Sonntag 25.11.18, 15:19 Uhr

Ausstellung in Bochum: Frieden geht

„Frieden geht anders!“, heißt eine Ausstellung, die Pax Christi in die Kunstkirche Christ-König am Steinring geholt hat. Auf großen Bildtafeln werden Beispiele nicht-militärischer Konfliktlösungen dargestellt: Ein Ende des Bürgerkriegs in Liberia durch zivilgesellschaftliche Zusammenschlüsse, die vor allem von Frauen ausgingen; Boykott und internationaler Druck als Mittel gegen das südafrikanische Apartheits- regime; Mut zur Gewissensentscheidung am Beispiel des sowjetischen Generals Stanislaw Petrow, der nach einem vermeintlichen Raketenangriff entschied, abzuwarten und nicht den dritten Weltkrieg auszulösen. Weitere Tafeln zeigen Beispiele von diplomatischen Lösungen, Verhandlungsstrategien und Verträgen, die Bürgerrechts- gruppen innerhalb der sozialistischen Staaten die Freiräume zum gesellschaftlichen Umbruch verschafft hätten.  Dass der „baltische Weg in die Freiheit“ mittels Volksliedern und Punk, „Liedern, die die Welt verändern“, einen Weg zum Frieden eröffneten, kann angesichts des Wiederauflebens von Nationalismus und  faschistischen Traditionen in Estland, Lettland und Litauen bezweifelt werden.

Ein Beispiel für den Kampf gegen den militärisch-industriellen Komplex fehlt in der Ausstellung. Ein erfolgreiches Beispiel dafür wäre auch schwer zu finden, doch der Versuch dazu, den die auch von Pax Christi unterstützte „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“ geht, wäre es wert, verbreitet zu werden. Grundlegend aber ist die zitierte Einsicht der Frauen aus Liberia: „Uns wurde klar, es genügt nicht länger, für den Frieden zu beten.“

Ausstellung mit Begleitprogramm vom 22. November bis 2. Dezember 2018, Kunstkirche Christ-König, Steinring 34, Mo bis Fr: 15.00 bis 19.00 Uhr Sa, So: 11.00 bis 17.00 Uhr.



 

Dienstag 20.11.18, 18:36 Uhr

Millionen für Militärforschung an Universitäten

Mit rund 47 Millionen Euro finanzierte die Bundeswehr allein im 1. Halbjahr 2018 190 Vorhaben zur Erforschung von Waffensystemen an Hochschulen und Universitäten. 2017 waren es 79 Millionen. In diesem Jahr bekamen 24 Hochschulen Geld vom Bundesverteidigungs- ministerium, berichtete tagesschau.de . Welche Projekte das sind, darf die Öffentlichkeit nicht erfahren. Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) beobachtet diese  Entwicklung seit langem. Am nächsten Mittwoch, 28. November,  wird Christoph Marischka von der IMI  über die zunehmende Militarisierung von Forschung und Lehre auch in unerwarteten Bereichen sprechen. Sein Vortrag „Hochschulen und Krieg“ findet in Kooperation von Volkshochschule und Bochumer Friedens- plenum im Raum 039 der VHS im BVZ ab 18.30 Uhr statt.

Dienstag 20.11.18, 10:35 Uhr
Mittwoch, 21. November, um 20.15 Uhr in der ARD (Das Erste) :

Investigativer Spielfilm „Saat des Terrors“ / Dokumentation „Spur des Terrors“

Im Film wie in der anschließenden Dokumentation geht es um die Rolle westlicher Geheimdienste im Aufbau von Terrorstrukturen. Näheres hier .

Sonntag 18.11.18, 14:31 Uhr

Täter und Opfer

An den alten „Ehrenmalen“ und Kriegerdenkmälern in vielen Bochumer Stadtteilen wurde und wird am Volkstrauertag der toten deutschen Soldaten gedacht. Früher wurden dort offen die „Helden“ geehrt, die angeblich für das Vaterland gefallen seien, heute nennt man das: „Gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt“. Beteiligt sind Reservistenverbände, Schützenvereine, Abordnungen der Bundeswehr, Feuerwehr und christliche Posaunenchöre. Die deutschen Soldaten, die Angriffskriege geführt und viele Millionen Menschen getötet haben, waren Täter. Sie mit ihren Opfern gleichzusetzen, ist eine Verhöhnung der Ermordeten – und eine Verharmlosung ihrer Taten. Und wenn sie auch  verführte Opfer der jeweiligen Kriegsherren waren, so waren sie  Opfer ihrer Unfähigkeit, sich rechtzeitig gegen Kriegsvorbereitungen zu wehren.

Donnerstag 15.11.18, 16:46 Uhr

Nachdenkliches statt Heldengedenken

Am Sonntag, dem 18. November, findet anlässlich des Volkstrauertages die Gedenkveranstaltung der Stadt Bochum mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge statt. Der Geschichts-Leistungskurs der Oberstufe von Goethe- und Hildegardis-Schule gestaltet die Gedenkveranstaltung und schreibt auf seiner Webseite: „Zu diesem Anlass versammeln wir uns um 15 Uhr in der Aula der Goethe-Schule, um dort eine Rede über die in Bochum gestorbenen Zwangsarbeiter zu halten, von denen 307 auf einem Gräberfeld (Foto) in Bochum beigesetzt wurden. Anschließend begeben wir uns zu diesem Gräberfeld auf dem Blumenfriedhof, um dort Infos über Einzelschicksale der Fremdarbeiter zu erhalten. Das Grab ist ungepflegt und wirkt verwahrlost. Unser Ziel ist es, diesen Toten eine ehrwürdige Grabstätte zu errichten und einen Gedenkort zu schaffen.“ (weiterlesen)

Dienstag 13.11.18, 16:44 Uhr

Bundeswehrwerbung in der Hochschule – Hausverbot fürs Friedensplenum

Die Bundeswehr war wie selbstverständlich dabei, als heute an der Bochumer Hochschule Karrieremöglichkeiten in verschiedenen Firmen vorgestellt wurden. Der Oberbürgermeister Thomas Eiskirch fungierte     als Schirmherr dieses „Career-Day“. Vor den Eingängen verteilte das Friedensplenum ein Flugblatt gegen das „Werben fürs Sterben“. Die Studentinnen und Studenten zeigten viel Interesse daran. Ganz anders reagierte der Herr, der sich auf Nachfrage als Norbert Dohms, Dezernent der Hochschule, vorstellte. Er wies das Friedensplenum kurzerhand vom Gelände. Die Bundeswehr sei eine öffentliche Einrichtung, die eingeladen sei und er könne nicht dulden, dass (draußen) Flugblätter gegen sie verteilt würden. Mahnungen gegen Krieg und Gewalt erschienen dem Leiter des Dezernats „Kommunikation, Innovation, Transfer“ offensichtlich als unberechtigt. Wenig kommunikativ, wenig tolerant, wenig demokratisch gebrauchte er einfach seine Macht. Es schien sein Gewissen nicht zu belasten, dass seine Studentinnen und Studenten als Kanonenfutter oder als Steuerpersonal für Panzer und Drohnen angeworben werden.

Donnerstag 01.11.18, 18:38 Uhr

Wohnen statt Drohnen

Aktion des Friedensplenums am Samstag

 

Die Initiative „abrüsten statt aufrüsten“  ruft für den 1.-4.11.2018 – aus Anlass der 2. und 3. Lesung des Bundeshaushaltes – zu bundesweiten Aktionen auf. „Schulen sind marode und Kitas fehlen überall, der soziale Wohnungsbau muss dringend ausgebaut werden, Krankenhäuser werden benötigt, dem öffentlichen Nahverkehr fehlen Gelder, die kommunale Infrastruktur verkommt, die Alterssicherung und die Pflege sind unterfinanziert, Geflüchtete benötigen Unterstützung, der ökologische Umbau stagniert, Finanzen für Klimagerechtigkeit sind nicht vorhanden und internationale Hilfe zur Selbsthilfe wird verweigert.

Aber: Geld für die Rüstung ist fast unbegrenzt vorhanden. Der Rüstungsetat 2019 soll um 11,4% steigen auf 42,4 Milliarden Euro, 60 Milliarden für Rüstung ist das nächste Ziel der Verteidigungsministerin, um dann den Etat – wie die „Stiftung Wissenschaft und Politik“ errechnete – bis zum Jahr 2024 weiter auf 85 Milliarden zu steigern“, heißt es im Aufruf.

Das Bochumer Friedensplenum sammelt am Samstag, 3. November von 9.30 bis 11.30 Uhr, am Rande des Marktes in Riemke weitere  Unterschriften unter den Aufruf des Bündnisses „abrüsten statt aufrüsten“. Mit griffigen Formulierungen wie „Bildung statt Bomben“, „Rente statt Raketen“, „Wohnen statt Drohnen“  und „Kita statt Kanonen“ soll deutlich gemacht werden, dass Druck entwickelt werden muss, um Rüstungslobbyisten und Kriegstreibern etwas entgegen zu setzen.

Samstag 20.10.18, 11:36 Uhr
Vortrag in Bochum:

Waffenhandel – Wie NRW am Krieg verdient

Am Dienstag, den 30.Oktober, hält der bekannteste Kritiker deutscher Waffenexporte Jürgen Grässlin in Bochum den Vortrag „Waffenhandel – Wie NRW am Krieg verdient“. Damit beginnt eine Veranstaltungsreihe des Friedensplenums mit der Bochumer Volkshochschule. In dieser Reihe sollen regelmäßig bekannte WissenschftlerInnen, AutorInnen, Militär-und RüstungskritikerInnen für Vorträge in Bochum gewonnen werden. Ausnahmsweise wird  für den Vortrag Grässlins ein Teilnahmebeitrag von 5 Euro erhoben. Das Geld hilft, die Prozesse zu finanzieren, die er z.B. gegen Heckler & Koch, den Hersteller der Kleinwaffen, mit denen Tausende Menschen überall auf der Welt getötet werden, führt. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Clubraum der VHS im Bildungs- und Verwaltungszentrum. Anmeldungen für die Kursnummer X13030 unter: 0234/910 – 1555 oder im Internet unter www.vhs-bochum.de

Donnerstag 18.10.18, 18:06 Uhr

Keine Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien!

Die Bochumer Bundestagsabgeordnete der Linken Sevim Dagdelen kritisiert die Doppelmoral der Bundesregierung im Umgang mit Saudi-Arabien: „Die Kriegsverbrechen im Jemen und der Mord am Journalisten Khashoggi müssen Konsequenzen haben. Der Export weiterer Mordwerkzeuge an die saudische Diktatur muss sofort gestoppt werden. Business as usual mit der islamistischen Monarchie käme einem Freibrief für Mord und Kriegsverbrechen gleich.Während im Fall von Sergej Skripal sofort russische Diplomaten in vorauseilendem Gehorsam ausgewiesen wurden, belässt man es bei Saudi-Arabien bei wohlfeilen halbseichten Aufforderungen zur rückhaltlosen Aufklärung. Das signalisiert den Saudis, dass sie sich alles erlauben können. Und es zeigt die Doppelmoral der Bundesregierung.

Saudi-Arabien ist eine Gefahr für Frieden und Stabilität in der Region und der ganzen Welt. Und es ist eine Gefahr für Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Menschenrechte. Die Bundesregierung muss endlich diplomatische Konsequenzen ziehen und ihre schauderhafte Nähe zur Kopf-ab-Diktatur beenden. Außenminister Heiko Maas ist aufgefordert, Haltung zu zeigen, die er sonst bei jeder Gelegenheit einfordert. Die Rüstungsexporte an Riad müssen sofort gestoppt, die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes für Saudi-Arabien verschärft werden.“

German-Forein-Policy berichtete am Dienstag unter der Überschrift „Mord im Konsulat“: „Trotz des mutmaßlichen Mordes an dem saudischen Oppositionellen Jamal Khashoggi wollen sich deutsche Unternehmen kommende Woche auf einer Konferenz in Riad um lukrative Aufträge in Saudi-Arabien bemühen.“

Dienstag 09.10.18, 16:47 Uhr

Essener Demo gegen JAPCC

Über die Demonstration gegen  das  NATO-Exzellenzzentrum Joint Air Power Competence Center (JAPCC) in Essen am letzten Samstag berichtet IMI-Aktuell: Etwa 200 Menschen nahmen an der Demonstration laut lokalkompass.de teil, darunter Redner*innen von SPD, Grünen und Linken. Der Beitrag verlinkt auch auf ein Interview, in dem einer der Organisatoren der Demo die Themen der jährlichen Konferenzen zusammenfasste: „In der Konferenz von 2015 ‚Strategische Kommunikation‘ ging es darum das Denken und Handeln der Öffentlichkeit und der politischen Entscheidungsträger/innen im Sinne einer Unterstützung der Aktivitäten der Nato zu beeinflussen. 2016 ging es um die Fähigkeit, Kampfgeschehen auch in geschädigter Umgebung zu gewinnen. Im letzten Jahr befand die Konferenz zur ‚Abschreckung‘ nach ihrem Auswertungsmanuskript, dass es zu erwägen sei, die Nuklearschwelle zu senken. Dieses Jahr heißt die Konferenz „Der Nebel des Tages Null – Luft und Weltraum an der Frontlinie“. Es geht unter anderem darum, ob die Nato die Einstellung, Haltung und Bereitschaft hat, am Tag Null auch in Europa zu kämpfen.“