Fotoausstellung:
„Eine Welt ohne Himmel“ /
„Feuer“
Fotodokumentationen von Clarissa Gambera / Buenos Aires
Am 19. Dezember 2002 jährten sich die "Kochtopf-Demonstrationen" in Buenos Aires, mit denen der Widerstand gegen die miserablen Lebensverhältnisse und Verarmung der Bevölkerung auf die Straße kam. Die Eskalation der wirtschaftlichen und politischen Krise war für BeobachterInnen des lange als eine der letzten lateinamerikanischen Hochburgen des Neoliberalismus gehandelt Landes nicht überraschend, doch die Heftigkeit des Protestes der Menschen gegen die staatliche Politik erstaunte selbst die AktivistInnen vor Ort.
Clarissa Gambera zeigt mit ihren Arbeiten sowohl Bilder der Krise als auch des Widerstands. „Eine Welt ohne Himmel“ macht Isolierung und Verarmung im städtischen Alltag nachvollziehbar. Die Fotoserie „Feuer“ dokumentiert die Ereignisse auf den Straßen der Hauptstadt am 19. Dezember 2001. Dabei arbeitet Gambera nicht plakativ – die BetrachterInnen werden aufgefordert, genau hinzusehen.
Nach ihrem Studium als Grundschullehrerin in Buenos Aires ging sie nach Peru und arbeitete zwei Jahre in Cusco in Theaterprojekten mit Kindern, außerdem engagierte sie sich in Kampagnen, die auf die besonderen historischen Traditionen von Machu Picchu Bezug nahmen – dort arbeitete sie gemeinsam mit den WaldbewohnerInnen zur Abfall und Umweltproblemartik der gefährdeten Region.
2000 kehrte sie nach Buenos Aires zurück, wo sie das Leben sehr verändert, verwüstet empfindet und ihr die Zerstörung der Stadt auf vielen Ebenen in’s Auge springt. Neben ihrer Arbeitet als Lehrerin und ihrem Engagement in den „colectivos situaciones“ sowie an der „Volksuniversität der Mütter vom Plaza de Mayo“, beginnt sie, die Stadt und die Veränderung, unter denen die Menschen leiden, zu fotografieren. Als eine der ersten Serien entsteht „Eine Welt ohne Himmel“, in der sie Menschen in der U-Bahn dokumentiert und mit der sie sich ihrer Heimatstadt und deren BewohnerInnen wieder annähert.
Clarisa Gambera fotografiert mit einer FM2 mit 50 mm Objektiv, die sie bei einer Versteigerung erworben hat.
Ausstellung bis zum 30. 1. im Café vom endstation Kino.
Öffnungszeiten: montags – samstags ab
18.00, sonntags ab 15.00 Uhr
Diese Ausstellung wurde von
FURIA e.V. in Kooperation mit dem Nord-Süd Büro im Bahnhof Langendreer
realisiert, finanziell gefördert wurde ihre Erstellung und Präsentation von der
rosa-luxemburg-stiftung nrw und dem ABP
des Ev. Entwicklungsdienst.