Offener Brief

An den

Oberbürgermeister der Stadt Bochum, Herrn Stüber

 

An die Bürgermeisterinnen Frau Schäfer und Frau Riedl

 

des Weiteren zur Kenntnisnahme an:

die Gleichstellungsstelle Bochum, den Frauenbeirat der Stadt Bochum,

die Initiative für ein Frauenprojektehaus im Rahmen des Arbeitskreises Lokale Agenda aus Frauensicht

das Frauenarchiv ausZeiten,

das Frauenbüro der RuhrUniversität, das Kulturzentrum Bhf Langendreer

 

sowie an die Redaktionen von:

WAZ, TAZ-Ruhr, Ruhrnachrichten, BSZ, Stadtspiegel, Bodo, Grünspecht, Bochumer Frauninfo

Bochum, den 11.7.2001

Sehr geehrter Herr Stüber, sehr geehrte Frau Schäfer, sehr geehrte Frau Riedl,

wie ich bereits an verschiedener Stelle öffentlich mitgeteilt habe (u.a. auf der Veranstaltung der Gleichstellungsstelle zum 8. März 2001), ist mir der mittlerweile nicht mehr ganz neue Name des Bochumer “Bürgerbüros” ein Dorn im Auge und ein großes Ärgernis. Als Frau, Feministin und Bürgerin dieser Stadt empfinde ich dieses Aushängeschild der Stadt Bochum  persönlich als Beleidigung  und als Affront gegenüber allen Bürgerinnen dieser Stadt. Diese Bezeichnung ist anachronistisch, ignorant und im Zusammenhang mit dem Landesgleichstellungsgesetz geradezu grotesk. Wie will die Stadt Bochum glaubwürdige Gleichstellungspolitik, bzw. erfolgreiches Gendermainstreaming betreiben, wenn bereits auf der einfachen Ebene der sprachlichen Umsetzung, so fahrlässig gehandelt wird. Ich fordere Sie auf, möglichst bald eine Umbennenung dieser Einrichtung, die sich als offensiv im Interesse aller Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt verstehen muss, vorzunehmen.

Zur Erleichterung hier einige Vorschläge:

Die eleganteste Lösung wäre zweifellos das BürgerInnenbüro, gefolgt vom Bürger/innenbüro oder Büro für Bürgerinnen und Bürger, weitere sinnvolle Namen wären ganz sicher in einem Ideenwettbewerb zu finden. Das Argument der eventuellen sprachlichen Umständlichkeit bei einer notwendigerweise etwas längeren Benennung wird um ein Vielfaches aufgehoben durch die politische Bedeutung einer korrekten Benennung dieser Institution.

Ich freue mich auf eine baldige Umsetzung meines Anliegens, das ganz sicher ein persönliches, aber ebenso eines im Interesse aller BürgerInnen dieser Stadt und - last not least -  im Interesse des Ansehens der Stadt Bochum selbst ist, und verbleibe mit freundlichen Grüßen

 

                                                                       Ulrike Janz