Anregung zur Auseinandersetzung zwischen Radio BonteKoe und der Kulturabteilung des Bhf.-Langendreer
Als Außenstehender, aber auch als Insider, bin ich angesichts der Entwicklung des Bhfs.- weg von der Politik
und hin zu kommerzieller Kultur-, die ich mit Interesse und Erstaunen seit Jahren verfolge eigentlich nicht mehr
erstaunt, wie sich das Gremium des Hauses auch in dieser Frage positioniert. Wir alle wissen, welche Horroszenarien
sich während des G 8-Gipfels in Genua abgespielt haben. Noch heute sind viele GenossInnen inhaftiert, die
auf unsere Solidarität in praktischer und moralischer Hinsicht angewiesen sind. Auf diesem Hintergrund fragt
Radio BonteKoe, die Veranstalter des Konzertes mit Fermin Muguruza sind, beim Bhf. an die Getränkeüberschüße
zur Unterstützung der politischen Gefangenen und der Solidaritätsbewegung zur Verfügung zu stellen.
Ohne inhaltliche Begründung blockt das Gremium dieses Anliegen ab, verliert sich in Allgemeinplätzen
und verweist darüber hinaus auf die ökonomische Situation des Hauses bzw. auf eine von ihnen getätigte
Spende in Höhe von 500 DM.
Natürlich darf es keinen Spendenzwang geben, aber ein schwarzer Stern am Hause soll deutlich signalisieren,
wo mensch politisch steht. Somit ist es ein Widerspruch, sich kaum zu den Vorfällen in Genua zu verhalten.
Aber gerade das sozio-kulturelle Konzept, welches auch oder besonders poltische Arbeit vorsieht, kommt an diesem
Punkt nicht zum Tragen, obwohl dringend angefragte Getränkegelder in den Soli-Fundus fließen sollten.
Wenn sich dann auch noch in der Auseinandersetzung einer Terminologie " Geld abdrücken " befleißigt
wird, erscheint dieses inhaltsleer und schäbig. Ferner fällt auf, daß es sich bei dem besagten
Konzert nicht um eine hausinterne Veranstaltung handelt, sondern um eine von Radio BonteKoe. Ohne sie gäbe
es an diesem Tag kein Konzert. Und ohne Konzert auch keine Einnahmen. Wie also kann der Bhf. darauf angewiesen
sein?Anstatt diese Initiative von Radio BonteKoe zu unterstützen, sieht es so aus, als sei die Angelegenheit
mit einer Spende von 500 DM vom Tisch. Ob sich innerhalb des Gremiums Gedanken zur weiteren Unterstützung
der politischen Gefangenen gemacht wird, kommt an keiner Stelle der Stellungnahme zur Sprache. Warum schlägt
die Kulturabteilung nicht eigenständig z.B. eine Soliparty, Disco oder Soli-Konzert zur Unterstützung
vor, wie es in anderen Städten üblich ist?
Mit dieser Maßnahme könnte a) Öffentlichkeit hergestellt und b) Soligelder erzielt werden!
Darum greife ich den positiven Gedanken von Radio BonteKoe in der Getränkefrage ebenfalls auf und appeliere
an den Bhf. seine Position zu überdenken. Eine Soli-Kampagne braucht neben Öffentlichkeit eben auch viel
Geld. Es ist nicht förderlich und schon gar nicht zu wünschen, daß das Gremium eine weitere Konfrontationslinie
aufmacht. Deshalb: COME TOGETHER! RIGHT NOW!
Abschließend: Genauso zweifelhaft ist die Tatsache, daß sich bis heute fast keine/R zu den aufgeworfenen
Fragen von Außen verhalten hat!
Gruß und Kuß
Julius
dirtyfaces@gmx.de