VCD Kreisverband
Bochum und Gelsenkirchen

Jürgen Eichel
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44793 Bochum

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17.7.00


„Kinder haben keinen Airbag“ -
VCD will weitere Umsetzung des Tempo 30-Konzeptes in Bochum


Für die weitere Umsetzung von Tempo 30 außerhalb eines Netzes von
Vorbehaltsstraßen mit Tempo 50 spricht sich der Bochumer Kreisverband
des Verkehrsclubs Deutschland aus. „Das Konzept liegt vor, doch die
Umsetzung kommt nicht recht voran - so kann es nicht weitergehen“,
erklärte VCD-Sprecher Jürgen Eichel anläßlich eines bundesweiten
Aktionstages des VCD am heutigen Dienstag.

Fuß aufs Gaspedal, und noch schnell bis zur nächsten Kreuzung, wird
schon nichts passieren - wahrscheinlich denken so viele Autofahrer. Und
wenn plötzlich ein Kind auf die Straße läuft? Dann heißt es bremsen und
rechtzeitig anhalten. Das aber geht nur, wenn man nicht zu schnell
fährt, denn Kinder haben keinen Airbag und keine Knautschzone. Da kann
30 km/h schon zu schnell sein - und 50 km/h erst recht. Um dies zu
verdeutlichen, hat der VCD bei verschiedenen Aktionen, zuletzt im Rahmen
des Festes zur 25. Fahrraddemonstration im Mai, mit farbigen Stoffbahnen
die Anhaltewege bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten dargestellt. Bei
50 km/h steht ein Auto erst nach etwa 27 m, bei 30 km/h dagegen schon
nach 13 m. „Das heißt: Wenn ein Kind 15 m vor einem Auto auf die Straße
läuft, kann ein Autofahrer mit Tempo 30 noch rechtzeitig anhalten, mit
Tempo 50 jedoch nicht mehr“, so der VCD.

Eigentlich wünscht sich der VCD Tempo 30 als Regel und Tempo 50 als
Ausnahme auf Hauptverkehrsstraßen. Derzeit scheint die Bundesregierung
allerdings die Variante zu bevorzugen, die Ausweisung von Tempo 30-Zonen
zu erleichtern.

Bereits vor fünf Jahren hat das Bochumer Bündnis Umweltfreundlicher
Stadtverkehr in einer Reihe von Stadtteilen Geschwindigkeitsmessungen
durchgeführt und dabei in einer umfangreichen Telefon-Aktion Anregungen
von Bürgerinnen und Bürgern aufgegriffen. In einer Podiumsdiskussion
sprachen sich Vertreter aller Ratsfraktionen für das Konzept aus, wonach
auf Vorbehaltsstraßen Tempo 50 und ansonsten Tempo 30 gelten sollte. Die
Umsetzung steht jedoch noch aus - was auch mit den Kosten der
Umgestaltung zu tun hat. „Denn nur ein Tempo 30-Schild aufstellen reicht
nicht - sinnvoll sind auch bauliche Maßnahmen, die die Regelung
unterstreichen“, so VCD-Sprecher Eichel. Der VCD schlägt vor, dafür im
Haushalt 2001 Mittel bereitzustellen - damit die Vorteile von geringerer
Geschwindigkeit in der Stadt auch in Bochum verstärkt zum Tragen kommen:
weniger Tote und Verletzte, mehr Sicherheit auch für Radfahrer und nicht
zuletzt weniger Lärm.






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