchen einen Schutzschirm für Ausbildung”, meint der DGB Vorsitzende.
Die immer noch offene Situation für die Einstellung der Azubis bei der Stadt Bochum für das laufende Jahr empfindet der DGB als unverantwortlich und sei ein Negativbeispiel für die örtliche Wirtschaft.
„Hier sind sofort Entscheidungen zu fällen, um den Jugendlichen die Möglichkeit zur Einstellung zu sichern. Eine Halbierung der Ausbildungskapazität bei der Stadt in der jetzigen Situation ist peinlich. Hier müssen die Ratsparteien eingreifen. Ausbildung ist Zukunft und das gilt auch für die Stadtverwaltung,” so Hermund.
Noch in diesem Frühjahr sollten sich die Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft sowie alle anderen Akteure treffen, um über einen Schutzschirm für Ausbildung und Zukunft der Jugendlichen zu diskutieren.
Die aktuelle Lage, so der DGB, ist alarmierend und trifft nicht nur die Lehrstellensuchenden. Auch bei der Übernahme nach der Ausbildung sei ein negativer Trend zu beobachten.

 
 
 
 


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