hallo,

meine name ist stephan und ich war damals einer der leute die den harten chor und dann auch
radio bonte koe initiiert haben. inzwischen wohne ich seit 1995 in berlin und mir ist es nun
wichtig einige akzente in der besagten auseinandersetzung zu setzten. dabei möchte ich nicht
auf alle punkte eingehen, da sie für mich aus der enfernten betrachtung schwer zu begreifen
sind.
die aktuelle situation in berlin ist folgende: fermin muguruza spielt am dienstag den
18.september im maria am ostbahnhof in berlin-friedrichshain für 25,- dm. das ,maria' ist, na
ja, ein ort der ,pop-linken' und das konzert selbst steht unter keinem politischem
zusammenhang, es war sogar äußerst schwierig in berlin überhaupt einen ort für das konzert von
fermin zu finden. demzufolge sind für mich die bedingungen unter denen fermin in bochum spielt
sehr positiv; 12,- abendkasse, weitgehend selbstorganisiert und ein solikonzert für die
gefangenen von genua. das ist doch klasse! ich verstehe den wunsch von radio bonte koe und
tops möglichst viel geld für diesen zweck zu sammeln. aber das ist doch nicht alles.
mindestens genau so wichtig ist das thema genua in die öffentlichkeit zu transportieren, zumal
meines wissens das konzert und somit auch der politische rahmen vom wdr im radio übertragen
wird.
offensichtlich wird in der aktuellen auseinandersetzung mit dem bahnhof langendreer über die
modalitäten des fermin konzert's der alte, schwellende konflikt zwischen dem bahnhof und der
,bochumer restlinken' eingemengt. was mir dabei gut gefällt ist die herangehensweise der
antifa ,die kleinen strolche', die in ihrem beitrag ein offensive, differenzierte stellung
beziehen. was mir nicht gefällt ist, dass tops jetzt als konsequenz des konflikts nicht mehr
bei radio bonte koe mitarbeiten möchte. tops, egal wieviel geld oder geldquellen euch der
bahnhof nun zugesteht, würde es mir gut gefallen wenn du deine kreative energie in eine
gemeinsame debatte nach dem konzert von fermin steckst die den besagten beitrag der ,kleinen
strolche' als anknüpfungspunkt haben kann und dann vielleicht weiterführt in die seit so
langer zeit erträumten und umkämpften räume im bochumer innenstadtbereich. eine spaltung der
spaltung kann es doch nicht sein, gerade jetzt plädiere ich dafür mehr das verbindende als das
abgrenzende zu suchen.

mit solidarischen grüssen und, macht weiter mit der guten arbeit!

stephan
(moonrun@gmx.de)

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