Pressemitteilung Attac Campus Bochum

Kreativer Protest gegen Studiengebühren

Bochum, 21.5.2004 - Unter dem Moto “Bei 650 ¤ Studiengebühren kann ich mir keine Wohnung mehr leisten" lässt Attac Campus am 24.05. für einen Tag zwei StudentInnen der Ruhr-Universität Bochum in den Schaukasten der Friedensinitiative Herne ziehen (Behrensstrasse 5). Von 9-12 Uhr und von 14:30 bis 16 Uhr wird jeweils einE “gläserneR StudentIn" einen Teil seines Tagesablaufes in dem Schaukasten verbringen.

Damit will Attac Campus Bochum auf die sich verschärfende Situation der Studierenden hinweisen. Durch die in Nordrhein-Westfalen seit diesem Semester erstmalig erhobenen Studiengebühren von sog. “BummelstudentInnen" geraten diese immer mehr ins soziale Abseits.

Gründe für ein “Langzeitstudium" gibt es viele: Überfüllte Hörsäle, mangelnde Ausstattung der Universitäten und schlechte Betreuung der Studierenden durch die Lehrenden sind nur einige Beispiele für die Situation an den Hochschulen. Zudem müssen sich viele StudentInnen ihr Studium komplett selbst finanzieren, denn nur ein sehr geringer Teil der Studierenden hat Anspruch auf Bäfög. Aufgrund der Einführung des Studienkontenmodells in NRW wird an der Bochumer Ruhr-Universität für das Jahr 2004 ein Rückgang der Studierendenzahl um 18 Prozent erwartet. Einige tausende StudentenInnen stehen somit vor dem wirtschaftlichen Aus, da ihre studentischen Arbeitsverträge nun gekündigt werden. Sie sind nun gänzlich ohne Perspektive, da sie nach der quasi erzwungenen Exmatrikulation nicht einmal einen qualifizierten Abschluss haben.

Wir fordern nicht nur eine Rücknahme des Studienkontenmodells, da es nur einen Teil des Bildungs- und Sozialabbaus im Rahmen der neoliberalen Globalisierung darstellt. Bildung muss ein Grundrecht bleiben und ist kein Privileg für Reiche!