An alle Vereine, Initiativen
und Institutionen, die sich an
Kemnade International
beteiligen

10.2.2000


Kemnade International

Sehr geehrte Damen und Herren,

die SPD-Fraktion und die Grünen im Rat haben bei den Haushaltsberatungen vereinbart, das für August 2000 geplante Festival Kemnade International auf das nächste Jahr zu verschieben. Diese Entscheidung, die uns sehr schwergefallen ist, wollen wir Ihnen kurz erläutern:

Die Haushaltssituation der Stadt ist in diesem Jahr besonders problematisch aufgrund der geringeren Schlüsselzuweisungen des Landes. Um handlungsfähig zu bleiben, ist Bochum als Stadt mit Haushaltssicherungskonzept aber darauf angewiesen, einen genehmigungsfähigen Haushalt vorzulegen.

Im Kulturhaushalt ist der finanzielle Spielraum in diesem Jahr zusätzlich eingeschränkt durch ein spezielles Problem. Es entstehen zusätzliche, aber unumgängliche Kosten durch den Intendantenwechsel beim Schauspielhaus. Zum anderen sind viele Gruppen und Initiativen der freien Kultur nach Kürzungen und jahrelangem Einfrieren der städtischen Zuschüsse jetzt an einem Punkt angelangt, an dem ihre Existenz unmittelbar gefährdet ist.

Für Kemnade International waren im Haushaltsentwurf der Verwaltung 200.000 DM vorgesehen. Das Kulturbüro hat überzeugend dargelegt, dass aufgrund der hohen Infrastrukturkosten von rund 130.000 DM das Festival mit diesem Betrag nicht durchgeführt werden kann. Die notwendige Erhöhung des Ansatzes um 100.000 DM wäre nur möglich gewesen entweder auf Kosten des Schauspielhauses oder auf Kosten der freien Kultur.

In einem schwierigen Abwägungsprozess sind wir dann zu dem Ergebnis gekommen, dass beim Schauspielhaus wegen der oben geschilderten Situation keine Kürzung möglich ist. Bei der freien Kultur wollten wir die Existenz bestehender Einrichtungen nicht gefährden. Die daraus resultierende dauerhafte Verarmung des kulturellen Lebens in Bochum können wir nicht verantworten.

Deshalb haben wir keine andere Lösung gesehen, als Kemnade International um ein Jahr zu verschieben. Wir verstehen die Enttäuschung aller Beteiligten, zumal wir wissen, dass in vielen
Initiativen und anderen Städten schon konkrete Vorbereitungen angelaufen sind.

Wir sind sicher, dass Kemnade International im nächsten Jahr mit einem noch einmal verbesserten Konzept erfolgreich durchgeführt werden kann. Wir rufen alle Interessierten auf, dazu beizutragen.


gez. Rita Jobs
Kulturpolitische Sprecherin
der SPD-Fraktion
gez. Gabriele Riedl
Kulturpolitische Sprecherin
der GRÜNEN im Rat