Freitag, 28. Mai, 19.30 Uhr, Bahnhof Langendreer
Für ein anderes Europa, Teil 4:
EU 2004 – Sozialabbau &Weltmachtkurs
Mit Georg Polikeit
Mit diesem vorerst letzten Teil unserer EU-Reihe wollen wir noch einmal zusammenfassend die skandalöse Quintessenz
der EU-Konstruktion darstellen. Dieser Informationsabend – zwei Wochen vor der Europa-Wahl und vier Wochen nach
dem Anschluss von zehn weiteren Ländern – fällt in die heiße Phase der Europa-Propaganda der neoliberalen
rotgrüngelbschwarzen Einheitspartei. Und weil sie uns bis zum Schluss (freiwillig) nicht verraten werden,
dass etwa die Agenda 2010 und die neue Militärdoktrin der Bundeswehr Teile des neoliberal-miltaristischen
EU-Projekts sind , oder dass etwa der „ERT“, der „Europäische Runde Tisch der Industriellen“ Empfehlungen
gibt, die man als bürgerliche PolitikerIn nicht ablehnen kann, deswegen müssen wir uns diese Informationen
selbst beschaffen.
Unser Referent, Georg Polikeit, hat gerade den höchst informativen isw-Report Nr. 57 zur EU veröffentlicht.
Er hat alles untersucht: die angebliche „Beschäftigungspolitik“ genau so wie den rückwärtsgewandten
Verfassungsentwurf und die fehlende Sozialcharta, die „EU als Global Player“, aber auch und vor allem: die Konsequenzen
der Osterweiterung („Unterordnung als abhängige Peripherie“).
Gerade beim Anschluss der Beitrittsländer resümiert Polikeit unter anderem: „es
ging und geht um die Nutzung des ost- und südeuropäischen Raumes als Manövrierfeld der Konzerne
und Banken für eine Standortpolitik der „billigen Arbeitskräfte“ und des Lohn- und Sozialdumpings sowie
der Deregulierung der Arbeitsverhältnisse, um die Zerstörung sozialstaatlicher Einrichtungen sowohl im
Osten wie im Westen und die damit verbundene Schwächung der Gewerkschaften und betrieblichen Interessenvertretungen...“
Letzteres eine Erkenntnis, die allmählich den Betroffenen hierzulande bewusst wird – aber vermutlich erstmal
zu spät. Für die EU-Gewinnler haben die Geheimhaltung und das Schönreden Sinn gemacht.
Veranstaltet von Bhf-Lgdr./Politik und dem Bochumer Sozialforum. |