Pressemitteilung

 Bochumer Bündnis warnt vor Missbrauch der Sozialagenturen

Bei der letzten Vollversammlung des "Bochumer Bündnis gegen Sozialabbau" wurde die Konzeption des Landes NRW für Sozialagenturen vorgestellt. Die Teilnehmer begrüßen, dass als Ziele formuliert wurden:

Sozialverwaltung auf dem Weg zu einer sozialen Dienstleistung

Statt ArmutsverwaltungArmutsbekämpfung

Einsatz von Methoden der Beratung, Hilfeplanung und Casemanagement

Nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt.

Bündelung aller Hilfsangebote

Die Äußerungen von Minister Schartau vom 22. Juni 2001 lassen jedoch befürchten, dass die Sozialagenturen missbraucht werden sollen, um noch mehr Druck auf Hilfeempfänger auszuüben. Es darf nicht dazu kommen, Hilfe Suchende in drittklassige Sonderarbeitsmärkte abzudrängen. Diesen Mitbürgern ist auch nicht mit sinnlosen, schlecht bezahlten Beschäftigungen geholfen, erst recht braucht niemand eine Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen, bei denen keine verwertbaren Inhalte vermittelt werden.

Die derzeitigen Aktivitäten in der Hilfe für Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger verschleiern häufig, dass nach wie vor Millionen von Arbeitsplätzen und Ausbildungsplätzen fehlen.

In der Stadt Köln wurden Vorläufermodelle von Sozialagenturen modellhaft getestet. Die statistischen Erfolge bei der Senkung von Arbeitslosigkeit und Sozialhilfe wurden aber ganz überwiegend nicht durch Vermittlung von Jugendlichen in Ausbildung oder Arbeit erreicht, sondern vor allem dadurch, dass ein Großteil der Jugendlichen durch verschiedene Zwangsmaßnahmen aus der Sozialhilfe rausgeekelt wurde. Wir hoffen, dass eine zukünftige Sozialagentur in Bochum betroffenen Mitbürgern echte Hilfsangebote unterbreitet und die Menschen auf ihrem Weg wohlwollend begleitet. Dazu wäre es wichtig, die Sozialagentur in Bochum bei unabhängigen, frei gemeinnützigen Trägern anzusiedeln.

Bochum, 3. Juli 2001