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Ruhr Nachrichten 14.3.01 Bochum
Westkreuz-Kosten explodiert
Bürgerinitiative sieht im städtischen Etatentwurf andere Summen als die 1996 genannten
Die Bürgerinitiative Bochum gegen die DüBoDo hat den seit 1996 genannten Summen immer misstraut und sieht
sich nun bestätigt: Die Kosten für das Westkreuz sind "explodiert".
Der Blick in den Haushaltsentwurf der Stadt Bochum für 2001/2002 habe es an den Tag gebracht, berichteten
gestern die Initiativen-Sprecher Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt und Eckhard Stratmann-Mertens. Auf dem SPD-Unterbezirksparteitag
am 27. Januar 1996 erkärte der damalige Landesverkehrsminister Wolfgang Clement, das Westkreuz sei für
75 bis 80 Millionen Mark zu haben - als Teil der "Bochumer Lösung", die eine Verlängerung der
A 44 an Opel vorbei zum Sheffieldring wie auch die Verknüpfung des Außenrings mit der A 40 nördlich
der Wattenscheider Straße (Westkreuz) vorsieht. Der auf die Stadt entfallende Anteil solle sich auf acht
Millionen DM beschränken, stand in der Verwaltungsvorlage zum Stadtentwicklungsausschuss am 11. Dezember 1996.
Der Haushaltsplanentwurf weist nun 124,8 Millionen DM an Gesamtkosten (Planungskosten, Grunderwerb, Ausbaukosten),
an Zuweisungen von Bund und Land 110,93 Mio. DM aus. Demnach beträgt der Anteil der Stadt 13,87 Mio. DM. Eckhard
Stratmann-Mertens: "Der Kostenvergleich von 1996 bis heute zeigt, dass die veranschlagten Gesamtkosten für
das Westkreuz um rund 45 Millionen Mark, also um 56 Prozent, stiegen. Der Stadtanteil wuchs um rund sechs Millionen
DM, also um 74 Prozent." Nach den Erfahrungen mit anderen Projekten dieser Größenordnung bleibe
es nicht bei diesen Summen.
Baubeginn für das Westkreuz soll 2004 sein. Weil es bezahlt werden soll aus dem "Anti-Stau-Programm",
in das ab 2003 die LKW-Maut fließt, geht die Initiative angesichts der rot-grünen Koalitionen in Bund,
Land und Stadt nicht davon aus, das Projekt werde abgeblasen. Von den Grünen im Rat zeigte sich Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt
enttäuscht. "Nach außen" unterstützten sie zwar den Widerstand gegen die "Bochumer
Lösung", würden aber in Absprache mit der SPD letztlich dem Westkreuz zustimmen:
"Das bringt sie einmal mehr um ihre ökologische Glaubwürdigkeit."
Siegfried Gusek
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