Ruhr-Nachrichten, 11. 2. 00

Protest gegen internes Ausschreibungsverfahren für Frauen-Beauftragte

"Kleine Lösung" bei der Gleichstellung?

(hm) - Gegen das Ausschreibungsverfahren für die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt machen die Mitglieder mehrerer Frauenverbände mobil. In einem offenen Brief wenden sie sich an OB Ernst Otto Stüber und die Ratsmitglieder. Streitpunkt ist das verwaltungsinterne Ausschreibungsverfahren. Nach Ansicht der Frauen hat man sich hier für eine kleine Lösung entschieden. Und so ganz falsch ist diese Ansicht nicht. Stadtpressesprecher Thomas Sprenger betont: "Die Stadt ist angehalten zu sparen." Außerdem gelte es die eigenen Kräfte im Hause zu mobilisieren und eigene Stärken auszunutzen. "Der vergleichbare Posten des Stadtpressesprechers wurde aber auch außerhalb ausgeschrieben", kontert Hella Eberhardt vom Verein zur Förderung der Frauengesundheit. Die interne Ausschreibung, so ihre Kritik, würde der Bedeutung der Stelle nicht gerecht. Zum einen schließe man so eine große Anzahl kompetenter Frauen aus. Bei einem Treffen von Frauenverbänden in der Gleichstellungsstelle wurde am Mittwoch abend die Frage aufgeworfen, ob die zukünftige Stelleninhaberin vor allem Verwaltungskompetenzen vorweisen solle, oder ob man jemand mit Erfahrungen in Frauenprojekten suchen müsse.