Montag 23.11.09, 16:16 Uhr

Solidarität mit dem Bildungsstreik

v.l.n.r.: Rainer Einenkel, Karsten Finke, Brigitte Ponath, Rolf Geers, Michael Hermund

Jochen Beyer

Der AStA der Ruhr-Uni und die OrganisatorInnen des Bildungsstreiks in Bochum hatten heute Mittag ins Audimax der RUB zu einer Podiumsdiskussion geladen. Als erster Redner unterstrich Joachim Beyer, Personalrat der RUB und Sprecher von ver.di an der Uni, dass es die gleiche Politik und z. T. die selben Gesetze sind, die Studierende und Beschäftigte betreffen. Er erinnerte an die Entmachtung des Senates durch das “Hochschulfreiheitsgesetz”. Die Leitung der Uni gleiche nun dem Aufsichtsrat eines Unternehmens. Mitwirkungsrechte wurden abgeschafft. Als nächster erinnerte Rainer Einenkel, Betriebsratsvorsitzender der Bochumer Opel-Werke daran, wie wichtig die Solidarität unter den verschieden Gruppen ist, die für soziale Gerechtigkeit kämpfen. Die Ruhr-Uni, so Rainer Einenkel, sei eigentlich ein Symbol für die Öffnung der Universitäten für Kinder aus Arbeiterfamilien gewesen. Studiengebühren seinen nun eine Hürde, um diese Gruppe wieder auszuschließen. Brigitte Ponath, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, erläuterte, welche Kürzungsvorschläge die Stadtverwaltung für den Bereich der vorschulischen Erziehung vorgelegt hat. Hier werde gehandelt, als hätte es die Pisa-Studien nicht gegeben. Sie machte deutlich, dass gerechte Bildungschancen von der Kita bis zum Studium noch keinen Systemwechsel bedeuten und verwies auf Vorbildliches in Skandinavien. Aber es lohne sich, hierfür gemeinsam zu kämpfen. Rolf Geers Geschäftsführer des Kinder- und Jugendringes, zählte kommunale und landespolitische Beispiele auf, wie wenig die politisch Verantwortlichen sich an getroffene Absprachen halten. Die Mittel für Jugendförderung seien in den letzten Jahren um 40 Prozent gekürzt worden. Michael Hermund, DGB-Vorsitzender der hiesigen Region, machte auf einen weiteren Ausbildungsskandal aufmerksam.  Im letzten Jahr hätten nur die Hälfte der Jugendlichen, die eine Ausbildung suchten, auch eine Lehrstelle erhalten. Die Betriebe hätten auf ihrer Verantwortung für die Ausbildung gepocht. Jetzt werden sie dieser Verantwortung nicht gerecht. Aus dem Publikum kam ein Beitrag, der hervor hob, dass diese Veranstaltung ein ermutigendes Signal sei: Die verschiedenen Gruppen, die gegen Sozialabbau kämpften säßen an einem Tisch. In diesem Sinne bedankte sich auch der AStA-Vorsitzende Karsten Finke bei Podium und Publikum. Diese Gemeinsamkeit müsse gepflegt werden. Siehe auch Bericht der Ruhrbarone.

 
 
 
 


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