Goaliat
Im Oktober 2006 hatte ein Laden in der Oskar Hoffmann Straße eröffnet, der vorwiegend Sachen von Marken wie "Thor Steinar" oder "pro violence" verkaufte. Dies sind Modemarken, die in erster Linie rechtsextreme KäuferInnen bedienen sollen. Gegen diesen "Nazi-Laden" formierte sich Widerstand. Mit diesem Internet-Angebot wurden Informationen über Aktivitäten und Nachrichten zu diesem Laden dokumentiert.
Eine Stadtteil-Initiative von NachbarInnen des Nazi-Ladens, die u.a. von vielen Geschäftsleuten im Ehrenfeld, von Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, dem Kinder- und Jugendring und dem Schauspielhaus unterstützt wurde, ist es gelungen, den Nazi-Laden zu vertreiben.

 
www.bo-alternativ.de - special:

Kein Naziladen im Ehrenfeld
...und auch nicht im Dortmunder Kreuzviertel!


Freitag 15.12.06, 20:00 Uhr

WAZ-Artikel vom 16.12.2006 – Aus dem Westen

Bochum macht mobil gegen Neonazis

Stein des Anstoßes: Ein Laden mit Mode aus der rechten Szene. Politik, Jugendring und Kulturschaffende protestieren

Bochum. Immer breiterer Widerstand formiert sich gegen ein eigentlich unspektakuläres Modegeschäft in Bochum. Nur einen Steinwurf vom Schauspielhaus entfernt, sorgt der Laden mittlerweile für Unruhe in der ganzen Stadt. Der Hintergrund: Dort wird unter anderem Mode der Marke “Thor Steinar” verkauft. Die Berliner Firma machte schon mehrfach Bekanntschaft mit der Justiz. Ein Runenlogo, das zum Verwechseln Emblemen des NS-Regime ähnelte, musste 2004 entfernt werden. Mittlerweile präsentiert sich die Marke, so die Polizei, “chemisch gereinigt”. (weiterlesen)

Dienstag 12.12.06, 11:00 Uhr

Jugendring mobilisiert gegen Nazi-Laden

jugendring.gifDer Kinder- und Jugendring Bochum hat auf seiner gestrigen Vollversammlung einstimmig eine Resolution gegen den Nazi-Laden „Goaliat“, in der Oskar-Hoffmann-Straße beschlossen.
Im Resolutionstext des Jugendrings heißt es unter anderem: „Ahnungslose Jugendliche sollen mit rechter Mode und rechter Musik von den braunen Rattenfängern für ihre menschenverachtenden Ziele geworben werden. Dabei gehen die Neonazis heute subtiler vor. Vor einigen Jahren waren sie mit Glatze und Springerstiefel leicht auszumachen und haben auf die meisten Jugendlichen eher abschreckend gewirkt. Heute ist es wesentlich schwieriger, Neonazis und ihre Symbole zu erkennen. Auf den ersten Blick sehen die Klamotten modisch aus und sind für viele Jugendliche durchaus attraktiv. Rechte Symbolik soll durch modische Optik verschleiert werden. Nach Mode und Konzerten folgen politische Angebote bei den Anwerbeversuchen der Rechtsextremen oftmals erst später. (weiterlesen)

Dienstag 12.12.06, 08:31 Uhr

Flugblatt der Linken Liste an der RUB

lili_logo-mini.gifDie Linke Liste an der Ruhr-Uni hat ein Flugblatt “Schöner leben ohne Nazi-Läden – Kein Vertrieb von Nazi-Fashion in Bochum!” verteilt und auf ihrer Webseite über das Thema informiert.
Hier heißt es u. a.: “Die Eröffnung eines solchen Ladens in Bochum sollte also ein deutliches Alarmsignal sein. Der Besitzer von «Goaliat», ebenfalls kein Unbekannter in der rechten Szene, weiß sich in guter Nachbarschaft. Mehrere Nazikader leben in der Nähe des Ladens – und durch diverse Zuzüge setzt sich diese Entwicklung derzeit fort. Die extreme Rechte versucht offenbar, sich zunehmend im Stadtbild zu etablieren. Bisher haben sie es eher versteckt getan. Sollte dieser Testballon erfolgreich sein, dürften die Aktivitäten der extremen Rechten in Bochum noch weiter zunehmen. Dem gilt es mehr entgegenzusetzen als politische Absichtserklärungen oder Presseerklärungen diverser Lokalpolitiker.”

Samstag 09.12.06, 08:29 Uhr

WAZ-Artikel vom 09.12.2006

wazkopf.gifProtest gegen Mode für Rechtsradikale

In einer gemeinsamen Erklärung aller Fraktionen der Bezirksvertretung Mitte wenden sich die Politiker gegen das im Oktober eröffnete Geschäft an der Oskar-Hoffmann-Straße, das vornehmlich Artikel der Marke “Thor Steinar” verkauft. Die Marke war ins Gerede gekommen, weil sie mit rechten Symbolen in ihrem Logo spielt und als Mode für Rechtsextreme und Hooligans gilt. Der Resolution stimmten auch die Vertreter von FDP und PDS zu, die in der Bezirksvertretung-Mitte keinen Fraktionsstatus haben. (weiterlesen)

Freitag 08.12.06, 09:00 Uhr

WDR-Regionalnachricht Essen vom 8.12.2006

wdr2.jpgBochum: Protest gegen Nazi-Mode
In Bochum formiert sich gesellschaftlicher Widerstand gegen eine neue Modeboutique in der Nähe des Schauspielhauses. Sie führt vor allem Kleidung einer Marke, die als Statussymbol rechtsradikaler Gruppen benutzt wird. Gestern Abend erklärte die Bezirksvertretung den Laden als unerwünscht. In einer von allen Fraktionen verabschiedeten Resolution heißt es, wir fordern die Bürger auf Flagge zu zeigen, gegen Rechtsextremismus und klären sie Freunde, über die Absichten der Ladenbetreiber auf. Der Laden stelle einen Angriff auf das friedliche Zusammenleben dar. Absicht sei es so die Kritiker dort einen Treffpunkt für Rechtsradikale einzurichten. Außer der Politik haben sich in dem Stadtviertel bereits die evangelische Kirche, das Schauspielhaus und die Symphoniker sowie die Kaufleute gegen den Fortbestand des Ladens ausgesprochen.

Donnerstag 07.12.06, 17:35 Uhr

Bezirksvertretung Mitte beschließt Resolution gegen Nazi-Laden

In einer gemeinsame Erklärung aller Fraktionen hat die Bezirksvertretung Bochum-Mitte heute Nachmittag beschlossen: “Der gleichberechtigte und respektvolle Umgang aller Menschen miteinander ist die Grundlage des Zusammenlebens in Bochum. Wir akzeptieren kein Gedankengut, das Intoleranz und Gewalt gegen andere Menschen befördert und sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richtet.
Deshalb ist für uns ein Laden, der rechtsextreme Artikel vertreibt und als Treffpunkt und Einnahmequelle für Rechtsextreme dient, in unserem Stadtbezirk nicht hinnehmbar. Er stellt einen Angriff auf unsere gemeinsamen demokratischen Werte und das friedliche Zusammenleben dar.
Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen, um den Rechtsextremen deutlich zu machen, dass sie bei uns unerwünscht sind.
Wir fordern alle Bürgerinnen und Bürger auf, Flagge zu zeigen für Toleranz und gegen Rechtsextremismus. Klären Sie Freunde und Bekannte über diesen Laden und die dahinter stehenden Absichten auf!”
Die Bezirksvertretung Dortmund Innenstadt-West – hier gibt es den Nazi-Laden Donnerschlag – hat kürzlich “Tipps für Vermieter wegen Neonazi-Problematik” veröffentlicht.

Samstag 02.12.06, 22:00 Uhr

Schöner leben ohne Naziläden

Auf einer Informationsveranstaltung des Polit-Cafés Azzoncao war heute Nachmittag ein Referent vom „antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin“ zu Gast. Er informierte über die Hintergründe, vor denen das Aufkommen von Nazi-Läden, wie dem kürzlich eröffneten Bekleidungsladen “Goaliat” in der Oskar Hoffmann Straße zu verstehen ist. Überraschend bei der Veranstaltung war, dass von sämtlichen linken Organisationen, die auf ihren Webseiten für die Veranstaltung geworben hatten, keine einzige auf der Veranstaltung vertreten war. Im Publikum saßen vor allem SchülerInnen, SozialarbeiterInnen, LehrerInnen und NachbarInnen aus der Oskar Hoffmann Straße, die sich informieren wollten, was gegen den Laden unternommen werden kann.
Der Referent machte zunächst deutlich, wie stark die Nazi-Szene sich in den letzten zehn Jahren gewandelt hat. Nicht mehr glatzköpfige Skins bilden die Jung-Nazi-Szene, sondern verschiedene Subkulturen, die sich weitgehend über Musikrichtungen definieren. In Läden wie Goaliat sind daher auch nur selten “Glatzen” zu sehen.
Diese Öffnung der Nazi-Szene hat es erst kommerziell attraktiv gemacht, z.B. mit Thor-Steinar- Läden ein größeres Publikum anzusprechen. Die Zielgruppe solcher Läden sind nicht nur Nazis sondern das gesamte subkulturelle Umfeld. (weiterlesen)

Freitag 01.12.06, 14:57 Uhr

Beitrag aus der GEW-Zeitschrift “InfoRegio”

gew.jpgEin Stadtteil wehrt sich gegen einen Nazi-Treffpunkt: Nazis dürfen nicht in Mode kommen

Mitte Oktober hat in unmittelbarer Nähe des Schauspielhauses ein Bekleidungsladen mit dem Namen “Goaliat” eröffnet. Er verkauft fast ausschließlich die extrem rechte Modemarke “Thor Steinar”. Der Name der Marke ist eine Kombination aus dem nordischen Gott Thor und dem SS-Kommandeur Felix Steiner, der die SS-Panzerdivision “Wiking” befehligte. Das Mode-Label wurde von dem bekennenden Rechtsextremisten Axel Kopelke gegründet. Sweater mit der Aufschrift “Viking Division”, “Nordfront” und “Shooting Club” oder “Südwestafrika” (ehemalige deutsche Kolonie) weisen auf militaristische und nazistische Bezüge hin. Slogans wie “Ultima Thule” oder die entsprechenden Runenzeichen beziehen sich direkt auf die historische Naziorganisation “Thule-Gesellschaft” und auf heute aktive rechtsextreme Vereinigungen wie das “Thule-Seminar” oder “-Netz”. (weiterlesen)

Donnerstag 30.11.06, 22:00 Uhr
Norwegische Botschaft äußert sich zu „Thor Steinar“:

“unannehmbar und unerwünscht”

Vor ca. zwei Wochen hat sich das Polit-Café Azzoncao an das Norwegische Außenministerium gewandt, um mehr über die Beschwerde Norwegens gegen die Verwendung der norwegischen Flagge auf “Thor Steinar”-Produkten in Erfahrung zu bringen. Azzoncao schreibt: »Die extrem rechte Marke, die in Bochum nun vom Nazi-Shop “Goaliat!” vertrieben wird, versteckt sich gerne hinter Bezügen auf Norwegen und ein “nordisches Freiheitsgefühl”, so der stellv. Geschäftsführers Reiner Schmidt : “wir orientieren uns an Norwegen, deshalb die Runen. Eine Wolfsangel wird da nur reininterpretiert.”
Um dieser Verschleierung entschiedener entgegentreten zu können, wollten wir nun die Ansicht der norwegischen Behörden zu den Produkten der Firma MediaTex genauer in Erfahrung bringen. (weiterlesen)

Dienstag 28.11.06, 19:37 Uhr
Samstag, 2. Dezember, 14.30 Uhr, Bahnhof Langendreer:

Schöner Leben ohne Naziläden

Azzoncao,  das Polit-Café, das jeden 1. Samstag des Monats im Bahnhof Langendreer über “antifaschistische, antikapitalistische und emanzipatorische Themen informiert und diskutiert”, beschäftigt sich am kommenden Samstag mit dem Nazi-Laden Goaliat, der an der Oskar Hoffmann Straße aufgemacht hat.  Ein Referent vom „antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V.“ wird über die sächsische Kampagne „Schöner Leben ohne Naziläden“, Thor Steinar und rechten Lifestyle informieren.
Anschließend wird diskutiert, welche Aktionen in Bochum bezüglich des Ladens laufen sollen.
Auf bo-alternativ.de wird zur Zeit ein “special” zu dem Laden angelegt. Hier sind alle bisherigen Meldungen und Dokumente von bo-alternativ.de zusammengefasst. Das ganze wird in den nächsten Tagen noch durch weitere Dokumente und Links ergänzt. Zum bo-alternativ-special.

 
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