Die WAZ berichtet, dass der Leiter des Umweltamtes, Gerd Zielinsky, versprochen
hat, noch vor der Sommerpause einen Klimabericht herauszugeben. Dies ist ausgesprochen erfreulich.
Gleichzeitig schreibt die WAZ: "Er trat damit Gerüchten gegenüber, sein Amt hätte den 1998
beschlossenen Bericht schlicht 'vergessen'. Das jedenfalls wurde schon auf Internetseiten kolportiert."
Auf den Seiten von www.bo-alternative.de war aus einer Studie von Eckhard Stratmann Mertens (Öko-Regio-Büro)
zitiert worden: "Im Januar 1998 beschloss der Umweltausschuss des Rates der Stadt Bochum, die Verwaltung zu
beauftragen, "einen Klimaschutzbericht zu erstellen und bei wesentlichen Änderungen, Entwicklungen und
Entscheidungen zu aktualisieren". Einstimmig beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, "den ersten Klimaschutzbericht
bis Ende 1998 zu erstellen". Ein solcher Klimaschutzbericht der Stadt liegt bisher nicht vor..." Wenn
diese Meldung dann bei "bo-alternativ.de" die Überschrift erhält: "Umweltamt verpennt
Arbeitsauftrag und keineR merkt's" dann ist das nicht das Verbreiten von Gerüchten (nichts anderes heißt
kolportieren), sondern einer harter Fakt: Der Klimaschutzbericht lag Ende 1998 nicht vor und niemand hat es gemerkt.
Als im Agenda-21-Prozess in den vergangenen Monaten darüber diskutiert wurde, dass ein Klimaschutzkonzept
erstellt werden soll, hat niemand vom Umweltamt signalisiert, dass ein Klimaschutzbericht in Vorbereitung sei.
Erst als Eckhard Stratmann-Mertens in seiner Studie an den in Vergessenheit geratenen Beschluss des Umweltschusses
erinnerte, scheint das Umweltamt aufgewacht zu sein. Das Nachhaken der WAZ in dieser Angelegenheit wird das Erstellen
dieses Berichts sicherlich beschleunigen.
Die Ignoranz des Umweltamtes gegenüber der parlamentarischen Demokratie dokumentiert der WAZ-Bericht ganz
eindrucksvoll: "Ursprünglich hatte der Umweltausschuss auf einen Klimabericht gedrungen, der alle halbe
Jahre aktualisiert wird. Diesen Zyklus werde man nicht leisten können." Auf gut deutsch: Der Umweltausschuss
ist etwas doof und wir werden uns als Verwaltung einfach nicht an diesen Auftrag halten.
Gut das dies jetzt einmal öffentlich wird.