Beschluss der Uni-VV vom 3. 11.04

Angesichts der Einführung von Studienkonten, drastischem Sozialabbau - insbesondere durch Hartz IV - und der drohenden Arbeitsplatzdemontage nicht nur bei Bochums größtem Unternehmen, General Motors / Opel, von dessen Belegschaft auf dem Höhepunkt der jüngsten Arbeitsniederlegungen am 19. Oktober ein europaweites Zeichen des Widerstands gesetzt wurde, ist es an der Zeit, endlich gemeinsam zu handeln: Es ist dringend geboten, den politischen Protest Arbeitender, Studierender und auch Erwerbsloser besser zu koordinieren und künftig zusammen für die Sicherung elementarer Grundrechte einzutreten. Nur durch gemeinsamen Widerstand ist es möglich, die bislang scheinbar unbegrenzte Macht der 'global players' in Schranken zu weisen. Auf lokaler Ebene ist es daher wichtig, das Protestpotential der größten Arbeitgeber - in Bochum die Opel-Werke sowie die Ruhr-Universität - zu bündeln. Um einen wichtigen Schritt auf diesem Weg zu gehen, möge die Versammlung folgende Resolution beschließen:
1. Die Vollversammlung (VV) der Studierenden der Ruhr-Universität Bochum (RUB) bekundet ihre volle Solidarität mit dem Arbeitskampf der Belegschaften der Bochumer Werke von General Motors (GM) / Opel und wendet sich mit allem Nachdruck gegen 'betriebsbedingte Kündigungen' sowie eine Entlassung von Opel-MitarbeiterInnen aufgrund ihres Engagements im Umfeld der jüngsten Arbeitsniederlegungen. Die Uni-VV fordert die Geschäftsleitung von Opel Bochum auf, die beiden mit einer derartigen Begründung bereits ausgesprochenen Kündigungen umgehend zurückzunehmen. Darüber hinaus setzen sich die Studierenden der RUB für einen Strukturerhalt nicht nur im Ruhrgebiet ein: Die VV fordert den generellen Verzicht auf weiteren Arbeitsplatzabbau bei den Bochumer GM/Opel-Werken als größtem Arbeitgeber der Stadt sowie einen Arbeitsplatzerhalt auch an den anderen Standorten von GM/Opel.
2. Die VV ruft die Lehrenden der RUB dazu auf, anhand des Beispiels der gegenwärtigen Opel-Krise verstärkt Lehrveranstaltungen zum Thema 'wirtschaftliche Globalisierung und ihre regionalen Folgen' anzubieten sowie in Zusammenarbeit mit den Studierenden Wege aus der Krise aufzuzeigen.
3. Für den Fall eines Scheiterns der aktuellen Verhandlungen mit der GM-Konzernleitung sowie erneuter Arbeitsniederlegungen bei Opel Bochum wird an die Angehörigen der Ruhr-Universität appelliert, ihre Solidarität mit den Arbeitenden aktiv zu bekunden und die Belegschaft vor Ort im Arbeitskampf zu unterstützen. Zudem wird der Allgemeine Studierendenausschuß der Ruhr-Universität Bochum gebeten, im Falle einer weiteren, mindestens dreitägigen Niederlegung der Arbeit in den Bochumer GM/Opel-Werken außerhalb der vorlesungsfreien Zeit die Durchführung einer weiteren Uni-VV zu diesem Thema zu unterstützen.

Bochum, den 3. November 2004