Mittwoch 21.11.07, 08:00 Uhr
Grüne zum Bahnhof Wattenscheid:

“Preise verdoppelt – Gegenleistung nicht in Sicht”

Die Grüne Ratsfraktion schreibt: “Im Rahmen eines Stationsberichts beantwortet der VRR die Anfrage der Grünen Fraktion im VRR zur Lage am Bahnhof Wattenscheid. Der VRR kauft die Verkehrsleistungen wie Streckenbedienung, Fahrten, Taktzeiten, Umfang des Platzangebotes von der DB Regio AG ein. Zu dem Betreiber der Stationen und Bahnhöfe gibt es jedoch kein direktes Vertragsverhältnis. Diese sind in der DB Station & Service AG zusammengefasst, damit die DB die Möglichkeit hat, nur in rentierlich interessante Objekte zu investieren. Die restlichen Bahnhöfe werden links liegen gelassen. Wattenscheid ist kein Einzelfall und teilt sein Schicksal mit einer großen Zahl der 261 Stationen im VRR, obwohl der VRR 2007 für diese Stationen indirekt 52,5 Mio € bezahlt hat.
Die DB wählt solche von außen nur schwer zu durchschauende Konstruktionen, weil sie wegen ihrer Börsengangwünsche nur betriebswirtschaftlich denkt, nicht aber auch volkswirtschaftlich. Wie andere große Immobilienbesitzer lässt die DB “unrentable” Objekte oder Strecken einfach vergammeln, ohne auf die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung Rücksicht zu nehmen.Die pauschal von Verkehrsverbünden vereinnahmten Gelder werden nach Gutdünken der Bahn eingesetzt. Wichtig ist die schnelle Mark, nicht die Probleme der Kunden, der Stadt oder der Region. So wurden 2005 für Wattenscheid mal eben die Stationspreise mehr als verdoppelt: Pro Zughalt von 0,86 € in 2004 auf 1,89 € in 2005, ohne dass auch nur die geringste Verbesserung am Bahnhof bemerkt worden wäre. 2007 sind es bereits 2,06 € pro Zughalt. Sanierungen sind möglich, weil die DB über erhebliche Konzerngewinne verfügt – zwangsläufig auch der Vorstand über erhebliche Gehälter (Frau Suckale z. B. ca. 1,68 Mio € im Jahr). Sie werden aber nur dann realisiert, wenn die Politik in Bund, Ländern, Kommunen und Verkehrsverbünden genug Druck ausübt. Dafür setzen sich die Grünen sowohl auf lokaler Ebene als auch in Bund und Land ein. Erfolgreichen Einfluss können jedoch nur diejenigen nehmen, die über die Mehrheit in Bund und Land verfügen. Das Thema Nahverkehr ist für uns im Ballungszentrum so wichtig wie Gesundheit oder Rente. Wer von ArbeitnehmerInnen immer mehr Flexibilität bezüglich der Wege zum Arbeitsplatz verlangt, kann ihnen nicht gleichzeitig Steine in den Weg legen, wenn sie diese Arbeitsplätze mit dem Regionalverkehr erreichen müssen. Was den Bahnhof Wattenscheid betrifft, sollten Bezirksvertretung, IHK und VRR gemeinsam ein Gespräch über die notwendigen Sanierungsmaßnahmen mit der DB Station & Service AG führen. Denn ein Bahnhof ist auch die Visitenkarte einer Stadt.

 
 
 
 


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