Montag 15.06.09, 22:00 Uhr

Bildungsstreik am Dienstag: Inhalte

Für Dienstag haben sich die Streikenden an der Uni einen “Tag des Inhalts” vorgenommen. Themen sind u. a.: Warum Protest? – Die Stellung von Studierenden in der Gesellschaft – Was ist meine Universität? – Systemanpassung im Bachelor- /Masterstudiengang – ein Ansatz der Kritischen Psychologie.
11:30-12:30 (vor der UB) Warum Protest?
Zu wenig Plätze in den Veranstaltungen, schlechte Lehre, mangelhafte Studienabschlüsse, Studiengebühren, Kurzum: das Bildungssystem ist schlecht. Viele Menschen haben sich schon aktiv für ein besseres Bildungssystem eingesetzt. Von Hausbesetzungen, alternative Vorlesungsverzeichnisse bis zu Klagekampagnen sind gerade in Bochum diverse verschiedene Aktionsformen durchgeführt worden. Trotzdem zahlen wir 480 € pro Semester und die grundlegenden Probleme sind nach wie vor vorhanden.
Zeit also, einmal auf die gelaufenen Proteste eine kritische Rückschau zu machen und eine Perspektive für die Zukunft zu entwickeln.
14:00 – 15:30 (vor der UB) Die Stellung von Studierenden in der Gesellschaft

Studierende sind die Elite Deutschlands – ein abgeschlossenes Studium die Eintrittskarte in die „High Society”, die Oberschicht der Gesellschaft. Angesichts solcher Zukunftsperspektiven ist es nahezu dekadent, sich über 500 Euro Studiengebühren pro Semester zu beschweren.
Wir wollen diese Vorstellungen zur Position der Studierenden in der Gesellschaft kritisch hinterfragen und an der Realität überprüfen: Stimmt das Bild vom Studium als Königsweg in die “Oberschicht”? Und wenn Ja – machen Forderungen nach einem gerechteren Bildungssystem für Studierende dann überhaupt Sinn?
15:30- 16:30 Uhr (vor der UB) Was ist meine Universität?
Mit Blick auf die Geschichte der Universität wollen wir eine Perspektive eröffnen, was sie für uns heute ausmacht oder ausmachen kann.
Die Idee der Universität, gegründet auf Humboldt, ist gesellschaftlichen Veränderungen unterworfen. Wie nehmen wir diese wahr? Woher rühren die Foderungen nach “freier Bildung” und “selbstbestimmtem Lernen”? Wir wollen gemeinsam darüber nachdenken welche Ziele wir formulieren und warum.
17:00- 19:00 Uhr (HZO80) Systemanpassung im Bachelor- /Masterstudiengang – ein Ansatz der Kritischen Psychologie
Ausgehend von Antonio Gramsci´s Hegemoniebegriff wird die ideologische Herrschaft des gegenwärtigen radikalen Neoliberalismus beleuchtet. Auf diesem Hintergrund werden die im Rahmen der Bildungsreform geschaffenen spezifischen Formen der Bachelor- /Masterstudiengänge auf Momente der Systemanpassung hin analysiert. Als analytisches Instrument dient hierzu das Kategoriensystem der Kritischen Psychologie (Klaus Holzkamp): Restriktive Handlungsfähigkeit, Deutendes Denken, Verinnerlichte Emotionalität, Innerer Zwang.

 
 
 
 


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