GRÜNE JUGEND GEGEN STUDIENGEBÜHREN
Auf scharfe Kritik stößt die Forderung der CDU-Vorsitzenden Angela
Merkel, Studiengebühren ab dem ersten Semester einzuführen.
Christian Michalak, Sprecher der Grünen Jugend Bochum und
Geschäftsführer der Grünen im Ennepe-Ruhr-Kreis:
"Wir haben zu wenige Akademiker in Deutschland. Noch weniger davon
kommen aus einkommensschwachen Familien. Studiengebühren, das zeigen
Erfahrungen in Großbritannien, schrecken gerade Einkommensschwache von
der Aufnahme eines Studiums ab und sind deswegen sozial ungerecht. Der
richtige Weg aus der selbst gemachten Bildungskrise ist, die staatlichen
Bildungsausgaben massiv zu erhöhen, Schulen und Universitäten zu
reformieren und mehr Menschen aus den unteren Einkommensschichten das
Abitur und ein Studium zu ermöglichen. Das Geld dafür wäre bei einer
gerechteren Besteuerung vorhanden. Wenn wir die viel gepriesene
Chancengleichheit erreichen, entfällt auch die vorgeschobene
Umverteilungsdiskussion. Gute Ausbildung schafft Arbeitsproduktivität
und Wachstum und davon profitiert die gesamte Gesellschaft. Deshalb
sollte die gesamte Gesellschaft solidarisch für die Bildungsfinanzierung
vom Kindergarten bis zum Hochschulabschluss aufkommen".
Michalak wertete den Vorstoß Merkels als einen Versuch, die in
Deutschland vergleichsweise geringen staatlichen Bildungsausgaben weiter
zu reduzieren. "Dass immer öfter diejenigen Studiengebühren fordern, die
von einem gebührenfreien Studium profitiert haben, ist ein starkes
Stück".
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