
Mehr als 2000 Menschen demonstrierten heute unter dem Motto "Wiederaufbau
der Synagoge unterstützen - Neonazi-Aufmarsch verhindern". Im Grußwort der jüdischen Gemeinde
hieß es:
"Lange Zeit sah es so aus, als hätten die Nazis es geschafft, jüdisches Leben in Deutschland zu
verbannen und zu vernichten. Umso wichtiger ist es für alle Bochumer zu zeigen, dass das Naziunrecht keinen
Bestand hat und wieder ein sichtbares Zeichen für jüdisches Leben in Bochum zu setzen." Das Grußwort im Wortlaut.

Der Bochumer Amtsrichter Ralf Feldmann begrüßte die
Verbotsentscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, gab aber zu bedenken: "Im Vorverständnis des Bundesverfassungsgerichts
hat das Ziel, nazistische Äußerungen aus dem demokratischen Willensbildungsprozess auszuschließen
offenbar keine herausragende Bedeutung, obwohl doch die Väter und Mütter des Grundgesetzes unser Land
nach seinem moralisch und rechtlich beispiellosen Niedergang ein für allemal vom Nationalsozialismus befreien
wollten. Warum sagt das Bundesverfassungsgericht nicht mit gleicher Klarheit wie das OVG Münster: die Grundfreiheiten
des Grundgesetzes sind keine Freiheiten zur Rückkehr in die Barbarei? Auch seine gestrige Entscheidung spricht
sich erneut gegen die grundsätzlich andere Sicht des OVG Münster aus. Sie lässt befürchten,
dass Nazidemonstrationen mit weichgespülten Inhalten hart an der Grenze zur Volksverhetzung - braune Jauche
leicht parfümiert - bei unseren höchsten Richtern weiterhin offene Türen finden." Die Rede im Wortlaut.
Der Vorsitzende der VVN/BdA in Bochum, Klaus Kunold erinnerte daran, wie sich der Anblick der brennenden Synagoge
in Bochum in seinem Gedächtnis festgesetzt hat und als welchen Skandal er es empfindet, wenn jetzt Nazis unter
dem Schutz der Polizei erneut Flugblätter verteilen können, mit denen sie gegen die Synagoge hetzen.

Annemarie Grajetzky, Frauen für den Frieden in der ev. Kirche
von Westfalen, fordert auf, nicht wegzuschauen: "Wer angesichts des offenen Antisemitismus, wie er uns zur
Zeit in Bochum entgegenschlägt, schweigt, wer sich gleichgültig abwartend stellt, der lässt sich
von dem Monster Antisemitismus beherrschen. [...] Mit unserer Demonstration, heute und hier an diesem Platz, sagen
wir ein klares Ja zum Neubau der Synagoge, sagen wir ein klares Ja zur Jüdischen Gemeinde. Gemeinsam sind
wir Bochumer Bürger und Bürgerinnen. Die neue Synagoge an der Castroper Straße wird ein sichtbares
Zeichen jüdischen Lebens sein. Und wir werden uns an keinem Tag von den Neonazis das friedliche Zusammenleben
und die damit verbundene Kultur des Dialogs und der Verständigung stören und zerstören lassen."
Die Rede im Wortlaut.
(Falls weitere Redemanuskripte die Redaktion erreichen, werden sie ins Netz gestellt.)
Die Polizei, die sich im Vorfeld der Demonstration recht kooperativ gezeigt hatte, schaffte es nicht, die Gelassenheit
an den Tag zu legen, die der Polizeipräsident für den heutigen Tag versprochen hatte. Schon vor dem Hauptbahnhof
bildete sie eine Absperrkette und durchsuchte die Taschen und Rucksäcke von alle jüngeren Leuten, die
so aussahen, als gehörten sie zur Antifa. Dies wurden von den VerstalterInnen der Demonstration als Provokation
und Kriminalisierung heftig kritisiert. Während der Demonstration nahm die Polizei zwei Jugendliche fest,
die mit Eiern geworfen haben sollen. Statt zügig die Personalien festzustellen, wollte die Polizei sie unbedingt
mit zur Wache nehmen. Erst nach längeren Verhandlungen ließ die Polizei die beiden Jugendlichen wieder
frei. Die Demonstration war hierdurch fast eine halbe Stunde lang unterbrochen.
Fast 500 Menschen waren schließlich am Nachmittag dem Aufruf des "offiziellen" Bochums zu einer
Kundgebung am Platz der zukünftigen Synagoge gefolgt. Sie machten deutlich, dass es an diesem Tag einen beeindruckenden
Konsens in Bochum gab, sich für den Bau der Synagoge einzusetzen und der Hetze der Nazis entgegenzutreten.
Ab 9.00 Uhr ist heute ein Info-Telefon für die Demonstration
"Wiederaufbau der Synagoge unterstützen - Neonazi-Aufmarsch verhindern" geschaltet: 0174-7088558
Falls es auf der heutigen Demonstration zu Zwischenfällen kommt, sollten sie sofort dem Ermittlungsausschuss
gemeldet werden: 0234-3222313
Bundesverfassungsgericht bestätigt Verbot der NPD-Demonstration -
Die Demonstration "Wiederaufbau der Synagoge unterstützen - Neonazi-Aufmarsch verhindern" beginnt
um 10.00 Uhr auf dem Dr. Ruer-Platz
Die NPD ist vor dem Bundesverfassungsgericht (BverfG) damit gescheitert,
das Verbot des Bochumer Polizeipräsidenten gegen zwei Demonstrationen aufzuheben, mit denen die Nazis gegen
den Wiederaufbau einer Synagoge in Bochum hetzen wollten. Die Erklärung des BverfG.
Da die Polizei davon ausgeht, dass die Demonstration morgen ein "riesiger Siegeszug" von vielen tausend
Menschen wird, hat sie Bedenken, dass es vom ursprünglich geplanten Demonstrationsbeginn am Hauptbahnhof über
die Huestraße zum Dr.-Ruer-Platz zu eng wird. Die Auftaktdemonstration wird deshalb direkt auf dem Dr.-Ruer-Platz
stattfinden. (Skizze
für auswärtige TeilnehmerInnen.) Von dort geht
es zur Massenbergstr. bis zum Ostring. Hier gibt es dann eine Zwischenkundgebung. Über den Nordring geht es
dann zum Platz, auf dem die neue Synagoge gebaut werden soll.
Die Pressemitteilung
der Polizei.
Was für ein Zustand!
Ein Mitglied des Bündnisses "Wiederaufbau der Synagoge unterstützen - Neonazi-Aufmarsch verhindern",
das heute die jüdische Gemeinde besuchte, bericht: "Die jüdische Gemeinde ist wie eine Festung,
Polizei davor, Kameras innen, die den Gehsteig filmen, alle in merkbar angespannter Stimmung. Erst wollte man mich
wieder wegschicken und behauptete mein Gesprächspartner sei nicht da. Erst auf meinen Hinweis, dass ich gerade
erst mit ihm telefoniert hätte, haben sie mich reingelassen, und er war natürlich da. Rausgehen sollte
ich durch die Hintertür, vermutlich aus Vorsicht und auch da stand die Polizei. Was für ein Zustand!"
Der Bochumer Oberbürgermeister, Ernst Otto Stüber, ruft
in einer Stellungnahme im Bochumer Lokalsender 98,5 dazu auf,
am morgigen Samstag sowohl an der Bündnis-Demonstration um 10.00 Uhr am Hauptbahnhof, als auch an der Kundgebung
um 14.00 Uhr am Platz der zukünftigen Synagige teilzunehmen, zu der neben ihm die Kirchen, der DGB, die IHK,
und der Rektor der Ruhr-Uni aufrufen.
Ralph Giordano schlägt Alarm am "Testfall Bochum"
"Die NPD macht gegen den Synagogenbau mobil: Wo bleibt der
Aufschrei der Gesellschaft?". So überschreibt der Journalist und Schriftsteller Ralph Giordano einen
Text, der - neben einem Interview mit Oberbürgermeister Ernst-O
tto Stüber - heute auf der Titelseite der Jüdischen Allgemeinen
erschienen ist. "Antisemitismus ist kein Grundrecht, es fällt nicht unter Meinungsfreiheit", schreibt.
er Zweitens: "Wir haben es satt bis oben hin, dass der Begriff Rechtsstaat geradezu inflationär in Täter
begünstigendem Sinne ausgelegt wird." Drittens: "Schluss mit einer Dramaturgie, die der zeitgenössischen
Variante des Nationalsozialismus juristisch abgesegneten Polizeischutz gewährt, während die Gegendemonstranten
Bekanntschaft mit dem Polizeiknüppel machen müssen." Viertens: "Der wahre Schutz der jüdischen
Minderheit kann nur aus den Herzen des nationalen Kollektivs der nicht-jüdischen Minderheit kommen."
Fünftens: "Aber auch wir Juden selbst müssen unsere Stimme erheben." Denn nur dann, so meint
der 81-Jährige, hätten Juden in Deutschland das Recht zu fragen: "Warum beschweigt ein Großteil
der deutschen Medienwelt bisher so beharrlich den Fall Bochum, obwohl er doch weit über den lokalen Radius
hinaus symptomatisch ist?" Und schließlich drückt er die Überzeugung aus, dass es nicht nur
um den Bau einer neuen Synagoge, nicht nur um das Wohl und Wehe der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland
geht sondern die Frage, "wie sich die demokratische Republik, der demokratische Verfassungsstaat, seine Exekutive,
seine Legislative und seine Zivilgesellschaft ihrer zähen Feinde erwehren."
Wer mehr über Ralph Giordano wissen will: Seine Familie stammt aus Italien. Er selbst hat den Faschismus als
Kind und Jugendlicher in Hamburg erlebt und seine Erfahrungen - auch nach 1945 - in dem autobiographischen Roman
"Die Bertinis" zusammengefasst.
"Ergänzende
Pressemitteilung der Polizei zur Durchsuchungsaktion der NPD-Landeszentrale"
Die Bochumer Staatsanwaltschaft läßt zur Zeit die NPD-Zentrale
in Wattenscheid und die Wohnung eines NPD-Funktionärs durchsuchen. Einzelheiten sind noch nicht bekannt.
Die Pressemitteilung
von Polizei und Staatsanwaltschaft.
Samstag! Bundesverfassungsgericht? Nazi-Demo? Was tun?
Das Bündnis "Wiederaufbau der Synagoge unterstützen - Neonazi-Aufmarsch verhindern" hat gestern
Abend beschlossen, dass es für den Fall, dass das Bundesverfassungsgericht die Verbotsverfügung des Polizeipräsidenten
aufhebt und die Nazi-Demo am Samstag erlaubt wird, am Freitag, dem 12.3., um 17.00 Uhr ein Treffen im Bahnhof Langendreer
gibt. Am nächsten Dienstag, 16.3., 18.00 Uhr, findet ein weiteres Treffen des Bündnisses im Haus der
kath. Jugend statt, um die bisherigen Aktivitäten auszuwerten und um zu überlegen, was weiterhin zu tun
ist.
Auch wenn die Verbotsverfügung bestehen bleibt, wird die Kundgebung am Samstag um 10.00 Uhr vor dem Hauptbahnhof
beginnen. Zum Auftakt spielt Black Ash. Es wird eine Zwischenkundgebung am Platz der alten Synagoge geben und dann mit
einer Schlußkundgebung am Platz der zukünftigen Synagoge enden. Für diese Kundgebungen sind bisher
als RednerInnen u.a. vorgesehen: Annemarie Grajetzky, Frauen für den Frieden; Ralf Feldmann, Richter-Initiative;
Norbert Arndt, ver.di; Klaus Kunold, VVN/BdA; Sascha Zinflou, Initiative Schwarzer Deutscher und Michael Hermund,
DGB. Ferner wird ein Grußwort der jüdischen Gemeinde verlesen. Der endgültige Programmablauf wird
noch veröffentlicht.
Um 14.00 Uhr rufen der Oberbürgermeister und andere Repräsentanten der Stadt zu einer Kundgebung unter
dem Motto “Eine Synagoge für Bochum” auf dem Platz der zukünftigen Synagoge auf. Nähere Informationen sind auf der Webseite der Stadt Bochum zu finden.
Sogenannte antideutsche Gruppen rufen ebenfalls für
Samstag zu einer Demonstration unter dem Motto »Antisemitismus bekämpfen! Solidarität mit Israel!«
auf, die um 11 Uhr am Dr.-Ruer-Platz beginnen soll. Weitere Informationen können auf der Webseite der Antideutsch - kommunistischen Initiative abgerufen werden.
Das Bundesverfassungsgericht (BVG) hat heute noch keine Entscheidung
über das Verbot der von der NPD geplanten Demonstrationen am 13.3. und 20.3. gefällt. Die Pressesprecherin
des BVG versicherte, dass auch noch kein Termin feststehe, wann die Entscheidung getroffen und veröffentlicht
wird. Es gibt aber die Zusage, dass bo-alternativ umgehend über die Entscheidung informiert wird.
Die 89 anwesende Vertrauensleute der Gewerkschaft ver.di Bochum
haben am 3.3. beschlossen:
"Wir protestieren in aller Schärfe gegen den Auftritt der NPD
und der Neonazis in Bochum. Wir unterstützen den Neubau einer Synagoge in Bochum!"
In der Resolution heisst es u.a.: "Am 13.03. und am 20.03.04 haben die NPD und ihre Symphatisanten eine Demonstration
angemeldet. Sie fordern den Stopp des Baues einer neuen Synagoge in Bochum. Damit rechtfertigen sie 62 Jahre später
in aller Öffentlichkeit die unvorstellbaren Verbrechen der Nazidiktatur. [...] Wir hier versammelten Kollegen
und Kolleginnen treten den barbarischen Angriffen, die letzlich uns allen gelten, entgegen: Wir unterstützen
ausdrücklich den Bau einer neuen Synagoge in Bochum. Wir sind uns der herausgehobenen Bedeutung eines Synagogen-Neubaues
bewußt. Wir erklären uns mit der Jüdischen Gemeinde Bochum - Herne - Hattingen solidarisch und
werden unsere Bemühungen, die Verbindung mit den Mitgliedern der Gemeinde zu pflegen, intensivieren."
Der Beschluss im Wortlaut.
Brief an das Verfassungsgericht
Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier, hat soeben eine aktualisierte
Fassung des "Briefes an die Gerichte" erhalten. Mit diesem Brief haben sich Bochumer BürgerInnen
an die Gerichte gewandt, um ein Verbot der geplanten Hetzveranstaltungen der Nazis gegen den Bau der Bochumer Synagoge
zu fordern. Inzwischen ist der Brief von mehr als 300 Menschen unterzeichnet worden. Die Liste der UnterstützerInnen
endet zur Zeit mit Werner Schwarz, dem Personalratsvorsitzender der Ruhr-Universität Bochum und Prof. Dr.
Okko Herlyn von der ev. Fachhochschule Bochum.
Der Aufruf und die bisherigen
UnterstützerInnen.
Brief an das Bundesverfassungsgericht - Bitte um Unterzeichnung
Das Bundesverfassungsgericht wird vermutlich am kommenden Dienstag seine
Entscheidung zum Verbot der Nazi-Demos am 13. und 20. März mitteilen. Mit diesen Demonstrationen wollen die
Nazis gegen den Bau einer Synagoge in Bochum hetzen. Mit einem Brief haben sich Bochumer BürgerInnen an die
Gerichte gewandt, um ein Verbot dieser Hetzveranstaltungen zu fordern. An dieser Stelle noch einmal die Bitte um
Unterzeichnung. Am morgigen Montag um 14.00 Uhr wird der Brief erneut mit einer aktuellen Liste der UnterzeichnerInnen
an den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes geschickt.
Der Aufruf und die bisherigen UnterstützerInnen.
Der Aufruf als PDF-Datei.
Die Adresse, um per email, den Aufruf zu unterstützen: Friedens-Plenum@bo-alternativ.de
Nazis erneut aus der Stadt vertrieben
Mehr als 60 Menschen folgten heute der Einladung der VVN zu einem historischen Stadtrundgang, bei dem Christine
Eiselen und Klaus Kunold über das jüdische Leben in Bochum informierten. Sie machten dabei deutlich,
in welchem Umfang sich Einzelpersonen aber auch die Stadt im Rahmen der "Arisierung" an jüdischem
Eigentum bereichert haben.
Die Nazis versuchten vormittags ihre Hetzflugblätter gegen den Bau der Synagoge zu verteilen. Dies wurde von
der Polizei unterbunden. Nachmittags versuchten sie dann, Flugblätter zum Thema Gesundheitspolitik zu verteilen.
Nachdem sich mehrere engagierte BürgerInnen versammelt hatten, suchten die Nazis das Weite.
Die Plakate für die Demonstration sind fertig
Spielregeln für die Demonstration beschlossen
Die Plakate für die Demonstration am 13.3. sind fertig. Sie können ab sofort im
AStA der Ruhr-Uni, im Bahnhof Langendreer und am morgigen Samstag am Infostand des Friedensplenums am Glascafé
abgeholt werden. Der Rest der Plakate wird am Dienstag auf dem Bündnistreffen verteilt.
Auf dem letzten Bündnistreffen hat die Vertreterin der jüdischen Gemeinde deutlich gemacht, dass die
Mitglieder der jüdischen Gemeinde es als Provokation empfinden, wenn auf der Demonstration Israelfahnen geschwenkt
werden. Dies war bei der Demonstration am letzten Samstag der Fall. Es geht bei der Demonstration für die
Synagoge schließlich darum, jüdische Kultur wieder in Deutschland zur Normalität werden zu lassen.
Das Bündnis hat deshalb beschlossen, dass gar keine Fahnen - auch keine Parteifahnen - erwünscht sind.
Im übrigen ist vereinbart worden, dass keine Flugblätter geduldet werden, in denen Mitglieder des Bündnisses
als antisemitisch beschimpft werden.
Das Plakat als PDF-Datei.
"Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber, Vertreter der beiden
christlichen Kirchen sowie des DGB, der IHK und der Ruhr-Universität ...
...rufen als Erstunterzeichner der Erklärung 'Eine Synagoge für Bochum' zur Teilnahme an einer Kundgebung
am 13. März (Samstag) auf. An diesem Tag wollte die NPD eine Demonstration gegen den Synagogenbau durchführen;
die Demonstration ist gerichtlich untersagt worden. In dem Aufruf zur Kundgebung heißt es: 'Die neue Synagoge,
die an der Castroper Straße in Höhe des Planetariums entstehen soll, wird ein sichtbares Symbol für
jüdisches Leben in Bochum sein - und damit auch ein Zeichen setzen gegen Ausgrenzung und Gewalt'. Die Kundgebung
beginnt um 14 Uhr auf dem Grundstück Castroper Straße / Lorenz-Rebbert-Allee. Neben Ansprachen und Musik
steht auch eine Lesung von Schauspielern des Bochumer Theaters auf dem Programm." Dies meldet die SPD-Ratsfraktion
in ihrem heutigen Newsletter. Auf der heutigen Ratssitzung wurden auch Einladungen für die Veranstaltung verteilt.
Damit zeigt sich das "hoch offizielle" Bochum entschlossen, auch gegen die Naziprovokation zu demonstrieren.
Die große Bündnisdemonstration unter dem Motto: "Wiederaufbau der Synagoge unterstützen - Neonazi-Aufmarsch verhindern" wird kurz zuvor an der selben
Stelle enden. Sie beginnt um 10.00 Uhr vor dem Hauptbahnhof.
Der Aufruf für die Demonstration am 13. März "Wiederaufbau
der Synagoge unterstützen - Neonazi-Aufmarsch verhindern" liegt nun mit einer aktualisierten Liste der
UnterstützerInnen vor. Im Wortlaut.
Brief an das Bundesverfassungsgericht - Bitte um Unterzeichnung
Die NPD hat Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht gegen das Verbot ihrer
geplanten Demonstrationen am 13. und 20. März eingelegt. Mit diesen Demonstrationen wollen die Nazis gegen
den Bau einer Synagoge in Bochum hetzen. Mit einem Brief haben sich Bochumer BürgerInnen an die Gerichte gewandt,
um ein Verbot dieser Hetzveranstaltungen zu fordern. An dieser Stelle noch einmal die Bitte um Unterzeichnung.
Annette Dabs-Baucks vom Deutschen Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst und ihre KollegInnen gehören
z. B. mittlerweile auch zu den UnterzeichnerInnen. Um 17.00 Uhr geht heute ein Brief mit der aktuellen UnterstützerInnenliste
an das Bundesverfassungsgericht.
Der Aufruf und die bisherigen UnterstützerInnen.
Der Aufruf als PDF-Datei.
Die Adresse, um per email, den Aufruf zu unterstützen: Friedens-Plenum@bo-alternativ.de
Samstag, 6.3., ab 10.00 Uhr, Treffpunkt Dr.-Ruer-Platz:
Stadtrundgang „Jüdisches Leben in Bochum“
Die VVN/BdA lädt für den kommenden Samstag zu einem Stadtrundgang ein, um "aufzuzeigen, welche kulturellen
Leistungen von den Nazischergen zerstört worden sind."
Im Bündnis gegen die Nazi-Kampagne gegen den Bau der Synagoge wurde gestern Abend vereinbart, zur Teilnahme
an diesem Stadtrundgang aufzurufen. Gleichzeitig werden einige Menschen aufpassen, dass die Nazis keine Flugblätter
in der Innenstadt verteilen. Das Friedensplenum wird einen Informationsstand in der Innenstadt aufbauen, der u.a.
Anlaufpunkt für evtl. notwendige Aktivitäten ist.
Das Oberverwaltungsgericht verbietet die geplanten NPD-Demonstrationen
am 13. und 20. März 2004
In einer Mitteilung des OVG heißt es: "Die für den 13. und 20. März 2004 in Bochum geplanten
NPD-Demonstrationen unter dem Motto "Stoppt den Synagogenbau - 4 Millionen fürs Volk" dürfen
nicht stattfinden. Dies hat der 5. Senat des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG
NRW) durch Beschluss vom heutigen Tage unter Aufhebung einer anders lautenden Entscheidung des Verwaltungsgerichts
Gelsenkirchen entschieden und damit eine entsprechende Verbotsverfügung des Polizeipräsidenten Bochum
bestätigt. Das Demonstrations-Motto erfüllt nach Auffassung des OVG NRW den Tatbestand der Volksverhetzung
und stellt überdies eine versammlungsrechtlich nicht hinnehmbare Provokation dar." Die Mitteilung im Wortlaut.
Die NPD kann gegen diese Entscheidung nur noch vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Eine Entscheidung würde
es dann wahrscheinlich erst sehr kurzfristig vor dem 13. März geben.
Die angekündigte Demonstration für den Bau einer Synagoge in Bochum wird auf jeden Fall am 13. März
stattfinden.
BezirksschülerInnenvetretung (BSV) mobilisiert gegen Antisemitismus
und für den Bau der Synagoge
Auf seiner heutigen Sitzung hat der Vorstand der Bochumer BSV beschlossen, in den nächsten Tagen mit 10.000
Flugblättern und Plakaten an den Bochumer Schulen für die Demonstration am 13. März zu werben. Die
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hatte bereits in der letzten Woche einen entsprechenden Beschluss gefasst.
Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg "als größter Kinder- und Jugendverband der Stadt"
unterstützt ebenfalls den Aufruf für
die Demonstration.
Am morgigen Dienstag trifft sich um 18.00 Uhr im Haus der kath. Jugend das Bündnis zur Vorbereitung der Demonstration.
Für Morgen wird auch eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes in Münster über das Verbot des
NPD-Aufmarsches erwartet.
Nazis aus der Stadt vertrieben
Mehr als 150 BürgerInnen demonstrierten heute in der Innenstadt
und sorgten dafür, dass die Nazis ihre Hetze gegen den Neubau der Synagoge nicht unter das Volk bringen konnten.
Ein Dutzend Nazis versuchte zwar erneut Flugblätter zu verteilen, musste die Aktion aber schnell einstellen.
Die Polizei erteilte den Nazis einen Platzverweis für die Innenstadt. Die Nazis zogen sich daraufhin auf den
Platz vor dem Schauspielhaus zurück. Auch hier wurden sie schnell von BürgerInnen eingekreist und isoliert.
Per Taxi verließen sie schließlich die Innenstadt.
Unglaublicher Nazi-Übergriff
Die Polizei meldet: "In der Zeit vom 26.02.2004, 19.30 Uhr, bis 27.02.2004, 04.00 Uhr, wurde der PKW des Bochumer
Rabbiners, der am Sudbeckenpfad abgestellt war, von bisher unbekannten Tätern stark beschädigt. Eine
Zeugin bemerkte am heutigen frühen Morgen, dass die vier Reifen zerstochen, der Außenspiegel abgebrochen
und auf allen Türen sowie der Motorhaube Hakenkreuze eingeritzt worden waren. Die Abteilung Staatsschutz der
Bochumer Polizei ermittelt. Die Polizei sucht ZeugInnen, die die Tat beobachtet haben, Tel. 0234/909-4905 oder
4441."
Für die Demonstration am 13. März "Wiederaufbau
der Synagoge unterstützen - Neonazi-Aufmarsch verhindern" hat nun ein breites Bündnis einen Aufruf
veröffentlicht. Im Wortlaut.
Brief an die Gerichte - Bitte um Unterzeichnung
In den nächsten Tagen wird das Oberverwaltungsgericht Münster
in zweiter Instanz über das Verbot der NPD-Demonstration am 13. März entscheiden. Mit dieser Demonstration
wollen die Nazis gegen den Bau einer Synagoge in Bochum hetzen. Mit einem Brief haben sich Bochumer BürgerInnen
an die Gerichte gewandt, um ein Verbot dieser Hetzveranstaltung zu fordern. An dieser Stelle noch einmal die Bitte
um Unterzeichnung. Inzwischen haben auch der Landessprecher der Grünen, Frithjof Schmidt und der SPD Bundestagsabgeordnete
Gerd Bollmann den Brief unterschrieben.
Der Aufruf und die bisherigen UnterstützerInnen.
Der Aufruf als PDF-Datei.
Die Adresse, um per email, den Aufruf zu unterstützen: Friedens-Plenum@bo-alternativ.de
Demonstration am kommenden Samstag
Für eine Synagoge in Bochum - gegen antisemitische Hetze!
Nach den Erfahrungen vom letzten Samstag, wo Neonazis in der
Innenstadt fast zwei Stunden Flugblätter gegen den Synagogenbau verteilen konnten, hat ein breites Bündnis
am Montagabend beschlossen, der NPD und ihren Kameradschaften keinen weiteren Raum für Hetzpropaganda zu lassen.
Damit die Nazis nicht wieder "unter Polizeischutz" handeln können, weil die Einsatzleitung der Polizei
zunächst keinen Anhaltspunkt sah, um einzugreifen, wurde für Samstag eine Demo und ein Infostand angemeldet.
Es besteht die Hoffnung, dass dann die Polizei eher eine Möglichkeit sieht, die Nazis zu vertreiben. Treffpunkt
für die Demo ist am Hauptbahnhof um 10:00 Uhr. Am Husemannplatz ist von 10:00 bis 15:00 Uhr ein Infostand,
an dem Flugblätter verteilt werden.
Nazis setzen ihre antisemitische Hetze in der Innenstadt fort
Nazis haben am Samstag in der Innenstadt erneut antisemitische
Hetzpropaganda verteilt. Mit einem Großaufgebot in der gesamten Innenstadt sorgte die Polizei dafür,
dass das Verbot des NPD-Infostandes durchgesetzt wurde. Die Nazis stellten sich demonstrativ neben die Polizei,
um faktisch unter Polizeischutz ihre Flugblätter verteilen zu können. Mit einer Spontanaktion entschlossen
sich dann einige BürgerInnen, die Nazis zu verhüllen. Mit einem 10 Meter langen Stofftuch wurden die
Nazis eingewickelt, "um der Bevölkerung den Anblick dieser besonders ekligen Nazis zu ersparen".
Als die Nazis ein Transparent rauskramten und so etwas ähnliches wie eine Demonstration versuchten, löste
die Polizei den Nazihaufen auf. Die Nazis provozierten weiter und erhielten schließlich Platzverweise der
Polizei. Zwei BürgerInnen wurden bei der Aktion von den Nazis verletzt. Es gab mehrere Festnahmen der Polizei.
Auch wenn das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen nun das Verbot
der Stadt Bochum des für heute beantragten Infostandes der NPD letztendlich bestätigt hat, treffen sich
um 10.00 Uhr vor dem Hauptbahnhof Menschen, "um nach den Rechten zu sehen". Die Jugend-Antifa hat Flugblätter
gedruckt, die anschließend in der Innenstadt verteilt werden.
Bochumer Grüne: Nazi-Aufmarsch in Bochum verhindern
Manfred Preuß, Ratsmitglied der Bochumer Grünen, erklärt in einer Pressemitteilung seiner Fraktion
zur Entscheidung des Verwaltungsgerichtes gegen die Verbotsverfügung des Polizeipräsidenten:
"Ich habe die Begründung des Verbots durch Polizeipräsident Wenner für sehr einleuchtend gehalten.
Deshalb bin ich enttäuscht über die Entscheidung des Verwaltungsgerichts und hoffe, dass sie vom Oberverwaltungsgericht
Münster korrigiert wird.
Auf den drohenden Nazi-Aufmarsch in Bochum muss jedoch nicht nur juristisch, sondern auch politisch reagiert werden.
Es darf nicht sein, dass die Folgen der Reichspogromnacht, in der die Synagogen in Bochum und Wattenscheid niedergebrannt
wurden, verewigt werden, weil einige unbelehrbare Nazis das wollen. Wer sich gegen den Neubau der Synagoge wendet,
bestreitet indirekt auch das Existenzrecht der Juden und ihrer Kultur in unserer Gesellschaft.
Gegen die geplante NPD-Demo hat sich bereits ein breites Bündnis gebildet, auch der Rat hat mit einer Resolution
eindeutig Position bezogen. Falls die Demo mit juristischen Mitteln nicht verhindert werden kann, wird es darauf
ankommen, dass möglichst viele engagierte Demokraten in Bochum am 13. März mit einer machtvollen Gegendemonstration
verhindern, dass der geplante Nazi-Aufmarsch stattfindet."
"Im Namen des Volkes?"
Etliche Persönlichkeiten in Bochum haben sich an die zuständigen
Gerichte gewandt, die über das Verbot der Nazi-Demo gegen den Bau der Synagoge entscheiden. Der AStA-Vorsitzende
der RUB, die grüne Bürgermeisterin, der Superintendent der ev. Kirche, der DGB-Vorsitzende, der Vorsitzende
der VVN-BdA, Annemarie Grajetzky und Marie Luise Bartz als Trägerinnen der Ehrenplakette der Stadt Bochum,
etliche HochschullehrerInnen und viele andere sind der Initiative des Bochumer Friedensplenums gefolgt, sich bei
den Gerichten zu melden und ein Verbot der antisemitischen Hetze zu fordern. Bei der SPD dauert alles etwas länger.
Dort hat es bis jetzt nur der Juso-Vorsitzende geschafft, den Brief zu unterzeichnen. Patrick Steckel war da etwas
schneller. Der ehemalige Intendant des Bochumer Schauspielhauses, der jetzt in Berlin lebt, hat den Brief sofort
unterschrieben. Angesichts der gestrigen Entscheidung des Verwaltungsgerichte gegen die Verbotsverfügung des
Polizeipräsidenten gibt es an dieser Stelle noch einmal die Bitte um Unterstützung des Aufrufes.
Der Aufruf und die bisherigen UnterstützerInnen.
Der Aufruf als PDF-Datei.
Die Adresse, um per email, den Aufruf zu unterstützen: Friedens-Plenum@bo-alternativ.de
Historisch bewusstloses Verwaltungsgericht
Ralf Feldmann, einer der 24 RichterInnen, die mit einer Initiative ein Verbot der geplanten Nazi-Demo gegen den
Bau der Synagoge am 13. März gefordert hatte, äußerte sich heute zur Entscheidung des Verwaltungsgerichts,
mit der in erster Instanz die Verbotsverfügung des Polizeipräsidenten aufgehoben wurde:
"65 Jahre nach dem Novemberpogrom von 1938 hat ein deutsches Verwaltungsgericht für Recht erkannt, es
sei mit der öffentlichen Ordnung in Deutschland wieder vereinbar, dafür zu werben, den Neubau einer Synagoge
zu stoppen. Zuerst brannten Synagogen, dann die Menschen!
'Das mit normalen Maßstäben nicht zu erfassende Schicksal der Juden' - so sagt das Bundesverfassungsgericht
in einem Beschluss von 1992 - wirkt sich derart aus, 'dass auch den jetzt lebenden Juden auf Grund des unmenschlichen
Schicksals ein besonderer Achtungsanspruch von Seiten ihrer Mitbürger zusteht, der Teil ihrer Würde ist.'
Das Vernichtungsschicksal bis hin zum Holocaust hat die Identität der jüdischen Bevölkerung nachhaltig
geprägt. Der aus dem maßlosen Leid und Unrecht erwachsende Achtungsanspruch ist 'Teil ihrer Würde'
geworden, und als Teil ihrer Würde ist er Teil ihrer 'persönlichen Ehre'. Eine Demonstration, die sich
gegen das künftige Zentrum und Symbol jüdischen Lebens in Bochum richtet, verletzt in besonderem Maß
Identität, Achtungsanspruch und Würde der jüdischen Gemeinde. Das Recht auf freie Meinungsäußerung
findet indes unmittelbar kraft Verfassungsrechts seine Schranken im Recht der persönlichen Ehre (Art. 5 II
GG). Mit welchem tragfähigen rechtlichen Argument will man jüdischen Menschen in Deutschland gut ein
halbes Jahrhundert nach dem Holocaust begreiflich machen, das Neonazis wieder gegen Synagogen hetzen dürfen?
Historisch bewusstlos verfehlt das VG Gelsenkirchen den verfassungsrechtlichen Kern des Demonstrationsverbots.
Für sittliches Empfinden ist es nicht zuständig."
Stadt lehnt NPD-Stände weiter ab
In einer Pressemitteilung teilt die Stadt Bochum mit: "'Gestützt auf den einstimmigen Ratsbeschluss vom
29. Januar 2004, sämtliche politischen und rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, antisemitische
und menschenverachtende Aktivitäten in unserer Stadt zu unterbinden, wird die Stadt die geplanten NPD-Infostände
gegen den Bau einer Synagoge in Bochum weiterhin nicht genehmigen', sagte Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber.
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte die Stadt mit Beschluss vom 18.02.04 verpflichtet, neu zu bescheiden
und dabei gefordert, ausschließlich straßenverkehrsrechtliche Aspekte in den Vordergrund zu stellen.
Dem wird die Stadt entsprechen.
'Gleichzeitig bereiten wir uns darauf vor, die Frage durch das Oberverwaltungsgericht klären zu lassen, ob
die Stadt einen Infostand mit einer Hetzparole gegen den Bau der Synagoge 60 Jahre nach ihrer Zerstörung durch
die Nazis unabhängig von straßenverkehrsrechtlichen Aspekten zulassen muss', so der zuständige
Rechts- und Ordnungsdezernent Dr. Hanspeter Knirsch. Es handele sich nicht um eine bloße politische Meinungsäußerung,
sondern um eine bewusste Aufhetzung.
Und Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber machte deutlich: 'Wir lassen nicht zu, dass das friedliche und
demokratische Zusammenleben in unserer Stadt gefährdet wird.'"
Egal was ist: Am Samstag um 10.00 Uhr ist Treffen vor dem Hauptbahnhof.
Verwaltungsgericht hebt Verbotsverfügung auf
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat das vom Bochumer Polizeipräsidenten
ausgesprochene Verbot einer angemeldeten NPD-Demonstration aufgehoben. Die Demonstration soll am 13. März
gegen den Neubau einer Synagoge in Bochum erfolgen. Es gibt ein breites Bochumer Bündnis, dass sich darauf
vorbereitet, den Nazi-Aufmarsch notfalls auch mit Formen des zivilen Ungehorsams zu verhindern. Gegen das Urteil
des Verwaltungsgerichtes will die Polizei Bochum Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen.
Die Bochumer Ruhr-Nachrichten melden:
"NPD-Stände: Stadt muss nachbessern
Die Stadt muss ihr Verbot, keine Infostände der Neo-Nazis in der Innenstadt zu erlauben, neu begründen.
Ihre bisherigen Argumente reichten den drei Richtern der 14. Kammer des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen nicht.
Sie erließen gestern Nachmittag einen Eilbeschluss, dass die Kommune für diese Ausbesserungsarbeiten
bis heute Abend 20 Uhr Zeit hat. Die Zeit drängt: Denn am Samstag will (wie berichtet) die NPD zum Thema "Stoppt
den Synagogenbau " 4 Millionen für das Volk" auf der Kortumstraße von 10 bis 14 Uhr einen
Infostand aufbauen. Die Stadt hatte dies untersagt, weil sie ordnungsrechtliche Probleme befürchtete. Will
heißen: Proteste der Bevölkerung gegen diese Art der Information. Diese Gründe reichten dem Gericht
in Anbetracht des hohen Grundrechts auf Meinungsfreiheit aller zugelassenen Parteien nicht. Zudem hatte die NPD
in einer eidesstattlichen Versicherung garantiert, dass durch die Infostände am kommenden Samstag und am 6.
März (auf der Huestraße) keine Verstöße gegen Gesetze (z.B. Volksverhetzung) begangen würden.
Das Gericht meinte, dass die Stadt diese Versicherung erschüttern müsse. Leichter wäre es aber vermutlich,
straßenverkehrliche Gründe gegen die Infostände aufzuführen. Z.B., dass in der Fußgängerzone
durch die geplanten Aktionen der gesamte Verkehr zusammenbrechen könnte. Die Stadt muss nun schnell und gut
arbeiten."
Egal was ist: Am Samstag um 10.00 Uhr ist Treffen vor dem Hauptbahnhof.
Am 13. März: Demonstration für den Bau der Synagoge in Bochum
Mehr als 50 VertrererInnen unterschiedlicher Gruppen und Organisationen haben sich heute Abend im Haus der katholischen
Jugend getroffen und gemeinsam überlegt, wie der Hetzkampagne der Nazis gegen den Bau der Synagoge begegnet
werden soll. Konkret vereinbart wurde, dass am 13. März eine Demonstration für den Bau der Synagoge stattfinden
wird. Das Friedensplenum wird für das entstandene Bündnis eine Kundgebung anmelden. Für den Fall,
dass es eine gerichtliche Entscheidung gibt, die die Verbotsverfügung des Polizeipräsidenten in Bezug
auf die Nazi-Demo aufhebt, wird der Naziaufmarsch mit Mitteln des zivilen Ungehorsam unterbunden. Mehre Arbeitsgruppen
wurden eingerichtet. Am 2. März wird es ein weiteres Treffen im großen Kreis geben.
Vor dem Treffen haben Nazis versucht die Versammlung zu stören. Sie erhielten zunächst Platzverweise
durch die Anwesenden und anschließend auch von der Polizei.
Offener Brief
an das Verwaltungsgericht, an das Oberverwaltungsgericht und
an das Bundesverfassungsgericht
"Nie wieder dürfen Nazis gegen Synagogen hetzen!"
In einem bemerkenswerten offenen Brief an die zuständigen
Gerichte setzen sich Bochumer Persönlichkeiten für das Verbot des geplanten Naziaufmarsches gegen den
Bau der Bochumer Synagoge ein. In dem Brief heißt es u.a.:
"Jüdisches Leben in Bochum lässt sich bis ins
17. Jahrhundert nachweisen. Seit 1829 gab es eine Synagoge in Wattenscheid. Zwischen 1861 und 1863 wurde in Bochum
eine repräsentative Synagoge in der heutigen Huestraße errichtet, die Max Greve, der damalige Bürgermeister,
als "eine Zierde für die Stadt" bezeichnete. Während des Novemberpogroms 1938 wurden die Gotteshäuser
vernichtet. Jüdische Bürger wurden misshandelt, deportiert und umgebracht. Nationalsozialistischer Menschenverachtung
ist es nicht gelungen, jüdisches Leben in Bochum für immer auszulöschen. Die neue Synagoge, die
an der Castroper Straße mit Hilfe von Stadt und Land entstehen soll, wird ein sichtbares Symbol dafür
sein. Dagegen will der NPD-Landesverband Nordrhein-Westfalen im März in unserer Stadt unter dem Thema "Stoppt
den Synagogenbau - 4 Millionen fürs Volk" demonstrieren. Wir in Bochum sind entsetzt über dieses
antisemitische und menschenverachtende Vorhaben. Mit tiefer Erschütterung und Empörung appellieren wir
an die Gerichte, die voraussichtlich über das Demonstrationsverbot des Polizeipräsidenten zu entscheiden
haben. In Bochum darf keine Demonstration stattfinden, welche die Folgen des Novemberpogroms von 1938 verewigen
und den Neubau einer Synagoge verhindern will. [...] Wir vertrauen darauf, dass keines unserer Gerichte ein halbes
Jahrhundert nach dem Holocaust für Recht erkennen wird, es sei mit der öffentlichen Ordnung in Deutschland
wieder vereinbar, dafür zu werben, Synagogen aus deutschen Städten fern zu halten und jüdische Religionsausübung
zu unterbinden." Der offene
Brief im Wortlaut.
Unterstützungsunterschriften bitte an: Friedens-Plenum@bo-alternativ.de
Erneut Nazis in der Innenstadt - "780 Gramm Flugblätter
wurden sichergestellt"
Die Bochumer Nazis haben heute erneut versucht, mit
Flugblättern gegen den Bau der Synagoge in Bochum zu hetzen. Die Aktion wurde frühzeitig von verschiedenen
entschlossenen Menschen unterbunden und schließlich auch offiziell von der Polizei beendet. In der Pressemitteilung
der Polizei heißt es: "Am heutigen Samstag, gegen 11.45 Uhr, bemerkten Beamte der Polizeiinspektion
Mitte auf der Kortumstraße vier männliche Personen, die im Bereich der Fußgängerzone Flugblätter
verteilten. Bei der Überprüfung der Männer stellte sich heraus, dass es sich bei ihnen um Mitglieder
der NPD handelte, die Flugblätter verteilten, die sich gegen den beabsichtigten Neubau einer jüdischen
Synagoge in Bochum richteten. Durch eine Verfügung der Stadt Bochum war das Errichten eines Infostandes und
das Verteilen von derartigen Flugblättern verboten worden. Ferner wurden durch eine Verfügung des Polizeipräsidiums
Bochum versammlungsrechtliche Aktionen zu diesem Thema untersagt. Hinsichtlich der letztgenannten Verbotsverfügung
ist derzeit ein schwebendes Verwaltungsstreitverfahren anhängig. Aus diesem Grunde wurde das Verteilen der
Flugblätter, deren Inhalt als antisemitisch eingestuft werden kann, auf der Grundlage einer weiterhin fortwirkenden
versammlungsrechtlichen Verbotsverfügung untersagt. Die Flugblätter - Gesamtmenge 780 Gramm - wurden
sichergestellt.
"1+1" und "Schlund" bieten Platz für Nazi-Seite
Mit ihrer Web-Seite "gegenoffensive2004" agitieren Bochumer Nazis gegen den Bau der Synagoge in Bochum.
Zwei der größten deutschen Anbieter (Provider) für Internetauftritte bieten hierfür die Plattform.
Zum einen ist dies die Firma "1+1", an der auch die Deutsche Telekom beteiligt ist, als zweites ist die
Firma "Schlund" dabei. KundInnen dieser beiden Firmen sollten überlegen, welche Konsequenzen sie
aus dieser Tatsache ziehen. Rechtlich wäre es für beide Firmen ohne weiteres möglich, der antisemitischen
Propaganda im Internet die Grundlage zu entziehen.
Die Eintragung bei Denic.
Bericht über Nazi-Treff am 4.2. in Bochum
Die Antifa-Gruppe "die kleinen Strolche" schreibt:
"Am Mittwoch, dem 4.2.2004, trafen sich in Bochum Vertreter der Jungen Nationaldemokraten und der Freien Kameradschaften,
um ein gemeinsames Vorgehen bezüglich der antisemitischen, nationalrevolutionären Demonstration am 13.3.2004
zu besprechen. Die Anwesenheit der ersten Garde der Freien Kameradschaften lässt keinen anderen Schluss zu,
als dass die anvisierte Demonstration am 13. März Priorität bei den Freien Kameradschaften in NRW hat."
Näheres.
09.02.04,
08.00 Uhr
An den Bundesanwalt: Kai, bitte übernehmen!
In einer bisher nie dagewesenen Form von Gewaltverherrlichung haben
Bochumer Antifa-Gruppen ein Plakat mit der einschlägig verdächtigen Terroristin Emily veröffentlicht.
Bereits im letzten Jahr hatte der zuständige Staatsanwalt festgestellt, dass die Zwille ein "szene-typisches
Symbol" sei, mit der zu "gefährlicher Körperverletzung" aufgerufen werde. Für die
Bochumer TäterInnen (und ihr geistiges Umfeld) gibt es keine Ausrede mehr. Denn: Neben der Zwille hält
Emily ein zweites gefährliches Instrument in der Hand, mit dem sie - aus dem Kontext eindeutig hervorgehend
-gewaltbereit zum Schlag ausholt. "We will Rock you" ist schließlich eine "szene-typische"
Aufforderung zum Schmeißen
großer Steine (Felsen). Bo-alternativ.de bietet eine Download-Datei dieses abscheulichen Plakates an,
damit Eltern rechtzeitig ihre Kinder und damit LehrerInnen ihre SchülerInnen warnen können. An den einschlägig
bekannten Stellen für wertvolles didaktisches Material (AStA der RUB, Bahnhof Langendreer) werden Ansichtsexemplare
für den pädagogischen Alltag bereit gehalten.
Alle ExpertInnen sind sich einig: Die Antifas scheinen zum äußersten entschlossen. Sie schrecken offenbar
vor nichts zurück, um den geplanten Nazi-Aufmarsch zu stoppen. Ist der schlappe Bochumer Staatsschutz angesichts
dieser gefährlichen Entwicklung nicht überfordert? Muss hier nicht der Bundesanwalt übernehmen?
Nazi-Kampagne gegen die Synagoge soll die NPD in den Stadtrat führen
Mit einer Flugblattaktion hat die NPD am Samstag ihre Kampagne
gegen den Bau einer Synagoge in Bochum eröffnet. Ziel dieser Kampagne ist es offensichtlich, mit anti-semitischer
Hetze Stimmen für die Kommunalwahl im September einzufangen. In der Bochumer Innenstadt gab es Widerstand
gegen diese Aktion. Auch die Polizei griff ein. Die Nazis wichen nach eigenen Angaben nach Wattenscheid aus, um
dort ihre Flugblätter weiter zu verteilen.
"Denn Widerstand gegen faschistische und antisemitische Propaganda
darf nicht allein Polizei, Gerichten und anderen Behörden überlassen werden. Er ist vor allem eine gesellschaftliche
Herausforderung. Wer in diesem Sinne mit uns aktiv werden will, ist herzlich zu einer Versammlung eingeladen: Dienstag,
den 17. Februar, um 18 Uhr, Haus der katholischen Jugend, Humboldtstrasse 40."
Mit dieser Einladung
wird zu einer Beratung eingeladen, wie mit der Nazi-Kampagne
gegen den Bau der Synagoge in Bochum umgegangen wird. Weiter heisst es: "Zu diesem Zweck beabsichtigen wir,
am 13. März auf die Strasse zu gehen und mit Entschiedenheit für einen neuen Synagogenbau nicht nur in
Bochum einzutreten.Wir wollen Spenden für die jüdische Gemeinde vor Ort sammeln und auch sonst zeigen,
dass uns die Wiederentfaltung jüdischer Kultur in Deutschland von Wert ist. Nicht zuletzt als sichtbares Zeichen
dafür, dass der Lebenswille und Kampf jüdischer Menschen über den nationalsozialistischen Vernichtungswillen
gesiegt hat."
Die Einladung im Wortlaut.
Polizei-Irrtum
Zu Beginn der Pressekonferenz des Polizeipräsidenten, auf
dem das Verbot der geplanten Nazi-Demo erläutert wurde, kritisierte der Pressesprecher der Polizei die Berichterstattung
von bo-alternativ.de. Bo-alternativ habe sich über eine Sperrfrist in einer Presseerklärung des Polizeipräsidenten
hinweggesetzt. Bo-alternativ erhält aber überhaupt keine Pressemitteilungen der Polizei. Was der Polizeisprecher
nicht wusste: Die Presseagentur, die die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei erledigt, hatte die Pressemitteilung des Polizeipräsidenten
trotz Sperrfrist veröffentlicht. Der Pressesprecher der Polizei hat sich inzwischen für seine Kritik
an bo-alternativ.de entschuldigt.
AStA begrüßt Verbot der Nazi-Demo
Erleichtert zeigte sich der AStA der Ruhr-Universität über das
heute von Polizeipräsident Wenner verfügte Verbot einer Nazi-Demonstration gegen den Neubau der Bochumer
Synagoge am 13. März. Zuvor hatten sich bereits eine Gruppe Bochumer RichterInnen und die Ratsfraktionen von
SPD und Grünen für ein derartiges Verbot eingesetzt. Von Entwarnung könne allerdings keine Rede
sein: "Ein Verbot ist ein richtiger und wichtiger Schritt, aber wir müssen weiter mit allem rechnen",
dämpfte der AStA-Vorsitzende Jan Reinecke die Freude. "Immer wieder haben deutsche Gerichte in der Vergangenheit
Verbotsverfügungen aufgehoben." Im Wortlaut.
Nazis haben mehrere Demos und Infostände gegen den Bau der
Synagoge geplant
Polizeipräsident legt kompetente Verbotsverfügung vor
Auf einer Pressekonferenz hat heute der Bochumer Polizeipräsident
eine von juristischen ExpertInnen als beachtlich kompetent bezeichnete Verbotsverfügung gegen zwei von den
Nazis für den 13. und 20. März geplante Demonstrationen gegen den Bau der Bochumer Synagoge erläutert.
Bei diesem Termin wurde auch erwähnt, dass die Stadt Bochum einen geplanten Infostand der Nazis verboten hat.
Auszüge aus der Verbotsverfügung
des Polizeipräsidenten.
Bochumer Polizei-Präsident verbietet Nazi-Demo
Der Bochumer Polizeipräsident Wenner hat angekündigt,
dass er die für den 13. März angemeldete NPD-Demonstration unter dem Motto "Synagogenbau stoppen
- vier Millionen fürs Volk" verbieten wird. Einzelheiten will er am Freitagmittag auf einer Pressekonferenz
mitteilen.
In einer Resolution hat sich heute auch der Rat der Stadt Bochum dafür ausgesprochen, sämtliche
rechtlichen und politischen Möglichkeiten auszuschöpfen, antisemitische und menschenverachtende Aktivitäten
zu unterbinden.
Fraktionen von SPD und Grünen unterstützen Demo-Verbots-Forderung
der RichterInnen
Die Ratsfraktionen von SPD und Grünen im Rat der Stadt Bochum
erklären soeben gemeinsam:"Nazis sind in Bochum unerwünscht. Ebenso unerwünscht sind Kundgebungen
der NPD gegen den Bau einer Synagoge in Bochum. Es ist nicht hinzunehmen, dass mit gezielten Provokationen Rechtsradikaler
die öffentliche Ordnung in Bochum gestört wird. SPD und Grüne im Rat fordern deshalb die Stadtverwaltung
und die Polizei auf, die Kundgebung zu verbieten und etwaige andere Aktionen in Bochum effektiv zu unterbinden.
In diesem Zusammenhang unterstützen SPD und Grüne die Initiative von Richtern und Richterinnen am Amtsgericht
und am Landgericht, die ebenfalls auf ein Verbot der Kundgebung abzielt. Die Juristen nennen starke Argumente,
die auch in einem möglichen Gerichtsverfahren gegen das Verbot Gewicht haben werden. SPD und Grüne im
Rat der Stadt Bochum unterstützen nachdrücklich die Entfaltung jüdischer Kultur in unserer Stadt,
zu der der Bau der Synagoge ein wichtiger Beitrag ist."
24 Bochumer RichterInnen fordern:
Polizeipräsident soll Neonazi-Demo gegen neue Synagoge verbieten
24 Bochumer RichterInnen fordern Polizeipräsident Wenner in einem Brief auf, die für den 13. März
angemeldete Neonazi-Demonstration gegen den Neubau einer Synagoge zu verbieten. Wer sich dem Bau einer neuen Synagoge
in den Weg stelle, reihe sich 65 Jahre später erneut in die Reihe derer ein, die die alte in Schutt und Asche
legten. Mit der grundgesetzlichen Konzeption von Menschenwürde und Menschenrechten sei das ideologische Grundgerüst
der nazistischen Menschenverachtung, zu der insbesondere die Judenverfolgung und -vernichtung gehöre, ganz
und gar unvereinbar. Eine Demonstration, die in offenkundiger Anknüpfung an Naziverbrechen Synagogen "stoppen"
wolle, verstoße im Deutschland des Grundgesetzes mit Evidenz und unbezweifelbar gegen die öffentliche
Ordnung und müsse verboten werden. Die RichterInnen weisen auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts
zum Verbot einer rechtsextremen Kundgebung am Holocaust-Gedenktag 2001 hin. Danach leuchte es unmittelbar ein und
sei auch verfassungsrechtlich für ein Verbot tragfähig, wenn die Versammlungsbehörde die besondere
Provokationswirkung eines solchen Aufzuges hervorhebe und dies als Gefahr einer erheblichen Beeinträchtigung
des sittlichen Empfindens der BürgerInnen bewerte. Mindestens ebenso groß, so heißt es in dem
Brief, wären die Provokation und die Verletzung des sittlichen Empfindens in Bochum, wenn hier eine Demonstration
stattfände, welche die Folgen des Novemberpogroms von 1938 verewigen und den Neubau einer Synagoge "stoppen"
wolle. "Ein Gericht, das dies anders sähe", so schließt der Appell an den Polizeipräsidenten,
"müsste ein halbes Jahrhundert nach dem Holocaust den rechtlichen Leitsatz aufstellen, es sei mit der
deutschen öffentlichen Ordnung wieder vereinbar, dafür zu werben, Synagogen aus deutschen Städten
fern zu halten und jüdische Religionausübung zu unterbinden. Wir halten dies für ausgeschlossen."
Der Brief im Wortlaut.
Oberbürgermeister Stüber kündigt Widerstand gegen Nazi-Demo
an
Zu dem vom NPD-Landesverband NRW angemeldeten Nazi-Aufmarsch gegen den Bau der Bochumer Synagoge melden heute die
Bochumer Ruhr-Nachrichten in einer Kurzmeldung: "„Das demokratische Bochum wird den Protest nicht hinnehmen, sondern sich
,wehren', betont Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber im Vorfeld der von der Gruppe 'Wattenscheider Widerstand'
am 13. März geplanten Prostestaktion am Bochumer Hauptbahnhof." Auch aus dem Polizeipräsidium ist
mittlerweile zu vernehmen, dass geprüft wird, wie die Nazi-Demo verboten werden kann. Im Bochumer Friedensplenum
gab es gestern Abend die einhellige Einschätzung, dass es sicherlich ein sehr breites Bündnis in Bochum
geben wird, das verhindert, dass die Nazi-Demo durchführbar ist. Selbst sehr konservativen Kräften sei
klar, dass Bochum seine Ambitionen auf den Titel "Kulturhauptstadt Europa" vergessen kann, wenn die internationale
Presse darüber berichtet, dass hier Nazis unter Polizeischutz gegen den Bau einer Synagoge marschieren dürfen.
Nazi-Demo für den 13.03 angekündigt
Auf der Internetseite der Wattenscheider Nazis (Wattenscheider
Widerstand) wird für den 13. März um 12.00 Uhr am Bochumer Hauptbahnhof eine Demo des NPD-Landesverbandes
gegen den Bau der Synagoge in Bochum angekündigt.