| Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-Bund der Antifaschisten) ist empört, dass die neonazistische NPD und ihnen nahestehende Kameradschaften seit Wochen offen Propaganda betreiben können. Besonders befremdlich sind deren unbehelligte Stände in der Bochumer Innenstadt, wo offen volksverhetzende Propaganda und unter dem Deckmantel der „Steuergeldverschwendung" antisemitische Hetze betrieben wird. Befremdlich ist auch der Eifer, mit dem die Bochumer Polizei gegen Antifaschisten vorgeht, aber bei der Verfolgung von neonazistischen Straftätern erfolglos ist. So sind die Schändungen des jüdischen Friedhofes oder die perfide Beschädigung des PKW des Bochumer Rabbiners durch ein Hakenkreuz bis heute nicht aufgeklärt. Die VVN- Bund der Antifaschisten befürchtet auch, dass das Bundesverfassungsgericht letztendlich die Demonstration der Neonazis am 26. Juni in Bochum genehmigen wird, da die NPD ihren Aufruf durch verharmlosende Texte verändert hat. Wir sind enttäuscht über die bisherigen Reaktionen der politischen Parteien, der Gewerkschaften, der Kirchen und der Stadt Bochum auf die neonazistischen Provokationen. Soll denen die Straße überlassen werden, die einen Synagogenbau in Bochum verhindern wollen? Die offene und verdeckte neonazistische Propaganda gegen den Synagogenbau ist in dieser Form einmalig in der Bundesrepublik und hat für die NPD offenbar Modellcharakter. Wird bald wieder vor jüdischen Einrichtungen demonstriert? Auf diese Provokationen ist eine machtvolle Antwort aller demokratischen und antifaschistischen Kräfte notwendig. Wir rufen daher auf, die Bochumer Innenstadt an den kommenden Samstagen und vor allem am 26. Juni nicht der NPD zu überlassen, sondern den Protest der Bochumer Bürger deutlich zu machen und den Naziaufmarsch zu verhindern. |