Das Bochumer Friedensplenum ruft auf:
Friedenskundgebung am Samstag, dem 22.9.01,12.00 Uhr
am Husemannplatz (Kreuzung Huestr./Kortumstr.)

Krieg ist keine Lösung

Unser Entsetzen und unsere Trauer über die Anschläge in den USA und die Tausende von Toten birgt auch die Gefahr, voreilige Schlüsse zu ziehen. Und sie birgt die Gefahr, voreilig zu vergessen, was allzu oft vergessen wird.

Voreilige Schlüsse: Bisher sind die Hintergründe der Anschläge noch immer unklar:

· Menschen, die angeblich als Attentäter in den Flugzeugen saßen, melden sich und beteuern, nichts mit den Anschlägen zu tun zu haben (www.spiegel.de, 17.9.2001)

· Die Beweise gegen Osama bin Ladin würden auch in den USA „nach jetziger Kenntnis allenfalls einer ausschließlich aus weißen angelsächsischen Protestanten gebildeten Jury zur Verfahrenseröffnung genügen", wie Karl Grobe in der Frankfurter Rundschau vom 20.9.2001 schreibt.

Ein Militärschlag auf Afghanistan wäre vor diesem Hintergrund nur ein zynisches Propagandainstrument zur Befriedigung aufgeputschter Rachegelüste. Er würde weder Osama bin Ladin treffen, der längst in Sicherheit sein dürfte, noch das terroristische Netzwerk vernichten, von dem er nur ein Teil ist. Aber er würde weitere unschuldige Opfer kosten und könnte die Atommacht Pakistan weiter destabilisieren, mit unabsehbaren Folgen für ganz West- und Südasien.

Voreiliges Vergessen: Terror entsteht aus Verzweiflung, Wut und Perspektivlosigkeit, denken wir an folgende Beispiele:

· Ein über Jahrzehnte sich hinziehender Nahostkonflikt, unter Missachtung von UN-Sicherheitsratsresolutionen und international garantierten Verträgen (Oslo-Abkommen).

· Zerstörung der Landwirtschaft großer Regionen im Süden durch die Agrarpolitik des Nordens.

· 0,22 % des Bruttosozialproduktes für Entwicklungshilfe statt der 0,7 %-Vorgabe der Vereinten Nationen - was möglich ist, wenn der politische Wille da ist, zeigt die aktuelle Steuererhöhung für Verteidigung und Terrorismusbekämpfung.

· Millionen von AIDS- und Malariatoten, deren Behandlung kein lohnendes Geschäft für die Pharma-Industrie bietet.

Dies sind nur einige Beispiele. Sie zeigen zugleich, wo westliche Regierungen und auch die Bundesregierung handeln können und müssen, um dem Terrorismus das Wasser abzugraben. Repression allein, selbst wenn sie erfolgreich wäre, schafft nur Märtyrer. Es geht beispielsweise um:

· Für alle Seiten akzeptable Lösungen der großen regionalen Konflikte, vor allem in Nahost

· Eine internationale Wirtschaftsordnung, die Ungleichheit nicht mehr verschärft, sondern auch armen Agrarländern Entwicklungschancen bietet

· Schuldenerlass und effektive, großzügige Entwicklungszusammenarbeit

Krieg ist keine Lösung - Friedenspolitik schafft globalen Ausgleich

Das Bochumer Friedensplenum trifft sich am kommenden Mittwoch,

dem 26. 9. um 19.30 Uhr im Bahnhof Langendreer zur Planung weiterer Aktivitäten

aktuelle Informationen unter http://www.bo-alternativ.de

Das Flugblatt als PDF-Datei