Linkes Netzwerk Bochum
Bochum, den 28.1.00
Pressemitteilung
Rot-Grün: Gleichstellungspolitik als schönste Nebensache der Welt?
Die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten wird klammheimlich verwaltungsintern ausgeschrieben
Das linke Netzwerk Bochum
protestiert dagegen, wie die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bochum neu besetzt werden soll. Die
bisherige Amtsinhaberin Frau Dr. Ott ist Leiterin des Sozialamts geworden. Die Neubesetzung soll in aller Stille
stattfinden. Weder wurde Frau Ott öffentlich aus ihrem bisherigen Aufgabengebiet verabschiedet und ihre Verdienste
gewürdigt, noch wurde öffentlich, dass die Stelle ausschließlich verwaltungsintern ausgeschrieben
wurde. Das bedeutet, dass die rot-grüne Koalition in Bochum darauf verzichtet, auch kompetente Frauen außerhalb
der Bochumer Stadtverwaltung zu einer
Bewerbung zu ermutigen. Scheinbar sind vor allem Verwaltungskompetenzen erwünscht. Dies erstaunt allein schon
vor dem Hintergrund des angestoßenen AGENDA-Prozesses, mit dem ja eigentlich versucht werden soll, die Bevölkerung
in die politische Gestaltung einzubeziehen. Es stellt sich die Frage, warum nur eine Frau aus der Stadtverwaltung
die Kompetenz haben sollte, die Fraueninteressen in Bochum zu bündeln.
Sollte eine bisherige Mitarbeiterin der Gleichstellungsstelle Nachfolgerin von Frau Ott werden, steht außerdem
zu befürchten, dass deren bisherige Stelle nicht wieder besetzt wird. Auch unter rot-grün auf Bundes-
und Landesebene ist derart restriktiv mit der Gleichstellungpolitik umgegangen worden.
Wir fordern daher die Stadt auf, die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten öffentlich auszuschreiben und
die Bewerbungsfrist vom 4. Februar aufzuheben.
Das "linke Netzwerk Bochum" ist ursprünglich als links-grün-alternatives Netzwerk entstanden,
als viele Mitglieder der Grünen nach dem Jugoslawienkrieg ihre Partei verlassen haben. Heute versteht sich
das linke Netzwerk Bochum nicht mehr als Abspaltung der Grünen, sondern als neue politische Gruppierung, die
außerparlamentarisch politisch Einfluss nehmen will. Die meisten Mitglieder des Netzwerkes haben vorher keiner
Partei angehört.