Archiv - August 2008
Friedensplenum ruft zur Anti-Atombomben-Demonstration in Büchel auf
Fast 20 Jahre nach Ende des Kalten Krieges lagern in Büchel in der Eifel immer noch Atomwaffen in Deutschland, die für den Einsatz im Ernstfall vorgesehen sind. Jede einzelne dieser Atomwaffen hat die Zerstörungskraft von mehreren Hiroshima-Bomben. Das Bochumer Friedensplenum ruft zur Teilnahme an einer Demonstration am kommenden Samstag, 30. August, in Büchel auf. Zwei Tage vor dem Anti-Kriegstag soll dort für den Abzug und die Verschrottung der Atombomben demonstriert werden. Um 8.30 Uhr fährt ein Bus vom Bochumer Hauptbahnhof zur Demonstration. Das Bochumer Friedensplenum erinnert daran, dass auch anderthalb Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges ein enormes Risiko eines Atomkrieges aus Zufall, durch einen technischen Fehler, durch menschliches Versagen besteht. 30.000 Atomwaffen gibt es weltweit, 3.500 Atomwaffen sind weltweit ständig in Alarmbereitschaft. Durch neue sogenannten „Mini-Nukes” der USA, aber auch durch neue Atomwaffenstaaten (Israel, Indien, Pakistan, Nordkorea) sinkt die Abschreckungsschwelle, sind regionale Atomkriege denkbar. Die Arsenale der Atomwaffenstaaten werden aktuell modernisiert. Das Drängen weiterer Staaten zur Atomwaffe wird zum Anlass gefährlicher Kriegsszenarien, so z.B. im Fall Iran. Auch die Pläne für ein US-Raketenabwehrsystem in Europa können Auslöser eines neuen atomaren Wettrüstens sein. Buskarten für Samstag können bestellt werden bei: buechelbus[at]friedensplenum.bo-alternativ.de .
Vortrag über die Situation in Israel/Palästina
Am Dienstag, dem 2. September 2008 spricht um 19.30 Uhr im Bürgerhaus in Castrop-Rauxel die israelische Rechtsanwältin Felicia Langer (sie selbst bezeichnet sich als “Menschenrechtsanwältin”) zu dem Thema: “Ist der Frieden in Nahen Osten möglich? Die Entrechtung der Palästinenser.” Frau Langer, polnische Jüdin, vor den Nazis in die Sowjetunion geflüchtet, aus Israel nach Deutschland ausgewandert, berichtet über den “Konflikt” zwischen Israel und Palästina aus der Sicht der enteigneten und entrechteten Palästinenser, die sie jahrelang vor israelischen Gerichten verteidigt hat.
Deutschlands neue Sicherheitspolitik
Am Sonntag, den 24. August, läuft die nächste Sendung von Radio Friedensplenum auf 98,5 Radio Bochum. Das Team von Radio Friedensplenum schreibt zu dieser Sendung: “Am Freitag, den 15.08., um 19.30 Uhr war Jürgen Rose zu Gast im Bahnhof Langendreer und stellte seine Einschätzung der aktuellen Kriegspolitik der Bundesregierung vor. Das Team von Radio Friedensplenum schnitt einige Passagen dieses Vortrages mit und konnte im Anschluss noch ein kurzes Interview mit Jürgen Rose führen. Jürgen Rose (Diplompädagoge und Oberstleutnant) ist Mitglied des Arbeitskreises “Darmstädter Signal”, des kritischen Sprachrohrs ehemaliger und aktiver Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr. ”
Anschließend an Radio Friedensplenum (ab 19.30 Uhr) wird wieder das Team des politischen Bahnhof Langendreer über interessante Termine und Veranstaltungen informieren. Zu hören sind die Sendungen auf der Frequenz von 98.5 Radio Bochum.
Jürgen Rose: Deutschlands neue Sicherheitspolitik
Am Freitag, dem 15. 8., um 19.30 Uhr, ist Jürgen Rose zu Gast im Bahnhof Langendreer und stellt seine Einschätzung der aktuellen Kriegspolitik der Bundesregierung vor. Der Diplompädagoge und Oberstleutnant Jürgen Rose ist Mitglied des Arbeitskreises “Darmstädter Signal”, des kritischen Sprachrohrs ehemaliger und aktiver Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr. In der Einladung von DFG-VK, Friedensplenum, Rosa-Luxemburg-Club und Bahnhof Langendreer heißt es: “Im Herbst 2008 steht die nächste Mandatsverlängerung der Bundeswehreinsätze in Afghanistan im Bundestag zur Entscheidung an. An neun weltweiten Einsätzen ist die Bundeswehr derzeit beteiligt. Im ‘Weißbuch zur Sicherheitspolitik Deutschlands und der Zukunft der Bundeswehr’ (2006) hat sich die Bundesregierung verpflichtet, z.B. die “Rohstoffzufuhr” weltweit militärisch zu sichern und die Bundeswehr entsprechend aufzurüsten. Entspricht diese Entwicklung noch dem ursprünglichen Auftrag der Bundeswehr zur Verteidigung des eigenen Landes? Und geht dies konform mit dem deutschen Grundgesetz und der UN-Charta?”
Hiroshima mahnt: Atomwaffen abschaffen!
Das Bochumer Friedensplenum hat gestern zusammen mit der DFG-VK, der Linkspartei und der VVN-BDA an den ersten Atombombenabwurf am 6. August 1945 auf Hiroshima erinnert und die Vernichtung aller Atomwaffen gefordert. Der Vorsitzende der VVN, Klaus Kunold, hatte den 6.8. 1945 als Schüler in Bochum erlebt. Er schilderte, wie der Krieg, der von Deutschland ausgegangen war, in das Land zurückgekommen und die Bochumer Innenstadt weitgehend zerstört war. Trotz dieses Anblicks waren die Bilder vom zerstörten Hiroshima schockierend. Klaus Kunold erinnerte an den Widerstand gegen die Remilitarisierung der BRD und den “Kampf gegen den Atomtod”, mit dem gegen die Versuche der atomaren Bewaffnung Deutschlands protestiert wurde. (weiterlesen)
Wolfgang Dominik, Kurze Geschichte des Antikriegstages
Die Anfänge
Die Bemühungen um einen Antikriegstag bzw. Friedenstag lassen sich bis 1845 zurückverfolgen. Es waren pazifistisch gesonnene kirchliche Kreise in Großbritannien, denn es dann zum ersten Mal gelang, den letzten Sonntag vor Weihnachten zu einem Friedenssonntag zu machen. Diese Bemühungen ab ca. 1880 motivierten auch deutsche Freie Evangelische Kirchengemeinden, ab ca. 1900 der wachsenden Kriegsgefahr mit einem Friedens- oder Antikriegstag zu begegnen. Die offizielle Evangelische Kirche, die geprägt war durch die Ehe von Thron und Altar mit dem Kaiser als summus episcopus, dem höchsten Bischof quasi per kaiserlicher Geburt, war als kriegstreibende Kraft im Sinne des imperialistischen Kaiserreichs tätig. (weiterlesen)





