Kriegsberichterstattung aus Strasbourg
Das Bochumer Friedensplenum wird sich am Mittwoch, 8. April, um 19.30 Uhr im Bahnhof Langendreer mit der Medienberichterstattung über den NATO-Gipfel und die Proteste gegen das Militärbündnis beschäftigen. Dabei sollen vor allem Fernsehberichte analysiert und die mediale Kriegsführung der NATO gegen ihre KritikerInnen dokumentiert werden.
Frontbericht aus Strasbourg
Der Journalist Bernard Schmid aus Paris, der schon mehrfach auf Einladung des Sozialforums, des Friedensplenums und des AStA der Ruhr-Uni in Bochum Vorträge gehalten hat, berichtet bei labournet und telepolis über seine Wahrnehmungen am Samstag in Strasbourg.
NATO-Gipfel auf Kosten der Grundrechte
Die NATO hat sich nach Ansicht des Netzwerks Friedenskooperative durch die Verletzung der Grundrechte beim Gipfel als angebliches Wertebündnis für Frieden, Freiheit und Demokratie erneut diskreditiert. “Die Gastgeber des NATO-Gipfels präsentierten sich als Polizeistaaten, die das Demonstrationsrecht systematisch aushebeln. Die Bundeskanzlerin und der französische Präsident sollten sich künftig mit Kritik gegenüber dem Vorgehen russischer oder chinesischer Sicherheitskräfte zurückhalten”, erklärt Netzwerk- Geschäftsführer Manfred Stenner. Die Friedenskooperative führt auch die Ausschreitungen militanter Demonstranten zu einem großen Teil auf die repressive Vorgehensweise bereits seit der Planungsphase zurück. Die Gewaltprognosen deutscher und französischer Behörden, die massiven Einschränkungen des Demonstrationsrechts und das gewalttätige Vorgehen insbesondere der französischen Einheiten hätten die Militanz begünstigt. (weiterlesen)
Der Ostermarsch steht vor der Tür
So das Motto der drei Tage an Rhein und Ruhr. Den Auftakt macht der Ostermarsch Ruhr am Samstag um 10:30 Uhr in Duisburg. Der Rheinland-Teil des Ostermarsches findet wie in den vergangenen Jahren in Düsseldorf statt. Der Auftakt dort ist um 13 Uhr vor dem DGB-Haus in der Nähe des Hbf, der Abschluss um 14 Uhr in der Altstadt vor dem Rathaus. Wie in den letzten Jahren findet unter dem Motto “Seid laut gegen Krieg!” ein Rockfestival im Stadtgarten von Gelsenkirchen statt. Beginn dort ist um 16 Uhr.
Am Sonntag ist der Ostermarsch auf Rädern. Die Fahrradetappe beginnt um 9 Uhr in Essen am Willy Brandt Platz vor dem Hauptbahnhof. Nach dem gemeinsamen Schmücken der Räder und einer Auftaktkundgebung geht es über Gelsenkirchen, Wattenscheid und Herne nach Bochum-Langendreer. Dort findet der Abschluss des zweiten Tages ab 16 Uhr statt. Zeitgleich zur Fahrradetappe ist in Köln die Friedensfahrt der MotorradfahrerInnen. Auftakt dort ist um 11 Uhr am Südverteiler, die Zwischenkundgebung ist am DHL-Frachtpostzentrum in Köln Eifeltor, und der Abschluss ist ab 14:30 Uhr am Roncalliplatz.
Der Ostermontag beginnt um 10 Uhr mit einem Friedensgottesdienst in der evangelischen Kirche in Bochum-Werne. Anschließend geht es nach einer kurzen Auftaktkundgebung zu Fuß nach Dortmund. Der Abschluss der drei Tage ist im Wichernhaus in der Dortmunder Nordstadt ab etwa 16 Uhr. Zum detaillierten Programm der drei Tage.
Die Medien funktionieren als NATO-Waffen
Die Berichterstattung der Massenmedien über den NATO-Gipfel in Strasbourg und über die Proteste gegen das Kriegsbündnis erreichen einen beachtlichen Verfälschungsgrad. Wer sich selber ein Bild über die Vorgänge in Baden-Baden, Kehl und Strasbourg machen will, findet recht gute Informationen auf den Sonderseiten von Radio Dreyeckland, dem Ticker “links unten” von indeymedia und bei den Online-Nachrichten der Sonderseiten der Jungen Welt
Die Nato darf nicht 70 werden!
Etwa 70 BochumerInnen sind gestern früh zusammen mit mehr als 900 weiteren DemonstratInnen mit dem Sonderzug nach Kehl gefahren, um gegen das Kriegsbündnis NATO zu protestieren. Dort wurden sie von hochgepanzerten PolizistInnen empfangen. Auf der Auftaktkundgebung provozierten Dutzende von bewaffneten “KonfliktmanagerInnen” der Polizei die DemonstrantInnen. Nach einem kurzen Marsch durch die Innenstadt von Kehl versperrte eine Phalanx von Wasserwerfern und Hundertschaften der Poizei den Weg über die Europabrücke nach Strasbourg. In Baden-Baden, Kehl und Strasbourg erlebten DemonstrantInnen und EinwohnerInnen ein Ausmaß an Repression, das nahtlos an die Maßnahmen beim G-8-Gipfel in Heiligendamm anschloss. Um noch einmal deutlich zu machen, warum es für die Regierenden so wichtig ist, jede Kritik an der NATO zu unterdrücken, veröffentlichen wir das Manuskript des Redebeitrages, den Ralf Feldmann für die Anti-NATO-Aktion vor 8 Tagen in Bochum geschrieben hat: “Staatsräson des Verfassungsbruchs - Die Nato darf nicht 70 werden!
Wir Menschen im Jahr 2009 haben uns an große Schreckenszahlen gewöhnt. 1,2 Billionen Dollar - 900 Milliarden Euro - geben die Nato-Staaten zur Zeit jährlich für Militär und Kriege aus, drei Viertel davon die Vormacht USA. 1 Billion: das ist eine 1 mit 12 Nullen. Gleichzeitig haben nach Ermittlungen der Vereinten Nationen über 920 Millionen Menschen keine ausreichende Ernährung - mit steigender Tendenz. Täglich sterben 25 000 Menschen an Unterernährung, darunter 13 000 Kinder. (weiterlesen)
Karten für den Sonderzug nach Strasbourg
Die Karten für den Sonderzug nach Strasbourg zur “No-NATO-Demo” sind wie üblich erst im letzten Moment stark nachgefragt worden. An einigen Stellen gibt es am morgigen Freitag vermutlich keine Karten mehr. Es sind aber noch einige freie Plätze vorhanden. Karten können per e-mail reserviert werden und Samstag früh auf dem Bahnsteig bezahlt werden. Mailadresse: Friedenslok@bo-alternativ.de. Bitte bei der Bestellung eine Telefonnummer angeben, unter der die Reservierung bestätigt werden kann.
Soziologie des Krieges
Am Donnerstag, den 12. März 2009 hielt Wolfgang Dominik im Kulturhaus Taranta Babu, Dortmund, auf Einladung des Rosa Luxemburg Clubs ein Referat. Thema:
Soziologie des Krieges
Die neoliberale Zurichtung der Hochschulen in Deutschland hat zunehmend zur Ausgrenzung gesellschaftskritischer, sozialemanzipativer Wissenschaft geführt. Obwohl es sicher nicht neu ist, dass an 40 Hochschulen in allen möglichen Fachbereichen Kriegswissenschaft betrieben wird, spielte das Thema in der Soziologie kaum eine Rolle. Damit geraten auch sozialpolitische, sozialpsychologische, sozialökonomische Folgen der Militarisierung der Politik nach außen und innen aus dem sozialwissenschaftlichen Blick. Viel wird diskutiert über Werte- und Normenwandel, aber die Rolle, die dabei ein permanenter Krieg spielt, bleibt unreflektiert. Die Akzeptanzproduktion des Militärischen funktioniert hervorragend. Der Referent wird versuchen, aus seiner Praxis in der Friedensbewegung, als Dozent im Weiterbildungsbereich und der Hochschule, als jemand, der Wissenschaft nicht als Fliegenbeinzählerei, sondern als Prozess von konstatierenden, deutenden und wertenden Urteilen versteht, Aspekte zum Thema aufzuzeigen. (weiterlesen)
Samstag, 4. April: Sonderzug nach Strasbourg
Für kommenden Samstag, 4. 4., mobilisiert das Bochumer Friedensplenum zur Demonstration gegen den NATO-Gipfel in Strasbourg. Ein Sonderzug fährt morgens früh um 3.43 Uhr vom Hauptbahnhof ab. Um 1.00 Uhr ist er wieder zurück in Bochum. Die Karten kosten 30 Euro. (Ermäßigungen sind möglich.) Karten gibt es im Kino-Cafe des Bahnhof Langendreer, im Wahlkreisbüro von Sevim Dagdelen, im Partei-Büro der Linken, im Büro der Sozialen Liste und im Ludwig Quidde Forum. Nähere Infos zur Friedenslok.





