Offener Brief
An
den
Oberbürgermeister
der Stadt Bochum, Herrn Stüber
An
die Bürgermeisterinnen Frau Schäfer und Frau Riedl
des Weiteren zur Kenntnisnahme
an:
die Gleichstellungsstelle Bochum,
den Frauenbeirat der Stadt Bochum,
die Initiative für ein Frauenprojektehaus
im Rahmen des Arbeitskreises Lokale Agenda aus Frauensicht
das Frauenarchiv ausZeiten,
das Frauenbüro der RuhrUniversität,
das Kulturzentrum Bhf Langendreer
sowie an die Redaktionen von:
WAZ, TAZ-Ruhr, Ruhrnachrichten,
BSZ, Stadtspiegel, Bodo, Grünspecht, Bochumer Frauninfo
Sehr
geehrter Herr Stüber, sehr geehrte Frau Schäfer, sehr geehrte Frau Riedl,
wie ich bereits
an verschiedener Stelle öffentlich mitgeteilt habe (u.a. auf der Veranstaltung der Gleichstellungsstelle zum
8. März 2001), ist mir der mittlerweile nicht mehr ganz neue Name des Bochumer “Bürgerbüros” ein Dorn im Auge und ein großes Ärgernis. Als Frau, Feministin und Bürgerin
dieser Stadt empfinde ich dieses Aushängeschild der Stadt Bochum persönlich als Beleidigung und als Affront gegenüber allen Bürgerinnen dieser Stadt. Diese Bezeichnung ist anachronistisch, ignorant und im Zusammenhang mit
dem Landesgleichstellungsgesetz geradezu grotesk. Wie will die Stadt Bochum glaubwürdige Gleichstellungspolitik,
bzw. erfolgreiches Gendermainstreaming betreiben, wenn bereits auf der einfachen Ebene der sprachlichen Umsetzung,
so fahrlässig gehandelt wird. Ich fordere Sie auf, möglichst bald eine Umbennenung dieser Einrichtung,
die sich als offensiv im Interesse aller Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt verstehen muss, vorzunehmen.
Zur
Erleichterung hier einige Vorschläge:
Die
eleganteste Lösung wäre zweifellos das BürgerInnenbüro, gefolgt vom Bürger/innenbüro oder Büro für Bürgerinnen und Bürger, weitere sinnvolle Namen wären ganz sicher in einem Ideenwettbewerb zu finden. Das
Argument der eventuellen sprachlichen Umständlichkeit bei einer notwendigerweise etwas längeren Benennung
wird um ein Vielfaches aufgehoben durch die politische Bedeutung einer korrekten Benennung dieser Institution.
Ich
freue mich auf eine baldige Umsetzung meines Anliegens, das ganz sicher ein persönliches, aber ebenso eines
im Interesse aller BürgerInnen dieser Stadt und - last not least - im Interesse des Ansehens der Stadt Bochum selbst ist, und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Ulrike Janz