Sehr ärgerlich

Schon wieder ist auf bo-alternativ ein Foto aufgetaucht, daß Mitglieder
der Bochumer Linken gut erkennbar abbildet. Diesmal, bzw. wieder, von
einer antifaschistischen Kundgebung, die zum Gedächtnis zweier Bochumer
Widerstandskämpfer am 14.11. am Freigrafendamm abgehalten wurde.
Für jeden Polizeibeamten des Staatsschutzes ein erfreulicher Umstand.
Fällt die politische Veranstaltung nicht in die Arbeitszeit, ist sie zu
klein oder nicht offiziell angekündigt, bo-alternativ berichtet. Und was
es für den Staatsschutz so angenehm macht, die side liefert auch von
einen Teil der Anwesenden Namen und/oder Bildmaterial (im groben Sinne:
ein Bewegungsprofil).
Aktivisten der Anti-Antifa aus der Naziscene laden sich die Bilder
runter. Sie finden es sicherlich bequem und auch amüsant, daß es ihnen
so leicht gemacht wird.
Oft sind Martin Budich und seine MitarbeiterInnen schon aufgefordert
worden, diese Veröffentlichungen sein zu lassen. Martin Budich, der
gerne die Anekdote erzählt, daß der Bochumer Staatsschutz einer der
häufigsten Besucher seiner side ist, verwies bei früheren Kritiken
darauf, daß dies öffentliche Kundgebungen seien, er kein Problem hätte
sich abgelichtet zu sehen, usw.usf..
Hartnäckig werden hier Erfahrungen aus der Antifaarbeit mit den
Anti-Antifa-Bestrebungen der Nazis ignoriert. Ebenso der Verweis, daß
die meisten der abgebildeten Leute überhaupt nicht gefragt werden, ob
sie sich im Internet wiederfinden wollen. Nicht jeder ist ein
imageorientierter Politiker oder legt Wert darauf, den oben genannten
Personengruppen sein Konterfei frei Haus zu liefern.
+Es reicht zur Dokumentation der Anzahl von DemonstratInnen oder
TeilnehmerInnen ein Bild zu liefern, daß Anzahl und Größe der Aktion
belegen. Eine Art Panoramabild, das die Identifizierung Einzelner
schlecht ermöglicht.
+Textbanner, Transparente, Stelltafeln kann man auch ohne deren
TrägerInnen wiedergeben. Bzw. die TrägerInnen bei der Aufnahme
auffordern, sich mit dem Gesicht wegzudrehen.
+Gibt es spezielle Fotos, die es Wert sind veröffentlicht zu werden,
kann man sich auch des berühmten schwarzen Balken bemächtigen und diesen
den Abgebildeten vor das Gesicht kleben.
+Leute, die sich gerne in Pixeln festgehalten im Internet wiedersehen
wolle - sei es nach einer Rede, etc. - können für sich die Verantwortung
übernehmen und abbilden lassen.
Andere Menschen aber identifizierbar für Gegner und Feinde abzubilden,
zeugt, unserer Meinung nach, von grober Fahrlässigkeit und/oder von
wenig Erfahrung, reduzierten Auseinandersetzungen und mangelnden
Verantwortungsgefühl. Erst Recht, wenn man schon einige Male daraufhin
angesprochen und auch kitisiert wurde, diese Art der Dokumentation sein
zu lassen.
Abgesehen von der politischen Notwendigkeit ihre Art der bildhaften
Berichterstattung zu ändern, kann man den bo-alternativ MacherInnen noch
folgendes sagen: Käme es wirklich einmal zu faschistischen Gewalttaten
gegenüber bis dato auf bo-alternativ Abgebildeten, so würde auf jeden
Fall immer ein Hauch an der side und ihren MacherInnen hängen, dies
durch ihre Art der bildhaften Dokumentation mit verantwortet zu haben.


Wir wünschen, daß diese unsere Stellungsnahme auf dem Brett von
bo-alternativ veröffentlicht wird, damit alle BesucherInnen diese
Meinung adäquat wahrnehmen können und gegebenenfalls sich mit eigenen
Beiträgen dazu äußern können.

Antifa „die kleinen Strolche“