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FrauenGesundheitsZentrum |
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Verein zur Förderung der
FrauenGesundheit im Ruhrgebiet e.V.
Gemeinnütziger Wohnungsverein
z.Hd. Herrn Reitz
per Fax
Bochum, den 8.8.02
Offener Brief
Diskriminierung von in Trennung lebenden Frauen
Sehr geehrter Herr Reitz,
in der WAZ vom 6.8.02 habe ich mit Entsetzen Ihre Stellungnahme dazu gelesen, dass bei Ihrem Wohnungsverein Frauen, die in Trennung leben, diskriminiert werden. Diese Frauen werden als Risiko für Sie als Vermieter eingeschätzt, da durch potentielle gewalttätige Ehemänner Ärger für den Wohnungsverein zu befürchten sei. Immerhin haben Sie ein gesellschaftliches Problem richtig erkannt: Frauen in Trennungssituationen sind überproportional von Gewalt betroffen.
In dem von der WAZ beschrieben Fall hat Ihr Verein aber nicht nur der Frau eine Wohnung und damit auch potenziellen Schutz verwehrt, sondern die Wohnungssuchende auch noch vertröstet und dadurch die Wohnungsuche unter Umständen weiter verzögert. Damit haben Sie billigend in Kauf genommen, dass die Frau ggf. weiter in einer gewalttätigen häuslichen Situation verbleiben musste. Das war nach Aussage der Frau zwar nicht der Fall, war aber gerade nach Ihrer Einschätzung nicht unwahrscheinlich.
Häusliche Gewalt ist leider für viele Frauen trauriger Alltag. Gewalt hat viele negative Auswirkungen von den körperlichen Schmerzen/Verletzungen, psychischen Belastungen, Ängsten, Beklemmungen, unklaren psychosomatischen Symptomen bis zum Tod. Unsere Solidarität gehört diesen Frauen. Sie verdienen unsere volle Unterstützung und es ist einfach skandalös, dass sich ein "gemeinnütziger" Verein nicht verpflichtet fühlt, gerade von Gewalt bedrohten Frauen eine Wohnung vorrangig anzubieten. Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass Sie sich mit Ihrem Verhalten objektiv auf die Seite der Täter stellen?
Ich hoffe, dass durch die öffentliche Berichterstattung und entsprechende Reaktionen in Ihrem Verein ein Umdenkungsprozess eingeleitet wird.
In diesem Sinne verbleibe ich mit empörten Grüßen
Hella Eberhardt
(Vorsitzende)