Frauen Gesundheits Zentrum i.G.
Verein zur Förderung der Frauengesundheit im Ruhrgebiet e.V.


Grußwort an die freiraum-Demo, am 4.3.2000, um 11.00 Uhr, Husemann Platz

Liebe Leute vom freiraum-Projekt, liebe DemonstrantInnen,

ich spreche hier im Namen der Projektgruppe für ein Frauengesundheitszentrum. Wir möchten mit diesem Grußwort die Forderung nach einem selbstverwaltetem Zentrum für Initiativen unterstützen.
Wir wissen aus Erfahrung, wie schwierig es ist, als Initiative überhaupt an einen Raum allein für Treffen zu kommen. Unsere Gruppe hat sich über 1 Jahr im Bhf Langendreer getroffen. Allerdings sind dort die Räumlichkeiten z.B. am Mittwoch (eurem und unserem Gruppentermin) relativ häufig überbelegt. Eine eigene Infrastruktur wie Literatursammlung, Ordner mit Unterlagen, Telefon, Anrufbeantworter usw. auf zu bauen, ist unter solchen Umständen praktisch unmöglich. Vor einem knappen Jahr haben wir daher einen Raum an 2 Tagen in der Woche angemietet. Die finanzielle Belastung ist für unsere Verhältnisse allerdings recht hoch. Wenn das Projekt Frauengesundheitszentrum umgesetzt werden soll, brauchen wir natürlich auch größere und zentraler gelegene Räumlichkeiten. Dann werden wir vor einem ähnlichen Problem stehen wie ihr jetzt.
Der Bhf Langendreer ist ein unverzichtbarer Ort für Soziokultur und Politik von unten. Er ist auch gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Aber er ist an der Grenze seiner Kapazitäten angekommen, zumal auch er unter schwierigen finanziellen Bedingungen arbeitet. Zudem liegt er nicht im Herzen der Stadt. Wie ihr richtig angemerkt habt, fehlt in der Bochumer Innenstadt ein Ort, an dem sich Initiativen treffen und Veranstaltungen durchführen können.
Unter dem Stichwort Lokale Agenda werden die BürgerInnen dieser Stadt aufgerufen, sich in die Politik ein zu mischen. Aber wird denn den Gruppen, die dies schon tun, Unterstützung gewährt? In einigen wenigen Fällen ja, aber in vielen Fällen lässt mann sie am langen Arm verhungern oder vor sich hin krebsen. Geld und Räume sind nicht alles, aber ohne sie ist politische Arbeit schwierig bis unmöglich. Und ab einem gewissen Punkt wird sie ineffektiv.

Wir wünschen euch viel Erfolg bei euren Verhandlungen mit der Stadt.

Für einen Ort der Politik und Kultur von unten
Für ein selbstverwaltetes Zentrum in der Innenstadt
Für das Projekt freiraum

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