Mittwoch 07.05.08, 17:00 Uhr

BSZ online

Die Bochumer Studierendenzeitung (BSZ), die älteste kontinuierlich erscheinene deutsche Studierendenzeitung, ist nun wieder online zu lesen. Unter www.bszonline.de sind die Beiträge sämtlicher Ausgaben des laufenden Semesters nachzulesen sowie Themen bezogen archiviert. Ältere Jahrgänge der bsz sind weiterhin unter www.rub.de/bsz zu finden. Das Erscheinen der 750. Ausgabe am 24. Juni soll mit einer Party im Kulturcafé, organisiert in Kooperation mit der Initiative Treibgut – junge Literatur in Bochum, ausgiebig gefeiert werden. Der Aufmacher der aktuellen BSZ  berichtet über die Pläne der Hochschulleitung, eine geplante Umgestaltung des Studierendenhauses aus Mitteln der Studiengebühren zu finanzieren.
»Studiengebühren in „Studierendenservicecentrum“ vergraben? RUB-Verwaltung veranschlagt über eine Mio. Euro für „SSC“.
Wenn es nach dem Willen der Universitätsleitung geht, werdet Ihr Euer Studierendenhaus bald nicht mehr wiedererkennen: Der AStA soll einem Repräsentationstrakt für „Studierendenservice“ („SSC“) weichen. Kostenpunkt: schlappe 1,389 Millionen Euro. Und wer soll das Ganze zahlen? Ihr natürlich, meint die Univerwaltung – aus Euren Studiengebühren!
Wie der leitende Verwaltungsdirektor des auch für „Studierendenservice“ zuständigen Dezernats für Informations- und Kommunikationsdienste, Dr. Karl-Heinz Schloßer, auf Anfrage der bsz im RUB-Senat schriftlich verlauten lässt, laufen die Planungen bereits seit 2006. Ein Beginn der Umbaumaßnahmen noch 2008 ist nicht auszuschließen, sobald die „Feinplanung“ des Projekts abgeschlossen ist. Mit einer Fertigstellung des „SSC“ wäre „frühestens 2009“ zu rechnen. VertreterInnen der Studierendenschaft wurden hierüber erstmals am 10. April 2008 durch den Kanzler sowie den Prorektor für Lehre und diverse Verwaltungsvertreter informiert.
Effizienzfetisch: Studis als „Kunden“
Nach Auffassung der Verwaltung sollen durch die millionenschwere Umbaumaßnahme und die damit verbundene Bündelung von Service- und Beratungsangeboten „Arbeitsabläufe vereinfacht“ und langfristig angeblich sogar „Kosten eingespart“ werden. Dienstleistungen folgender Einrichtungen sollen künftig im „SSC“ zusammengeführt werden: Studierendensekretariat, Studienbeitragsberatung samt Infopoint, Zentrale Studienberatung (Studienbüro), Akademisches Auslandsamt, AKAFÖ (BAföG, Wohnen, Ausländerberatung, Sozial- und Behindertenberatung, Kulturbüro boSKop), „Career Service“. Die Planung orientiert sich ausschließlich an Bemessungskriterien ökonomischer Effizienz, ohne jedoch den Belangen Eurer gewählten VertreterInnen als politischen RepräsentantInnen der Verfassten Studierendenschaft Priorität einzuräumen: Durch „Einbau eines Studierendenservicecentrums in das Studierendenhaus“ und damit verbundende Effizienzsteigerung von Beratungs-angeboten soll die „Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule“ erhöht werden. „Die Außenwahrnehmung der Universität hängt auch mit dem ersten Eindruck zusammen, wie Besucher und Studierende empfangen werden“, lautet ein Kernsatz der Verwaltungsstellungnahme. Und weiter: „Dieses Zentrum ist eine Visitenkarte der RUB.“ Dies heißt im Umkehrschluss: Der vom AStA genutzte Gebäudeteil, in dem die Büroräume übrigens erst letztes Jahr größtenteils renoviert wurden, scheint dem Rektorat nach wie vor ein Dorn im Auge zu sein – vielleicht ja auch im Hinblick auf die Tatsache, dass der AStA direkt gegenüber der Univerwaltung in Sichtweite der Büroräume der Universitätsleitung gelegen ist…
AStA in die zweite Reihe verbannt?
Daher soll künftig ein repräsentativer „Frontofficebereich“ samt gläserner Überdachung des Innenhofes hinter dem jetzigen AStA-Flur das Gebäude zieren. Zwar sollen die Mitglieder des Allgemeinen Studierendenausschusses in die „Detailplanungen“ einbezogen werden, doch ließe sich bei einem fortgeschrittenen Planungsstand wohl nichts mehr an der Grundlinie ändern, den AStA in den rückwärtigen Teil des Studierendenhauses umzuquartieren, wo derzeit die Wohnheimberatung des Akademischen Förderungswerks (AKAFÖ) untergebracht ist. Dass die Beteiligung Eurer Interessensvertretung an der zentralen Frage ihrer künftigen Unterbringung kaum ein ernsthaftes Anliegen der Unileitung sein dürfte, zeigt auch die Tatsache, dass unter anderem der „Frontofficebereich“ gegebenenfalls auch gegen den ausdrücklichen Willen der Studierendenschaft gebaut werden soll. Kippen könnte die Planung wohl nur im Punkte der Finanzierungsfrage: Wenn eine (Mit-)Finanzierung des Vorhabens aus „Studienbeitragsmitteln“ von der Studierendenschaft abgelehnt würde, sollen die Maßnahmen dann doch nicht durchgeführt werden.« Uli Schröder

 
 
 
 


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